News aus Baden-Württemberg
Landesbischöfin Springhart zur Sterbehilfe: Kein klares Schwarz oder Weiß

News aus Baden-Württemberg Landesbischöfin Springhart zur Sterbehilfe: Kein klares Schwarz oder Weiß

Quelle: Uli Deck/dpa/Archivbild
dpa

Es geht um das Spannungsverhältnis zwischen Selbstbestimmung und dem Schutz des Lebens: Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird in Deutschland wieder über eine Neuregelung der Sterbehilfe diskutiert. Auch die Kirchen spielen hierbei eine Rolle.

In der Debatte um eine Neuregelung der Sterbehilfe in Deutschland hat die evangelische Landesbischöfin von Baden betont, dass es aus ihrer Sicht hier kein klares Schwarz oder Weiß gebe. «Es ist sinnvoll und gut, dass es Graubereiche gibt», sagte Heike Springhart vor kurzem in Karlsruhe. «Es reicht nicht zu sagen, das Leben ist eine Gabe und dann ertrag‘ ich einfach alles.»

Wichtig sei, Menschen am Ende ihres Lebens nicht allein zu lassen, sagte Springhart. Die größte Angst, die viele Menschen hätten, sei einsam und alleine zu sterben. «Die Situationen, die Menschen dazu bringen, über Sterbehilfe nachzudenken, sind Situationen, in denen sie stark verzweifelt sind», sagte die Landesbischöfin, die Sterben und die Endlichkeit menschlichen Lebens zu ihrem Thema gemacht hat. Ihre Habilitationsschrift trägt den Titel «Der verwundbare Mensch».

Kirchliche Seelsorgerinnen und Seelsorger könnten Patientinnen und Patienten in solchen Lagen begleiten und sich Zeit für sie nehmen in einem System, in dem oft wenig Zeit sei, sagte Springart. «Es bleibt ein würdiges Leben, auch mit großen Einschränkungen.»

In Deutschland wird eine mögliche Neuregelung der Sterbehilfe debattiert. Ende Juni wurden im Bundestag drei fraktionsübergreifende Entwürfe ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Ende November hörten die Abgeordneten im Rechtsausschuss Fachleute dazu an.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das 2020 ein seit 2015 bestehendes Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt hatte, da es das Recht des Einzelnen auf selbstbestimmtes Sterben verletzte. Dabei hat «geschäftsmäßig» nichts mit Geld zu tun, sondern bedeutet «auf Wiederholung angelegt».

 

Weitere Nachrichten

Karlsruhe besonders betroffen: Invasive Ameise Tapinoma in 90 Kommunen nachgewiesen

Im Südwesten treiben invasive Ameisen Kommunen sowie Anwohner zur Verzweiflung. Immer mehr Kommunen sind betroffen. Warum eine Ausrottung kaum möglich ist und die Bekämpfung teuer.

Grippesaison steht an - So steht es um den Impfstoff im Land

Die Grippe kann alles andere als harmlos verlaufen. Bald dürften die ersten Influenza-Erreger wieder unterwegs sein. Wem eine Impfung empfohlen wird – und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.

Tarifkonflikt: Weitere Warnstreiks bei SWEG - drei Tage lang

Verdi fordert Schutz vor Kündigungen und erhöht den Druck: Ab Mittwoch bis Freitag sollen SWEG-Busse in zahlreichen Städten nicht fahren.

Wasen und Wiesn: So ist die Regel fürs Rauchen im Festzelt

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Knapp 10.000 Rufnummern von Cyberkriminellen abgeschaltet

Mit internationalen Partnern gehen Ermittler aus Baden-Württemberg und Deutschland gegen betrügerische Anrufe und manipulierte Handelsplattformen vor. Welche Maßnahmen wurden ergriffen?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.