Vereine, Webseiten und Initiativen
Nachbarschaftshilfe in Karlsruhe – Jeder kann mit Unterstützung helfen!

Vereine, Webseiten und Initiativen Nachbarschaftshilfe in Karlsruhe – Jeder kann mit Unterstützung helfen!

Quelle: Peter Eich

Oft sind es kleine Gesten, die Großes bewegen! Ein Einkauf, eine Hilfe beim Tragen oder das Ausführen des Hundes: Die Möglichkeiten von Nachbarschaftshilfe sind vielfältig – und in Zeiten von Corona auch dringend nötig! meinKA stellt eine Auswahl vor.

Nächstenliebe durch kleine Gesten zeigen

Der kleine Einkauf – das bekommt die ältere Dame oder der ältere Herr aus der Nachbarschaft schon alleine hin. Sicher? Vielleicht kann hier eine kleine Geste schon Welten bewegen – in dem Fall schlicht das Angebot, den Einkauf zu übernehmen beispielsweise.

So ist die Corona-Krise eine große Herausforderung für die gesamte Bevölkerung und stellt vor allem für Menschen in einer älteren Zielgruppe eine große Gefahr da. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Sterblichkeitsrate beim Coronavirus bis 50 bei rund 0,5 Prozent liegt. Ab 50 geht dieser Wert aber steil nach oben: Bis 60 liegt die Sterblichkeitsrate schon bei 1,3 Prozent, von 60 bis 70 bei 3,6 Prozent, im nächsten 10-Jahreszeitraum bei 8,0 Prozent und bei Menschen über 80 liegt die Rate sogar bei fast 15 Prozent!

Doch nicht nur das Alter ist entscheidend: Auch Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemwegserkrankungen oder Bluthochdruck haben eine Auswirkung darauf, wie stark das Virus den Körper belastet. Das zeigt, dass die Risikogruppe also so gut es irgendwie geht vor der Ansteckungsgefahr geschützt werden sollte!

In der aktuellen Krisen-Zeit zeigen sich viele Menschen von ihrer hilfsbereiten Seite: Nachbarschaftshilfen sprießen nur so aus dem Boden! Denn nicht immer ist es möglich, dass die eigene Familie und Bekannte mit helfender Hand zur Seite stehen. meinKA stellt im Folgenden eine Auswahl vor – mit der dringenden Bitte an beide Seiten, diese Plattformen unbedingt zu nutzen.

 

Nachbarschaftshilfe Sonnenblume e.V.

Bereits seit Oktober 2015 gibt es den gemeinnützigen Verein Nachbarschaftshilfe Sonnenblume. Die Helfer hier tätigen bei Bedarf nicht nur Einkäufe, sondern erledigen auch kleinere Gartenarbeiten oder wechseln mal eine kaputte Birne in der Deckenlampe aus. Wer sich schlicht etwas einsam fühlt, der kann sich hier über Gesellschaft bei einem Gespräch oder Brettspiel freuen.

Wer an der Hilfe interessiert ist, kann auch ganz einfach Mitglied in dem gemeinnützigen Verein werden, die Beiträge können als Spenden steuerlich geltend gemacht werden. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Nachbarschaftshilfe Sonnenblume oder telefonisch bei der Ansprechpartnerin Miriam Adel unter 0721/60995064.

 

nebenan.de – Soziales Netzwerk mit Hilfsangebot

Vor allem in größeren Wohnkomplexen kennt nicht jeder Nachbar jeden, oft leben die Menschen hier anonym nebeneinander. Die Plattform nebenan.de will das ändern! Sie ist 2015 erschienen und hat sich selbst zum Ziel gesetzt, dass sich Nachbarn digital miteinander vernetzen können, um dann auch ganz klassisch offline zueinander finden zu können. Hierfür werden die Mitglieder in eine digitale Nachbarschaft eingeordnet, die meist ein Dorf oder einen Ortsteil umfasst.

Diese Plattform kann nun aber nicht nur zur gesellschaftlichen Vernetzung genutzt werden: Es ist auch hier möglich, schnell und unkompliziert Hilfen zu vermitteln. Hier müssen sich die Hilfesuchenden und die Anbieter von Hilfeleistungen zunächst registrieren und werden dann einer Online-Nachbarschaft zugeordnet. Auf einem digitalen schwarzen Brett können dann Angebote und Suchen hinterlegt werden, welche dann auf den Seiten der Nachbarn erscheinen.

 

Caritas – Organisierte Nachbarschaftshilfe

Ebenfalls ein Angebot, das bereits vor der Corona-Krise bestand, ist die Nachbarschaftshilfe der Caritas Karlsruhe. Egal ob Hilfen im Haushalt, wie einkaufen, Wäschepflege oder die Begleitung zum Arzt, oder die Förderung der Lebensqualität wie Treffen, gemeinsame Spiele oder Hilfe beim Schriftverkehr – die Palette an möglichen Unterstützungen ist groß.

Die Caritas, die aus Frauen und Männern aus katholischen Pfarrgemeinden in Karlsruhe besteht, ist offen für Menschen aller Konfessionen und Religionen. Die Hilfen werden mit acht Euro pro Stunde in Rechnung gestellt. Dieser Service gilt auch abseits der Corona-Krise noch weiter, kann also langfristig mögliche Probleme in der Nachbarschaft lösen.

 

KSC-Nachbarschaftshilfe – Spielfreie Zeit nutzen

Die Corona-Krise macht auch vor dem Profisport nicht Halt: So muss der Karlsruher SC, so wie alle anderen Sportvereine auch, derzeit eine Zwangspause einlegen. Doch die Fans des Bundesligisten wollen die Zeit nun sinnvoll nutzen: Die aktive Fanszene hat daher die KSC-Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen!

Morgens zwischen 09:30 Uhr und 12:00 Uhr können Personen, die einer Risikogruppe angehören (Personen ab 60 Jahren, Personen mit verschiedenen Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen) telefonisch unter 0721/96434769 ihre Bestellung aufgeben. Nachmittags gehen die Mitglieder vom Fanprojekt Karlsruhe, ULTRA 1894, der Supporters e.V. und KSC TUT GUT. dann einkaufen und bringen den Einkauf zu den Bestellern.

Anfangs wurde hier nur das Stadtgebiet Karlsruhe beliefert, mittlerweile können dank der Beteiligung weiterer Fanclubs auch Menschen in

  • Stutensee, Eggenstein-Leopoldshafen und Weingarten
  • Bruchsal
  • Pforzheim
  • Pfinztal
  • Hagenbach, Wörth am Rhein, Maximiliansau, Berg (Pfalz) und Neuburg am Rhein

beliefert werden.

 

KA hilft – Studenten-Initiative versammelt hunderte Helfer

Fünf Studenten und zwei Berufseinsteiger haben in der Corona-Zeit die Initiative ergriffen und eine Plattform für ehrenamtliche Hilfe in Karlsruhe aus dem Boden gestampft: Bei KA hilft gibt es nun die Möglichkeit, Helfer und Hilfesuchende miteinander zu vernetzen.

Und das geht ganz einfach: Täglich zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr können telefonisch unter 0721/98614755 Hilfen bei Erledigungen im Alltag angefragt werden. Diese Anfragen werden dann an einen der mittlerweile weit über 700 Helfer vermittelt – fertig! So einfach kann Hilfe in Krisen-Zeiten sein.

 

Nachbarschaftshilfe über die sozialen Netzwerke

Auch die kurzen Wege im Internet können für die Nachbarschaftshilfe genutzt werden! So sind gerade in Zeiten der Corona-Krise die Zahl der Gruppen, in welchen Nachbarschaftshilfen organisiert werden sollen, in die Höhe geschossen. Nur ein Beispiel aus der Fächerstadt: Die Facebook-Gruppe „Nachbarschaftshilfe Karlsruhe“ ist Mitte März gegründet worden und schon jetzt sind weit über 4.300 Mitglieder darin vernetzt.

 

Nachbarschaftshilfe in den Karlsruher Stadtteilen

Hilfe auf lokaler Ebene, kein Problem! In vielen der Karlsruher Stadtteilen hat sich in den vergangenen Wochen ebenfalls von offizieller Seite ein Hilfsangebot entwickelt. Eine Auswahl:

Beiertheim & BulachDie Bürgervereine Beiertheim und Bulach unterstützen ebenfalls: An der Sonnen-Apotheke hängt eine Liste, in die sich Hilfsbedürftige eintragen können. Wahlweise geht auch eine Mail an info@beiertheim.de oder info@bv-bulach.de
GrötzingenNachbarschaftshilfe Grötzingen für Corona-Risikogruppen: Bitte Anliegen per E-Mail an groetzingen@karlsruhe.de schreiben oder telefonisch unter 0721 133 7616 von Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr an die OV Grötzingen weitergeben. Dabei sind folgende Daten wichtig: Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail und was angeboten werden soll bzw. welche Unterstützung notwendig ist.
GrünwinkelAuf seiner Internetseite hat der Bürgerverein Grünwinkel die Möglichkeit eingerichtet, ein Hilfsangebot zu veröffentlichen.
DurlachDas Stadtamt Durlach hat eine Vermitt­lungs­stelle für Nachbar­schafts­hilfe einge­rich­tet, die von Montag bis Freitag in der Zeit von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr unter Telefon 0721/133-1917 bzw. E-Mail jus@dur­lach.karlsruhe.de erreichbar ist.
StupferichAuch die Ortsver­wal­tung Stupferich steht unter der Telefon­num­mer 0721/9476111 täglich von 09:00 bis 11:00 Uhr zur Verfügung und vermit­tel­t ­die Dienst­leis­tun­gen der örtlichen Vereine.
Der Fußballverein KJG ist unter der Te­le­fon­num­mer 0177 / 3914939 von Montag bis Samstag von 11:00 bis 13:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr erreichbar.
HohenwettersbachDer DRK-Ortsverein Hohenwettersbach hat einen Lieferdienst für Einkäufe, Medikamente, Rezepte und mehr eingerichtet. Er ist täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr unter 0152/01736058 zu erreichen.
KnielingenDer Bürgerverein Knielingen (0721/562573) und die Handballer vom TV Knielingen (015734923571) bieten ebenfalls ihre Hilfe bei Einkäufen an.
OststadtDer Bürgerverein Oststadt bietet auf seiner Internetseite die Möglichkeit, Hilfsangebote zu veröffentlichen.
WaldstadtDer Bürgerverein Waldstadt bringt jeden Mittwoch gepackte Lebensmitteltüten zur Bank vor dem Kinder- und Jugendhaus für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Um eine telefonische Anmeldung wird gebeten: 0721 96879634

 

Karlsruher Medien nutzen Reichweiten

Tausende Menschen nutzen die Karlsruher Medien, um sich über die Geschehnisse in der Stadt zu informieren. Einige von ihnen nutzen ihre Reichweite nun zudem für die Nachbarschaftshilfe: So bietet unter anderem „die neue welle“ eine Plattform für die Nachbarschaftshilfe an. Dort können Gesuche und Angebote hinterlegt werden. Ein ähnliches Angebot macht auch „ka-news“, die unter dem Motto „KANEWSverbindet“ ebenfalls eine Plattform für Nachbarschaftshilfen ins Leben gerufen haben. Hier können auch Unternehmen kostenlos ihre Angebote einstellen.

 

Bitte beachten: Hygieneregeln bei Nachbarschaftshilfen

Egal über welchen Kanal die Nachbarschaftshilfe angeboten oder angefordert wird: Wichtig ist vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie, einige Hygiene-Regeln zu befolgen – denn nur wenn die Risikogruppe auch vor dem Virus geschützt wird, wird ihr auch geholfen! Daher gilt es folgende Tipps für Helfende und Hilfesuchende zu beachten:

  • Der Helfer sollte sich bester Gesundheit erfreuen. Wer grippeähnliche Symptome aufweist, sollte auf jeden Fall warten, bis er wieder vollständig genesen ist!
  • Auch wenn die Gesellschaft nett gemeint ist: Die Helfer sollten nach Möglichkeit alleine sein. Je mehr Menschen mit dem Hilfesuchenden Kontakt haben, desto größer ist die Gefahr einer Übertragung!
  • Abstand ist wichtig – auch bei der Nachbarschaftshilfe! Helfer und Hilfesuchenden sollte einen Abstand von rund zwei Metern zueinander haben.
  • Hygiene ist ebenfalls wichtig: Daher bei jeder Möglichkeit die Hände waschen und – falls kein Taschentuch griffbereit ist – in die Armbeuge niesen.
  • Die Helfer sollten die Wohnung von Menschen in der Risikogruppe wenn möglich nicht betreten! Wenn es nötig ist, dann sollte der Helfer Handschuhe und Mundschutz tragen und möglichst wenig Dinge anfassen.
  • So könnte der Ablauf beim Einkauf aussehen: Die Helfer holt vor dem Einkauf eine Tasche oder einen Korb beim Hilfesuchenden ab, damit später die Helfer nach der Übergabe direkt gehen können. Wenn möglich den Einkauf dann vor der Tür abstellen, klingeln und zurück treten. Die Geldübergabe kann per Überweisung geschehen oder bar – in diesem Fall dann aber möglichst abgezählt in einer kleinen Schüssel oder in einem Briefumschlag.

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