News
Laut Krankenkasse: Krankenstand in Baden-Württemberg leicht rückläufig

News Laut Krankenkasse: Krankenstand in Baden-Württemberg leicht rückläufig

Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
dpa

Im Schnitt ist der Krankenstand bei Versicherten der AOK Baden-Württemberg vergangenes Jahr leicht gesunken. Die Ausfallzeiten einer bestimmten Diagnosegruppe sind jedoch angestiegen.

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten von Beschäftigten, die bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind, sind 2025 leicht zurückgegangen. Einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zufolge lag der durchschnittliche Krankenstand bei 21,1 Tagen pro Beschäftigtem – im Vorjahreszeitraum waren es noch 21,7 Tage.

Der Rückgang sei kein Grund zur Entwarnung, hieß es vom Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind. «21 Krankheitstage pro Beschäftigtem und Jahr sind ein klares Signal, dass wir Prävention und Gesundheitsförderung noch stärker in den Fokus nehmen müssen.» Für den Rückgang nennt die Analyse keinen expliziten Grund.

WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder zufolge sorgt für das seit Jahren erhöhte Niveau insbesondere die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) im Jahr 2022. Seitdem werden Krankschreibungen, vor allem bei kurzen Erkrankungen, lückenloser erfasst. Vorher hätten viele Versicherte ihre Papierbescheinigungen schlicht nicht an die Krankenkasse übermittelt.

Anstieg bei psychischen Leiden

Während Kurzzeiterkrankungen den Großteil der Krankschreibungen ausmachten, dominierten Langzeiterkrankungen die eigentliche Ausfallzeit. Obwohl nur rund drei Prozent aller Fälle länger als sechs Wochen andauern, verursachen sie dem WIdO zufolge 39 Prozent aller Ausfalltage.

Zum größten Treiber der Langzeitausfälle haben sich laut Analyse psychische Erkrankungen entwickelt. In Baden-Württemberg seien 2025 durchschnittlich 2,28 Ausfalltage je Mitglied auf psychische Leiden entfallen – gegenüber 1,65 Tagen im Jahr 2016. Das entspreche einem Anstieg von rund 38 Prozent innerhalb von knapp zehn Jahren.

«Die zunehmenden psychischen Erkrankungen sind ein Spiegel unserer Lebenssituation. Verdichtung, Unsicherheit und Dauererreichbarkeit – im Beruflichen wie im Privaten – fordern ihren Tribut», so Bauernfeind. Er plädierte dafür, betriebliche Gesundheitsförderung als strategische Investition zu begreifen statt als Kostenfaktor. Die AOK Baden-Württemberg versichert nach eigenen Angaben über 4,6 Millionen Menschen im Land.

 

Weitere Nachrichten

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?

"House of Yang": Neue Mystery-Serie spielt im Schwarzwald

Zeitsprünge, Geheimnisse und starke Frauen: wie das Trauma einer Familie Generationen verbindet - und warum man in diesem Haus im Schwarzwald besser keine Türen schließt.

In Regionalbahn entdeckt: Drei Katzenbabys in Zug ausgesetzt

Reisende entdecken in einem Zug mehrere ausgesetzte Kätzchen. Wer sich jetzt um die drei Tiere kümmert.

Kürbis-Wettwiegen: Sieger kommt auf 986 Kilo

Riesenkürbisse, Super-Tomaten und Mega-Melonen: In Ludwigsburg messen sich die größten Kaliber aus Deutschlands Gemüsebeeten. Wer hat das dickste Gemüse?

Halbzeit auf dem Wasen: Großer Andrang, positive Bilanz

Besonders am Tag der Deutschen Einheit zog es zeitweise zu viele Besucher auf das Cannstatter Volksfest - die Polizei sperrt mehrere Zugänge. Was Feiernde in der zweiten Woche erwartet.

Kirschlorbeer-Plage an Waldrändern? Karlsruhe und andere Städte warnen

Giftig, relativ nutzlos für Insekten – und jetzt breitet sich Kirschlorbeer mancherorts auch noch an Waldrändern aus. Illegal abgekippte Gartenabfälle verschärfen das Problem.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.