Nachrichten
Mehr als 2.000 Demos zum Nahost-Konflikt in Baden-Württemberg

Nachrichten Mehr als 2.000 Demos zum Nahost-Konflikt in Baden-Württemberg

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Mehr als 164.000 Menschen auf den Straßen, Tausende Polizeistunden und ein Angriff mit einer Axt: Wie der Nahost-Konflikt sich auf Baden-Württemberg auswirkt.

Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat es in Baden-Württemberg mehr als 2.000 Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt gegeben. Insgesamt seien 2.009 Versammlungslagen mit rund 164.640 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bekannt, teilte das Innenministerium in Stuttgart auf Nachfrage mit.

Die überwiegende Mehrheit der Kundgebungen sei dabei friedlich und störungsfrei verlaufen, so das Ministerium. Zur Sicherung der Veranstaltungen waren bislang insgesamt mehr als 23.000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Von den bekannten Versammlungen waren demnach 680 proisraelisch und 896 propalästinensisch. Bislang seien 18 Versammlungen per Verfügung durch die jeweils zuständigen Versammlungsbehörden verboten worden.

 

Strobl: «Demokratie unter Druck»

Innenminister Thomas Strobl verwies auf die besondere Belastung für die Sicherheitsbehörden. «Unsere Demokratie steht unter Druck – von innen und von außen», sagte der CDU-Politiker. Ausländische Konflikte wirkten sich auch auf die politisch motivierte Kriminalität in Baden-Württemberg aus. Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sei ein wichtiger Grundpfeiler der Demokratie, so Strobl. Aber: «Dieses Recht verwirkt, wenn andere verletzt, bedroht oder eingeschüchtert werden.»

«Hass und Hetze auf unseren Straßen nehmen wir nicht tatenlos hin», sagte Strobl. «Wo Straftaten begangen werden oder Extremisten versuchen, unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit öffentliche Kundgebungen für ihre Zwecke zu missbrauchen, ziehen wir eine klare rote Linie.»

Nach Angaben einer Informationssammelstelle der Ermittler wurden mit Stand 24. November «Straftaten und Aktionen im niedrigen vierstelligen Bereich» mit Bezug zum Nahost-Konflikt in Baden-Württemberg gemeldet.

 

Elbit: Ermittlungen weitgehend abgeschlossen

Insbesondere die deutsche Tochter eines israelischen Rüstungsunternehmens, Elbit Systems Deutschland mit Hauptsitz in Ulm, war nach Angaben des Ministeriums wiederholt Ziel von Demonstrationen und Straftaten. So schlugen im September 2025 mehrere maskierte Personen mit einer Axt die Glasscheibe der Haupteingangstür ein, drangen in das Gebäude ein, beschädigten Büroräume und Toilettenanlagen und zerstörten Entwicklungssysteme mit Feuerlöschern.

Fünf Tatverdächtige seien am Tatort widerstandslos festgenommen worden. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Nach ersten Erkenntnissen besteht ein Bezug zur Gruppierung «Palestine Action», welche europaweit bereits mit Vandalismus aufgefallen sei, so das Ministerium. Die Ermittlungen seien weitestgehend abgeschlossen, eine Aktenvorlage an die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart sei zum Jahreswechsel geplant.

 

Weitere Nachrichten

Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen

Warum alte Karten und späte Tourenstartzeiten in den Alpen jetzt besonders gefährlich werden – Experten geben wichtige Tipps für sichere Bergtouren.

Diese Frau will in Karlsruhe Pionierarbeit am Quantencomputer leisten

Mathematikerin Ada Lovelace war im 19. Jahrhundert eine Pionierin im Programmieren. Beim Quantencomputing-Studium in Karlsruhe kann man in ihre Fußstapfen treten. Erste Einschreibung: von einer Frau.

Karlsruher Hochschule will Diamanten kaufen - und sammelt Spenden

Der Edelstein soll Herzstück eines Quantencomputers sein: Was die Hochschule Karlsruhe damit vorhat, warum es um Pioniergeist geht und was ein früherer Absolvent verspricht.

Niedriger Wasserstand an der Donau: Ungarn stoppt Atomkraftwerk – Stromversorgung unter Druck

Die Donau führt so wenig Wasser wie nie: Ungarn schaltet erstmals sein Atomkraftwerk komplett ab. Was das für Stromverbraucher jetzt bedeutet.

Viel Stau zur Ferienzeit: Autofahrer brauchen Geduld

Der Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg bringt viele Staus auf die Autobahnen. Der ADAC meldet bis zu 600 Kilometer Stau zur Mittagszeit.

Runter vom Gas: Was Autofahrer zur Speedweek im Südwesten wissen müssen

Unfallträchtige Strecken, Schulen, Baustellen – bei der Blitzerwoche wird an vielen Stellen kontrolliert. Bei der Aktion im April wurden in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Verstöße festgestellt.

Risiko zu hoch: Mehrere Feste sagen Feuerwerke wegen Waldbrandgefahr ab

Der Waldbrandgefahrenindex liegt im Südwesten zum Wochenendstart beinahe überall bei der zweithöchsten und höchsten Stufe. Das hat Folgen für mehrere Veranstaltungen.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.