News aus Baden-Württemberg
Nach Chemieunfall in Mannheim geht die Ursachensuche weiter

News aus Baden-Württemberg Nach Chemieunfall in Mannheim geht die Ursachensuche weiter

Quelle: Dieter Leder/dpa/Archivbild
dpa

Was hat zu dem Chemieunfall im Mannheimer Hafen geführt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall gegen Unbekannt.

Rund eine Woche nach dem Chemieunfall am Mannheimer Hafen ist noch nicht abzusehen, ob und wann die Ursache für den Austritt giftiger Gase aus einem Überseecontainer gefunden wird. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Ermittlungen andauerten und eine Prognose über Art und Zeitpunkt ihres Abschlusses nicht möglich sei. Die Mannheimer Behörde ermittelt, da der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung besteht. Im Moment richten sich die Ermittlungen gegen Unbekannt. 17 Menschen waren durch den Austritt giftiger Dämpfe aus dem Behälter am Dienstag vergangener Woche leicht verletzt worden.

Die Behörde hat einen Sachverständigen aus dem Fachgebiet Gefahrgut und Logistik mit Untersuchungen zur Klärung des Störfalls beauftragt. Der Chemiekonzern BASF, der die von ihm stammenden Fässer aus dem Container auf dem Werksgelände lagert, steht nach eigenen Angaben den Ermittlern mit Rat und Tat zur Seite.

Die knapp 200 Fässer mit Hydrosulfit sollten in die Türkei verkauft werden. Aus den Ergebnissen der Experten will die BASF Schlüsse zum künftigen Umgang mit dem Bleichmittel für die Textilindustrie ziehen. Im Jahr verkauft das Unternehmen mehrere Tausend Tonnen davon. Die beschädigte Ladung in dem Container umfasste 22 Tonnen.

Hydrosulfit neigt bei unsachgemäßer Handhabe zur Selbstentzündung. Die Folge: Bei der Verbrennung entstehen Schwefeldioxid und Schwefel. Das Einatmen von Schwefeldioxid kann zur Reizung von Augen und Atemwegen führen. Es wird vermutet, dass eine solche Reaktion in dem Container abgelaufen sein könnte.

Der tagelang mit Rheinwasser besprengte, durch eine chemische Reaktion erhitzte Container war nach einer Woche so abgekühlt, dass eine Bergung ohne größere chemische Reaktionen möglich war. Die letzten Fässer waren am Donnerstagabend bei der BASF angeliefert worden.

 

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