News aus Baden-Württemberg
Mögliches Dürer-Werk auf Crailsheimer Altar: Untersuchung läuft noch

News aus Baden-Württemberg Mögliches Dürer-Werk auf Crailsheimer Altar: Untersuchung läuft noch

Quelle: Bernd Weißbrod
dpa

Befindet sich ein unentdecktes Gemälde von Albrecht Dürer auf dem Altar in der Crailsheimer Johanneskirche?

Diese Frage hat im vergangenen Jahr Fachleute beschäftigt und jede Menge Menschen in die Stadt in Baden-Württemberg gezogen. «Neben Journalisten kamen Pilger, Kunstliebhaber, Kunsthistoriker, Neugierige – aus Deutschland und darüber hinaus», sagte Helga Steiger von der Stadtverwaltung. Mehrere Experten haben den spätgotischen Flügelaltar inzwischen genauer untersucht. Die Ergebnisse stehen aber noch aus.

Der um 1490 entstandene Hochaltar stammt nach Überzeugung der Fachleute aus der Werkstatt des Dürer-Lehrers Michael Wolgemut. Auf mehreren Tafelbildern ist das Leben von Johannes des Täufers und die Passion Christi dargestellt. Eine der farbprächtigen Szenen auf der Außenseite des Altars zeigt einen Henker mit dem Haupt von Johannes. Teile davon könnte der Nürnberger Meister gemalt haben, sind der Dürer-Kenner Benno Baumbauer vom Germanischen Nationalmuseum und seine Kollegen überzeugt.

Um mehr über das Gemälde zu erfahren, haben sie dieses noch einmal genauer untersucht und Infrarot-Aufnahmen gemacht. Darauf seien die Unterzeichnungen erkennbar, sagte Baumbauer. Eine Auswertung und ein Vergleich mit anderen Werken von Dürer und Wolgemut stehe aber noch aus. Einen eindeutigen Beweis, dass Dürer an dem Altar beteiligt war, könne es aber im Grunde nicht geben, sagte er. Schriftstücke, die das zweifelsfrei belegen, wurden bisher nicht entdeckt.

Bislang blieb das Gemälde im Kirchen-Alltag eher unbemerkt. Der mehrere Meter hohe Flügelaltar steht die meiste Zeit aufgeklappt im Chor der evangelischen Johanneskirche, so dass hauptsächlich seine Festtagsseite zu sehen ist. Das mögliche Dürer-Gemälde befindet sich aber auf der Alltagsseite, ist also nur im zugeklappten Zustand zu sehen.

Nach dem großen Besucheransturm ließ die Kirche den Altar im Sommer deshalb schließen, damit das Bild betrachtet werden kann. Kurz vor Heiligabend wurde er aber wieder geöffnet. Im kommenden Jahr soll der Kirchengemeinderat über die genauen Regeln entscheiden, wie oft und wann der Altar zugeklappt werden soll, erläutert Pfarrer Uwe Langsam. Bisher war dies nur alle sieben Jahre für die Dauer der Passionszeit der Fall.

 

Weitere Nachrichten

Konjunkturflaute: Firmenpleiten in Baden-Württemberg nehmen zu

Mehr Firmen in Baden-Württemberg müssen Insolvenz anmelden. Warum vor allem der Mittelstand unter Druck gerät und welche Faktoren die Entwicklung beeinflussen.

Laut Uber-Atlas 2025: Karlsruhe hat die freundlichsten Uber-Fahrgäste

Von Bratkartoffeln bis Beerpong-Tisch: Was Uber-Passagiere in Deutschland alles im Auto vergessen – und warum der Süden bei Freundlichkeit punktet.

Neuer Fahrplan bei der Bahn bringt Änderungen im Südwesten

Schnellere Verbindungen nach Berlin, dichtere Takte nach Mannheim – aber auch gestrichene Halte und Ausfälle: Was der neue Bahnfahrplan für Baden-Württemberg bringt.

So steht es um den Glasfaser-Ausbau in Südwest-Städten

Fellbach an der Spitze, Albstadt surft fast ohne Glasfaser. Wie groß die Unterschiede beim Ausbau in Baden-Württemberg sind – und warum viele noch auf ein schnelles Netz warten.

Sternschnuppen-Schau rückt näher: Wie man die Geminiden am Himmel findet

Die Geminiden sorgen im Advent für zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel. Wann sich die besten Beobachtungsmöglichkeiten bieten und in welche Richtung man schauen muss.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.