News
Laut Studie: Mehr als 41.000 Kitaplätze fehlen in Baden-Württemberg

News Laut Studie: Mehr als 41.000 Kitaplätze fehlen in Baden-Württemberg

Quelle: Uwe Anspach
dpa

Neue Lückenliste: Im Westen Deutschlands suchen viele Eltern lange vergebens nach einem Platz. In Baden-Württemberg ist die Lücke vergleichsweise geringer – doch nicht zu unterschätzen.

Für rund 41.100 Kinder unter drei Jahren fehlen in Baden-Württemberg einer neuen Studie zufolge Kitaplätze. Damit haben 13,6 Prozent der unter Dreijährigen mit Betreuungsbedarf keinen Platz, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bundesweit gibt es demnach eine Lücke von rund 300.000 Plätzen, Baden-Württemberg befindet sich leicht unter dem Durchschnitt von 14,2 Prozent. Zum Vergleich: Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt diese Quote bei 18 Prozent.

Laut der Studie wünschen sich Eltern für insgesamt 138.400 Kinder (bundesweit: 1,1 Millionen) dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz. Rund 97.300 Kinder (bundesweit: 800.000) wurden institutionell betreut – also besuchten eine staatlich geförderte Kita oder wurden im Rahmen staatlicher Förderung bei Tageseltern betreut. In die Berechnung des arbeitgebernahen Instituts eingeflossen war eine repräsentative Befragung der Regierung zu den Betreuungswünschen. Das IW verwendete zudem Betreuungs- und Gesamtdaten des Statistischen Bundesamts zu Kindern.

Die Zahlen schwanken über die Jahre. Die meisten Kinder waren laut der Erhebung bundesweit 2023 in institutioneller Betreuung, nämlich 857.000 Mädchen und Jungen. Bis heute sank die Zahl um 56.000. Als Hauptgrund nennt das Institut stark gesunkene Kinderzahlen.

 

Große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland

Ob und wie sehr Wunsch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung auseinanderklaffen, ist in Deutschland regional unterschiedlich: In Ostdeutschland haben laut Studie 7,3 Prozent der Kinder unter drei mit Bedarf keinen Platz – im Westen 15,6 Prozent. Baden-Württemberg liegt mit 13,6 Prozent leicht unter dem westdeutschen Durchschnitt.

Der Studie zufolge sind die rechnerischen Lücken in Baden-Württemberg und Bayern (12,8 Prozent) trotz ähnlich niedriger Betreuungsquoten kleiner, da die Eltern einen geringeren Betreuungsbedarf angeben. Dies könnte den Angaben zufolge mit traditionelleren Vorstellungen vom Familienleben zusammenhängen; zugleich spielen unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen – etwa die Beteiligung der Eltern an Betreuungskosten – eine wichtige Rolle. Insgesamt dürften die rechnerischen Lücken den tatsächlichen Ausbaubedarf in beiden Ländern eher unterschätzen.

 

Rück- und Ausblick

Vergangenes Jahr fehlte es laut der IW-Vorgängerstudie an 306.000 Kitaplätzen für Kinder unter drei; für 13,6 Prozent der Kinder mit Bedarf gab es keinen Platz. Insgesamt schreite der Ausbau von Betreuungsplätzen in Deutschland «derzeit kaum voran», hieß es damals. Auch diesmal forderte das IW, die Politik müsse vor allem im Westen den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur weiter vorantreiben.

 

Weitere Nachrichten

Warnstreiks der IG Metall in Baden-Württemberg gehen weiter

Die erste Warnstreikwelle der IG Metall rollt - auch im Südwesten. Unter anderem waren Beschäftigte von Bosch zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Am Donnerstag soll wieder verhandelt werden.

Nikotinzahnstocher: Baden-Württemberg fordert Verkaufs-Verbot

Auf TikTok und Co sind sie vor allem bei jungen Menschen im Trend: Özdemirs Kabinett fordert nun, dass der Verkauf mit den kleinen Holzstäbchen bundesweit verboten werden soll. Was steckt dahinter?

"Love, Peace & Rock'n'Roll" Scorpions kündigen neue Tour mit vier deutschen Stationen an

Sie sind seit Jahrzehnten erfolgreich und haben von den großen Konzerthallen noch immer nicht genug. Wo die Scorpions 2027 während ihrer Welttournee auftreten wollen.

Gold-Diebstahl im Enzkreis bei "Aktenzeichen XY"

DNA-Spuren am Tatort passen zu Funden bei Straftaten im Ausland. Doch wer der Mann ist, wissen die Ermittler bis heute nicht. Was bei dem Überfall erbeutet wurde und wer außerdem gesucht wird.

Diese Stars sind 2027 beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring

Schlagerstar Helene Fischer, die in dem Song passenderweise von tausend Glücksgefühlen singt, ist wohl einer der prominentesten Namen im Line-up für 2027. Sie soll am 03. September ein 90-minütiges Konzert spielen, berichtete die «Bild».

Haben Ausschreitungen Folgen für die nächsten Jugend-Demos?

Tausende haben in Baden-Württemberg friedlich demonstriert. Doch Angriffe auf Polizisten und mangelnde Kooperation überschatten den Protest in Stuttgart. Rufe nach Konsequenzen werden laut.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.