News aus Baden-Württemberg
Mehr als 100.000 Kriegsflüchtlinge in Baden-Württemberg

News aus Baden-Württemberg Mehr als 100.000 Kriegsflüchtlinge in Baden-Württemberg

Quelle: Thomas Riedel
dpa

Drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine übersteigt die Zahl der Kriegsflüchtlinge in Baden-Württemberg eine neue Marke. Ein Höchststand der vorigen Flüchtlingskrise wird überschritten.

In Baden-Württemberg sind drei Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges bereits mehr als 100.000 Kriegsflüchtlinge registriert worden. Seit Kriegsbeginn haben die Behörden im Südwesten 104.222 Geflüchtete aus der Ukraine erfasst (Stand: 23. Mai), wie das für Migration zuständige Justizministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Damit seien innerhalb von drei Monaten mehr Menschen registriert worden als im gesamten Jahr 2015 – dem damaligen Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Damals seien 101 141 Asylsuchende nach Baden-Württemberg gekommen.

«Nach drei Monaten Krieg beobachten wir, wie schnell wir uns an die schrecklichen Bilder und Schlagzeilen gewöhnen», sagte Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) in Stuttgart. Das sei menschlich und nachvollziehbar. Krieg dürfe aber nicht zur Normalität werden. «Lassen Sie uns wachsam bleiben und auch in Zukunft das Mitgefühl und die Tatkraft finden, mit denen wir in den vergangenen drei Monaten dieser Krise Verantwortung übernommen und unseren Beitrag geleistet haben», sagte Gentges.

Der absolut überwiegende Teil der mehr als 100.000 ukrainischen Flüchtlinge ist bei den Kommunen untergebracht. Etwa 2700 befinden sich den Angaben zufolge derzeit in den Erstaufnahmen des Landes. Im Vergleich zum März seien die Zugangszahlen zuletzt gesunken, hieß es. Seien im März täglich bis zu 300 Geflüchtete aus der Ukraine allein in den Erstaufnahmen angekommen, seien es im Mai im Schnitt weniger als 200 pro Tag gewesen.

Für das Ministerium zeigt diese Zahl jedoch keine Entspannung. Es zeige vielmehr, dass sich die Zugänge in den Erstaufnahmestellen auf konstant hohem Niveau eingependelt haben. Russland hatte seine Invasion der Ukraine am 24. Februar begonnen.

 

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