News aus Baden-Württemberg
Migrationspolitik: Justizministerin erwartet Klagen gegen Bezahlkarte

News aus Baden-Württemberg Migrationspolitik: Justizministerin erwartet Klagen gegen Bezahlkarte

Quelle: Christoph Schmidt
dpa

Die Ampel-Koalition wird nach Einschätzung von Baden-Württembergs Justizministerin Marion Gentges (CDU) erheblichen Unmut auf sich ziehen, falls sie sich weiter gegen eine bundesweite Regelung zur Einführung von Bezahlkarten für Asylbewerber stemmt.

Die Länder könnten sich bei dieser Reform keine rechtlichen Risiken leisten, warnte die auch für Migration zuständige Ministerin am Donnerstag in Berlin. «Wir müssen davon ausgehen, dass diese Bezahlkarte rechtlich überprüft wird von Kartenanbietern, die den lukrativen Auftrag gerne hätten, aber bei einer Ausschreibung nicht zum Zug kommen», sagte Gentges der Deutschen Presse-Agentur. Auch Flüchtlingsräte hätten schon Bedenken angemeldet und ihre Bereitschaft signalisiert, gegen die Einführung solcher Karten zu klagen. In dieser Frage gebe es keinen Dissenz zwischen ihr und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann (Grüne), betonte die CDU-Politikerin.

Auch der Landkreistag Baden-Württemberg warnte vor rechtlichen Unsicherheiten. «Ohne die von den Fachleuten aus Bund und Ländern einmütig vorgeschlagenen Änderungen am geltenden Recht besteht das handfeste Risiko, dass die Einführung der Bezahlkarte gerade auch auf Kreisebene aus Rechtsgründen scheitert», sagte Präsident Joachim Walter laut Mitteilung.

Um die Bezahlkarte, die Bargeldauszahlungen ersetzen soll, war Streit in der Ampel-Koalition entstanden, weil es dafür aus Sicht von SPD und FDP flankierend eine bundesgesetzliche Regelung braucht. Die Grünen halten dies nicht für nötig und weisen darauf hin, dass die Einführung in Hamburg bereits begonnen hat und in Bayern kurz bevorsteht.

Von den 16 Bundesländern hatten sich 14 Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber geeinigt, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Mit der Karte soll auch verhindert werden, dass Migranten Geld an Schlepper oder Familie und Freunde im Ausland überweisen. Im November war das Vorhaben Thema einer Bund-Länder-Runde mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gewesen. «Der Bundeskanzler hat den Regierungschefs der Länder zugesagt, die Rechtsänderungen auf den Weg zu bringen», betonte Gentges. Sie erwarte, «dass der Bundestag den Bundeskanzler nicht ins Leere laufen lässt mit seiner Zusage».

Die Bezahlkarte sei nur ein Schritt von vielen, die man gehen müsse, um die Asylzuwanderung zu begrenzen, «aber diesen Schritt müssen wir auch gehen», sagte die Justizministerin. Sie hoffe, dass das neue Zahlungsmittel nach dem Sommer eingeführt werden könne. «Wir wissen, dass erhebliche Teile bezogener Sozialleistungen an Familien in den Herkunftsstaaten transferiert werden», fügte Gentges hinzu. Das sei einer der Gründe, weshalb Familien Geld zusammenlegten, um Schlepper zu bezahlen, die dann ein Mitglied ihrer Familie auf den lebensgefährlichen Weg nach Deutschland schickten.

 

Weitere Nachrichten

Land zahlt Corona-Hilfen an Tausende Betriebe zurück

Nach monatelanger Unsicherheit können Betriebe aufatmen: Das Land zahlt ihnen Corona-Hilfen zurück. Doch nicht jeder bekommt Geld – wer profitiert?

605 Millionen Euro: Mehr Geld für Vereine - Land erhöht Sportförderung deutlich

Baden-Württemberg stellt von 2027 bis 2031 insgesamt 605 Millionen Euro für Sportvereine bereit. Was die Vereine und Verbände von den 16 Millionen Euro mehr pro Jahr konkret erwarten können.

Grünen-Politikerin aus Karlsruhe wirft Hagel "verbale Entgleisung" vor

«Rehbraune Augen»: Kurz vor der Wahl steht CDU-Spitzenkandidat Hagel wegen alten Aussagen über einen Schulbesuch in der Kritik. Geht es um Sexismus? Oder ist das schmutziger Wahlkampf?

Vorgeschmack auf den Sommer: Temperaturen auf Rekordjagd

Fast wie im Sommer: Der Februar könnte in Baden-Württemberg mit bis zu 23 Grad den alten Hitzerekord knacken. Was der Wetterdienst dazu sagt - und wo es besonders warm wird.

Rechtsanspruch ab Herbst: Nachmittags in den Hort? Im Land fehlen 22.400 Plätze

Ab dem kommenden Schuljahr haben Erstklässler einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Vier Jahre später dann alle Grundschüler. Eine Berechnung zeigt: Der Südwesten hat noch Nachholbedarf.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.