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Mit dem Fahrrad zur WM: Karlsruher erfüllt sich Fan-Traum

Nachrichten Mit dem Fahrrad zur WM: Karlsruher erfüllt sich Fan-Traum

Quelle: Jan Mies/dpa

Tausende Kilometer hat der Karlsruher Jakob Alberti auf seiner Weltreise auf dem Fahrrad hinter sich gebracht. Für die Fußball-WM macht er einen Zwischenstopp – und ist begeistert.

Eine so lange und auch beschwerliche Anreise zum ersten WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dürfte kaum ein anderer Fan auf sich genommen haben. Der Karlsruher Jakob Alberti reist seit knapp zwei Jahren auf dem Fahrrad um die Welt – und legte für die DFB-Auswahl einen für ihn bedeutenden Zwischenstopp in den USA ein.

«Ich wollte immer schon mal zu einer Fußball-WM», erzählte der 26-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur in Houston. Das Weltereignis in den USA, Kanada und Mexiko habe «grob gepasst» in seine Reiseroute. «Da habe ich vor zwei Jahren gesagt, ich versuche auf jeden Fall, zur Fußball-WM zu radeln.» Die ungewöhnliche Reise hat längst das Interesse internationaler Medien geweckt.

Inzwischen hat Alberti eigenen Angaben zufolge 26.000 Kilometer hinter sich. Mit dabei sind nur wenige Taschen, auf seinem Rad kleben Aufkleber mit den Flaggen der bereisten Länder. Ein Höhepunkt der Reise? Lässt sich schwer benennen, sagte der Deutsche. «Es gibt auch viele Momente, in denen wenig passiert», in Wüsten etwa. «Aber es sind in diesen zwei Jahren so viele Dinge passiert, ich kann kein Highlight herauspicken», sagte er.

 

Emotionales WM-Spiel in Houston

Das 7:1 der DFB-Auswahl gegen Außenseiter Curaçao am vergangenen Sonntag in Houston sei dennoch sehr besonders gewesen. «Am Stadion einzuradeln, war mega emotional», sagte der 26-Jährige. «Ich habe mich einfach nur gefreut und die ganze Zeit gelacht.» Den Zwischenstopp erreicht zu haben, sei ein «extremes Gefühl» gewesen. «Richtig verarbeiten konnte ich es noch nicht», sagte Alberti.

Nach der WM soll die Reise weitergehen, die den Weltenbummler wieder zurück nach Karlsruhe führt. Während des Turniers bleibt das Rad aber erst einmal in Houston bei einer Gastfamilie. «Und dann werde ich dem deutschen Team so gut es geht hinterherreisen, mit dem Bus, Zug, Anhalter, vielleicht mal Flug», sagte er. «Vielleicht nehmen mich deutsche Fans mit.» Tickets für die weiteren Vorrundenspiele hat er bislang nicht. Sein Wunsch: «Hoffentlich werden wir Weltmeister.»

Fernweh hatte der Deutsche in den vergangenen Jahren praktisch immer. Alberti hat mehrere Austauschprogramme und ein Studium in den Niederlanden hinter sich. Die Idee zur Reise auf dem Rad um die Welt kam bei einem Film über ein ähnliches Abenteuer durch Afrika. «Ich fand das so interessant und habe gedacht: Ja, Fahrrad ist hervorragend», sagte er. «Man ist nicht zu langsam unterwegs, kommt in die Orte, wo sonst keiner ist.»

Heimweh sei auf den weiten Wegen kein größeres Problem. «Meine Freunde sind eh überall verteilt, das heißt, es ist für mich relativ normal, anzurufen oder zu schreiben», sagte er. «Man kann ja jederzeit zu Hause anrufen, wenn man das Bedürfnis hat.»

 

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