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Laut Studie: Neuntklässler sind unzufriedener mit der Demokratie

News Laut Studie: Neuntklässler sind unzufriedener mit der Demokratie

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Grundsätzlich halten die meisten Schülerinnen und Schüler die Demokratie für eine gute Sache. Die aktuelle Politik sehr aber immer mehr junge Menschen kritisch, wie eine Studie zeigt.

Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg sind zunehmend unzufrieden mit der Demokratie in Deutschland. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Kultusministeriums unter Neuntklässlern hervor.

Demnach sagten nicht einmal ein Drittel aller Befragten (27 Prozent), sie seien zufrieden mit der Demokratie. Zwei Jahre zuvor hatte sich noch fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) zufrieden oder sehr zufrieden mit der Demokratie hierzulande gezeigt. Auch das Vertrauen in Politikerinnen und Politiker ging zurück. Zuvor hatte der SWR über die Studie berichtet.

Für die repräsentative Untersuchung befragten Forscher der Universität Stuttgart gut 2.000 Neuntklässlerinnen und Neuntklässler aller Schularten in Baden-Württemberg, mit Ausnahme der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Die Befragung fand zwischen Februar und Mai 2024 statt und wurde mit einem Online-Fragebogen durchgeführt.

Sympathie für starken Staatschef steigt

Der Studie zufolge genießt die demokratische Staatsform zwar nach wie vor einen großen Rückhalt der Jugendlichen, zugleich steigt die Sympathie für autokratische Regierungsformen oder Expertenregierungen.

So bezeichneten 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein demokratisches politisches System als gut oder sehr gut. 42 Prozent zeigten aber auch Sympathie für einen starken Staatschef, der sich nicht um ein Parlament oder um Wahlen kümmern muss. Zwei Jahre zuvor hatte dieser Wert noch bei 30 Prozent gelegen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) fände es gut oder sehr gut, wenn anstelle einer Regierung Expertinnen oder Experten entschieden, was das Beste für das Land sei.

Die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler wünschen sich der Studie zufolge mehr direkte Einflussmöglichkeiten auf die Politik. 78 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig nach ihrer Meinung gefragt werden. 2022 hatte dieser Wert noch bei 65 Prozent gelegen.

Kultusministerin Theresa Schopper sprach von «beunruhigenden Entwicklungen». Man wolle diesen etwa mit einem Ausbau der Jugendbeteiligung entgegnen, so die Grünen-Politikerin. Mit Jugendkonferenzen wolle man junge Menschen aktiv in den Meinungsbildungsprozess einbeziehen. «So erfahren sie nicht nur passiv, was Demokratie heißt, sondern gestalten sie aktiv mit», sagte Schopper.

 

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