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Kürzungen im Gesundheitswesen: Sparpaket bedroht Arzttermine im Land

News Kürzungen im Gesundheitswesen: Sparpaket bedroht Arzttermine im Land

Quelle: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild
dpa

Die Kassenärzte rechnen wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen mit deutlich weniger Behandlungen in den Praxen – auch in Baden-Württemberg. Die Mediziner warnen vor weniger Terminen.

Die Kassenärzte erwarten wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen im kommenden Jahr deutlich weniger Behandlungen in den Arztpraxen. So auch in Baden-Württemberg, wie Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen. «Bild» hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.

Hausärzte und Allgemeinmediziner, die bisher im Schnitt 736 Patientinnen und Patienten pro Quartal behandelten, könnten demnach nur noch 661 Fälle behandeln. Bei Kinderärzten würde die Zahl der maximal versorgten Patienten rechnerisch von 1025 auf 966 sinken.

Sparpaket soll Beitragsanstieg stoppen

Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro.

Kürzungen und höhere Zahlungen

Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche – aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.

KBV-Chef: «heckenschnittartiges Spargesetz»

KBV-Chef Andreas Gassen sagte «Bild»: «Vor uns liegt ein heckenschnittartiges Spargesetz. Kommt es in der bisher vorliegenden Form, werden die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren müssen.» Schon heute würden viele Untersuchungen und Behandlungen nicht bezahlt, heißt es in dem Papier. Über 40 Millionen Termine erbrächten Fachärztinnen und Fachärzte ohne Vergütung.

Die KBV hatte bereits nach dem Kabinettsbeschluss Ende April vor spürbaren Konsequenzen mit weniger Terminen und Leistungen für Patienten gewarnt. Ihren Angaben zufolge stehen durch die Kürzungsmaßnahmen rund 2,7 Milliarden Euro weniger für die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter
Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

 

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