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Nach Hantavirus auf Schiff: Wie ist die Lage in Baden-Württemberg?

News Nach Hantavirus auf Schiff: Wie ist die Lage in Baden-Württemberg?

Quelle: Angelika Warmuth/dpa
dpa

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wachsen die Sorgen vor weiteren Infektionen. Experten beruhigen aber. Warum der Virustyp im Südwesten ein anderer ist.

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik geben Experten in Baden-Württemberg Entwarnung. Zwar treten auch im Südwesten Jahr für Jahr Infektionen mit dem Hantavirus auf, teilte das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart mit. Es handele sich dabei jedoch um einen anderen Virustypen als auf dem Schiff. Die in Südamerika auftretende Unterart «Andes» sei nicht mit dem in Baden-Württemberg regelmäßig auftretenden Typ «Puumala» vergleichbar.

Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik waren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Tagen drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Unter den Toten ist auch eine Frau aus Deutschland. Zudem wurden mehrere bestätigte oder vermutete Infektionen registriert.

Infektionen nur mild

Nach WHO-Angaben ist die Infektionsgefahr gering. Eine Ansteckung sei nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen möglich. Die meisten Infektionen verliefen mild oder asymptomatisch; schwerere Verläufe treten vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen auf.

Vielen dürfte die seltene Infektionskrankheit daher bislang kaum bekannt gewesen sein. Im Südwesten infizieren sich jedes Jahr mehrere Dutzend Menschen mit dem «Puumala»-Typ des Hantavirus. Auffällig sind dabei die teils starken Schwankungen bei den Fallzahlen.

Laut LGA wurden 2021 fast 1.200 «Puumala»-Fälle gemeldet; ein Mensch erlag damals den Folgen der Infektion. In den beiden Folgejahren wurden 38 beziehungsweise 66 Fälle registriert. 2024 stieg die Zahl wieder auf 245, im vergangenen Jahr sank sie auf 69.

Bis Anfang Mai wurden im laufenden Jahr 16 Infektionen gemeldet. «Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass es im Jahr 2026 zu einem erhöhten Infektionsgeschehen kommt», erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Regionale Schwankungen

Baden-Württemberg gehört bundesweit zu den am stärksten betroffenen Regionen – insbesondere die Schwäbische Alb mit ihrem hohen Buchenwaldanteil sowie der Odenwald und Oberschwaben. «Die meisten Erkrankungsfälle treten in den Stadt- und Landkreisen mit hohem Flächenanteil an Buchenwald auf», teilte ein Sprecher mit.

Die Viren werden über den Speichel, Kot oder Urin von Rötelmäusen verbreitet, den typischen Bewohnern des Buchenwaldes. Vermehren sich diese Tiere in bestimmten Jahren besonders stark etwa wegen eines Überangebots an Bucheckern, steigt auch das Infektionsrisiko für Menschen. Diese stecken sich über den Kontakt mit den Ausscheidungen, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und die Erreger eingeatmet werden oder in Hautwunden gelangen.

Die meisten Erkrankungen gab es in den vergangenen fünf Jahren im Landkreis Heidenheim (103,07 Fälle/100.000 Einwohner), im Landkreis Reutlingen (76,29) und im Zollernalbkreis (48,73).

 

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