News
„Maischerze“ in der Walpurgisnacht – Wann Anzeigen drohen

News „Maischerze“ in der Walpurgisnacht – Wann Anzeigen drohen

Quelle: Silas Stein/dpa
dpa

«Maischerze» gehören in der letzten Aprilnacht dazu. Doch wenn diese zu weit gehen, Grenzen überschritten werden, ist plötzlich die Polizei zuständig. Was man beachten sollte, um Ärger zu vermeiden.

Auch wenn der Maibaumdiebstahl mancherorts fast schon dazugehört, gehen Scherze in der Nacht zum 1. Mai manchmal zu weit. «Wenn Eigentum beschädigt wird oder gar Menschen zu Schaden kommen, sind das keine kindischen Streiche mehr, sondern handfeste Straftaten», betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Stuttgart. Landesweite Zahlen dazu gibt es nicht. «Die Polizei Baden-Württemberg hat das Geschehen in der Walpurgisnacht fest im Blick und schreitet – wo nötig – konsequent ein.»

In der letzten Aprilnacht haben Streiche insbesondere von Kindern und Jugendlichen eine gewisse Tradition. Typisch sind beispielsweise das Umstellen von Gartengeräten oder das Verziehen von Mülltonnen.

Weil es aber immer wieder zu Vorfällen kam, die die Grenze zur Straftat überschritten, mahnte das Polizeipräsidium Ulm jüngst: «Die Nacht zum 1. Mai ist kein „Ausnahmetag“. Schon gar keiner, an dem die Polizei ein Auge zudrückt.» Vielmehr seien die Beamtinnen und Beamten verstärkt unterwegs.

Eskapaden rund um Maibäume

In den vergangenen Jahren gab es in Baden-Württemberg immer wieder Fälle in der Walpurgisnacht, die die Polizei auf den Plan riefen. Dazu zählen abgesägte Maibäume. Das sind aus Sicht der Ermittler Sachbeschädigungen.

Geht das schief, wie 2023 in Simmozheim (Landkreis Calw), muss sogar die Feuerwehr anrücken, um die mögliche Unfallgefahr zu beheben. In Dietenheim (Alb-Donau-Kreis) fällte ein Mann vor ein paar Jahren einen Maibaum so, dass dieser einen Zierbrunnen und einen Gartenzaun beschädigte.

Was ist mit anderem Schabernack?

Auch Eier- und Böllerwürfe oder Schmierereien mittels Zahnpasta und Ketchup werden schnell als Sachbeschädigung verfolgt und können teils erheblichen Schaden anrichten. Von brennenden Mülleimern, umgestoßenen mobilen Klohäuschen, dem «Gartentür-Klau» und herausgehobenen Gullydeckeln ganz zu schweigen. Letztere könnten Fußgänger und Fahrradfahrer gefährden. Die Polizei wertet solche Aktionen daher als Straftaten.

Und auch eine wahrscheinlich nett gemeinte Aktion führte schon zu einem Polizeieinsatz: In Gerstetten (Kreis Heidenheim) hatten ein 19-Jähriger und seine Freunde im Jahr 2019 eine Straße mit Traktoren blockiert – um für ein Mädchen einen Maibaum aufzustellen.

Ein guter Spaß ist nur dann, wenn alle lachen

Die Ulmer Polizei appellierte daher an die Eltern und Erziehungsberechtigten: «Besprechen Sie mit Ihren Kindern, was erlaubt ist und was nicht. Zeigen Sie die Folgen falschen Verhaltens auf, sensibilisieren Sie im Hinblick auf die Gesetze und deren Sinn und besonders darauf, was gefährlich ist.»

Gegen wohl überlegte und originelle Maischerze sei nichts einzuwenden. Es sei durchaus erlaubt, andere zum Lachen zu bringen. Ein guter Spaß sei es allerdings nur, wenn auch wirklich alle lachen können.

«Doch was einst originell und witzig erschien, scheint heute vielen zu langweilig zu sein», heißt es in der Mitteilung. «Stattdessen werden die Scherze zu Straftaten und der Alkoholmissbrauch nimmt zu.» Die Polizei nehme daher Jugendschutz und Verkehrssicherheit besonders in den Fokus.

 

Weitere Nachrichten

Azubis kämpfen laut Umfrage mit Druck und Geldsorgen

Leistungsdruck, Geldsorgen und private Belastungen: Eine DGB-Umfrage zeigt, womit viele Auszubildende in Baden-Württemberg kämpfen.

Karlsruhe mit dabei! Diese drei Städte fahren bei E-Bussen voraus

In vielen Städten dominieren Dieselbusse, doch manche Kommunen gehen einen anderen Weg. Die Spitzenreiter bei einer Auswertung kommen allesamt aus Baden-Württemberg - und haben klare Ziele für 2030.

Ausbildungsfinanzierung: Mehr als 60.000 Bafög-Empfänger – Zahl auf Tiefstand

2025 erhielten so wenige Menschen Bafög wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig soll die monatliche Förderung für Studierende und Schüler ansteigen.

Cold Case: 41 Jahre ungelöst - 70-Jähriger wegen Mordes nun vor Gericht

1985 wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Jetzt muss ein 70-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Wurde er angefahren? Identifikation von totem Wolf am Schluchsee abgeschlossen

Nach dem Fund eines verletzten Wolfsrüden am Schluchsee steht fest: Es handelt sich um das dort ansässige Tier. Was mit ihm passiert ist - und was das für die Wolfspopulation im Südwesten bedeutet.

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.