News
Laut Studie: Die Menschen in Baden-Württemberg werden intoleranter

News Laut Studie: Die Menschen in Baden-Württemberg werden intoleranter

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Das gesellschaftliche Klima im Land wird rauer. Das zeigt auch eine neue Studie: Demnach sinkt die Toleranz für andere Lebensentwürfe – und auch mit der Politik sind die Menschen unzufrieden.

Die Menschen im Südwesten akzeptieren Vielfalt laut einer Untersuchung in bestimmten Bereichen weniger als noch vor einigen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Stuttgart vorgestellte Studie der Robert Bosch Stiftung.

Demnach ist der Grad der Akzeptanz von Vielfalt im Vergleich zu einer Erhebung im Jahr 2019 teils deutlich gesunken: Damals lag der Wert für die Akzeptanz von unterschiedlicher ethnischer Herkunft noch bei 74 von 100 Punkten – in diesem Jahr lag er bei 58 Punkten. Deutlich gesunken ist demnach auch die Akzeptanz von Vielfalt bei der sexuellen Orientierung: von 76 Punkten im Jahr 2019 auf jetzt 66 Punkte. Etwas verbessert hat sich laut Studie die Akzeptanz für unterschiedliche Geschlechter.

Für die Studie ließ die Robert Bosch Stiftung von Anfang Mai bis Anfang Juni bundesweit 4.761 Menschen ab 16 Jahren befragen, darunter 518 aus Baden-Württemberg. Die Ergebnisse sind laut Stiftung repräsentativ.

Viele habe kein Vertrauen in die Politik und fühlen sich nicht vertreten

Die Menschen im Südwesten werden der Studie zufolge aber nicht nur intoleranter, viele haben auch nur wenig Vertrauen in die Politik. Die Hälfte aller Befragten gab an, nur ein geringes oder gar kein Vertrauen in die aktuelle Bundesregierung zu haben. 30 Prozent vertrauen der Regierung den Ergebnissen zufolge teilweise. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat das Gefühl, in der Politik nicht angemessen repräsentiert zu sein. 55 Prozent gaben zudem an, man dürfe seine Meinung in Deutschland nicht mehr frei äußern.

Die Robert Bosch Stiftung sieht in den Ergebnissen ein Zeichen für eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft in Baden-Württemberg. «Die Positionen zwischen Bürgerinnen und Bürgern sind zunehmend verhärtet, der Raum für Verständigung wird kleiner», sagte Geschäftsführer Bernhard Straub. Die Stiftung rät deswegen, mehr Formate für Begegnung und Dialog zu schaffen. «Denn die Ergebnisse des Vielfaltsbarometers zeigen auch: Menschen sind anderen Gruppen gegenüber deutlich offener eingestellt, wenn sie bereits persönliche Kontakte hatten», sagte Straub.

 

Weitere Nachrichten

Konjunktur-Stimmung im Handwerk: Viele warten auf bessere Zeiten

Viele Handwerksbetriebe hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels. Wer besonders optimistisch bleibt – und wo das Stimmungsbarometer überraschend steigt.

Kriminelle Ausländer: Migrationsstaatssekretär fordert Druck auf Heimatstaaten

Das Land will mehr Kriminelle nach Syrien abschieben - bislang ist aber nur einmal ein Straftäter ins Flugzeug gesetzt worden. Das liegt nicht zuletzt auch am Bund, meint der Migrationsstaatssekretär.

Feuerpause im Streit um den Wolf? Richter bitten um Aufschub

Es ist ein Hin und Her im Streit um den Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald. Bis Mitte Februar dürfte die Entscheidung über den «Hornisgrinde-Wolf» nun ruhen. Warum das?

Neue Designer-Droge im Raum Karlsruhe entdeckt: Was man dazu wissen muss

Cychlorphin gilt als hochpotente synthetische Droge: Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Was Fachleute zu Risiken und Schutzmaßnahmen sagen.

21-Jähriger fährt in Karlsruhe gegen Oberleitungsmast und stirbt

Mitten in der Nacht rücken die Einsatzkräfte in Karlsruhe aus. Ein Autofahrer hat einen Unfall - kurz darauf gibt es schlimme Neuigkeiten.

Karlsruher Kita-Träger pleite – Gehälter bleiben aus

600 Angestellte ohne Januar-Gehalt und rund 1.300 betroffene Kinder - zwei Karlsruher Kita-Träger melden Insolvenz an. Der Betrieb läuft weiter. Was nun geplant ist.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.