Nachrichten
Meilenstein für den Artenschutz: Waldrapp-Weibchen kommt aus Spanien zurück

Nachrichten Meilenstein für den Artenschutz: Waldrapp-Weibchen kommt aus Spanien zurück

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Das sorgt für Begeisterung bei Waldrapp-Fans: Ein junges Weibchen kommt als erster Vogel einer neuen Zugvogelpopulation eigenständig von Andalusien ins Brutgebiet am Bodensee zurück.

Einmal nach Andalusien und zurück: Ein junges Waldrapp-Weibchen namens «Dr. Saurier» sorgt bei Fans dieser Vögel für Begeisterung. Wie das Waldrappteam Conservation & Research aus Österreich mitteilt, ist es der erste Vogel einer neuen Zugvogelpopulation, der eigenständig von Andalusien ins Brutgebiet am Bodensee zurückgeflogen ist. «Dieses Ereignis markiert einen Meilenstein für den klimaadaptiven Artenschutz», heißt es in einer Pressemitteilung.

 

Kommt der Waldrapp zurück?

Im Jahr 2023 waren demnach zwei Ultraleichtfluggeräte mit 35 jungen Waldrappen von Baden-Württemberg nach Andalusien gestartet. Die Zugvögel starten wegen der Wärme im Herbst immer später und haben dann mangels Thermik zunehmend Probleme, die Alpen zu überfliegen, so die Vogelexperten. Offen war bislang, ob die «Vögel mit Migrationserfahrung» von Spanien aus in ihre Brutgebiete in Süddeutschland zurückkehren.

 

Das Weibchen flog über 3.200 Kilometer

Das Weibchen «Dr. Saurier» hatte am 21. April dieses Jahres das Winterquartier in Andalusien verlassen. Am 25. Mai erreichte es nach einer Flugstrecke von 3.200 Kilometern das Brutgebiet in Überlingen am Bodensee. Dort schloss es sich brütenden Artgenossen an, die zuvor aus dem Winterquartier in der Toskana nach Überlingen zurückgekehrt waren.

 

«Historischer Moment»

Nach Angaben von Projektleiter Johannes Fritz flog das Weibchen nun genau die Route, die Waldrappe mutmaßlich seit Jahrtausenden beflogen haben, bevor die Art vor 400 Jahren in Europa ausgerottet wurde. Die Rückkehr sei deshalb ein «historischer Moment».

 

Waldrappe zählen zu seltensten Vögeln

Der Waldrapp (Geronticus eremita) ist Naturschutzverbänden zufolge einer der seltensten Vögel der Welt. Früher waren die gänsegroßen Zugvögel im Alpen- und Mittelmeerraum verbreitet, unter anderem lebten sie an Felsen in Überlingen. Zuletzt waren die Tiere in freier Wildbahn praktisch ausgestorben. Ein internationales Projekt mit mehreren Standorten im Alpenraum möchte sie wieder ansiedeln und auswildern.

 

Per GPS werden Vögel getrackt

Die Waldrappe aus dem Projekt tragen einen GPS-Tracker, sodass die Mitarbeiter ihre Wege verfolgen können. Ins Brutgebiet kommen Waldrappe zurück, wenn sie geschlechtsreif sind.

 

Weitere Nachrichten

Brisanter Fund in Karlsruhe: Polizei entdeckt Sprengstoff im eigenen Haus

In einem sichergestellten Behälter findet die Karlsruher Kriminalpolizei nach einigen Wochen explosives Material. Fachleute rücken an.

Kohle und Gas verlieren – Erneuerbare Energien holen auf im Südwesten

Kernenergie weg, Kohleanteil schrumpft: Erneuerbare liefern jetzt fast 59 Prozent des Stroms in Baden-Württemberg. Welche Rolle Erdgas und andere Energieträger noch spielen.

Zecken überall unterwegs - hier gibt schon die erste FSME-Infektion

Nach mildem Winter gibt’s in Baden-Württemberg die erste FSME-Infektion – und Zecken machen keine Winterpause mehr. Warum eine Impfung jetzt besonders wichtig sein kann.

Nach Unfallserie bei Pforzheim: Neue Maßnahmen gegen Unfälle am Lärmschutztunnel der A8

Stau- und Unfall-Hotspot A8: Immer wieder kracht es im Lärmschutztunnel auf der Autobahn bei Pforzheim. Nun reagiert die Autobahn GmbH.

Wie KI hilft, jugendgefährdende Inhalte im Netz zu entfernen

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Hass, Gewalt und Pornografie: Wie von Baden-Württemberg aus Jugendschutz-Verstöße aufgespürt werden. Und ob der Kampf dagegen erfolgreich ist.

Demonstrationen auch in BW: Streik gegen Wehrdienst - Dürfen Schüler dafür schwänzen?

Am Donnerstag wollen in vielen Städten Schüler wegen des neuen Wehrdienstes streiken. Aber dürfen Schüler das überhaupt? Und hilft ihnen im Zweifel eine Entschuldigung der Eltern?



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.