News aus Baden-Württemberg
Neue Standorte: Baden-Württemberg stellt Luftrettung per Heli neu auf

News aus Baden-Württemberg Neue Standorte: Baden-Württemberg stellt Luftrettung per Heli neu auf

Quelle: Marijan Murat/dpa/Archivbild
dpa

Mehr Hubschrauber, Verlegungen und neue Standorte: Um die bestmögliche Versorgung im Notfall auch künftig zu gewährleisten, stellt das Land die Luftrettung per Heli neu auf.

Bei der Versorgung im Notfall kommt es auf jede Minute an. Vor allem Rettungshubschrauber stellen sicher, dass Verletzte möglichst schnell in eine Klinik kommen. Um das angesichts einer sich ändernden Kliniklandschaft und neuer Anforderungen an die Notversorgung weiter zu gewährleisten, hat das Innenministerium die Stationierung der Hubschrauber im Land neu organisiert.

Zusätzlich zu den bislang acht Hubschrauber-Standorten sollen zwei neue in Lahr (Ortenaukreis) und im Bereich Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis) entstehen, wie das Innenministerium in Stuttgart am Donnerstag mitteilte.

Zwei der bisherigen Hubschrauberstandorte werden dagegen verlegt. Der Rettungshubschrauber in Leonberg (Kreis Böblingen) soll künftig von der BG Klinik in Tübingen starten. Der Luftrettungsstandort Friedrichshafen wird nach Deggenhausertal-Wittenhofen (beide Bodenseekreis) verlegt. Der übergangsweise am Baden-Airpark stationierte Hubschrauber kehrt zudem an seinen Standort am St.-Vincentius-Krankenhaus in Karlsruhe zurück.

Von den neuen Standorten profitierten insbesondere die Notfallpatientinnen und -patienten in zahlreichen Orten, die tagsüber nicht innerhalb von 20 Minuten durch einen Rettungshubschrauber erreicht werden könnten, sagte Wilfried Klenk, Staatssekretär im Innenministerium, zu der Entscheidung. «Die Menschen dort sind aktuell unterversorgt, das wollen wir ändern.»

So sorgt der neue Standort im Bereich Ravenstein den Angaben zufolge für eine bessere Versorgung der Menschen im Stadt- und Landkreis Heilbronn und in den Landkreisen Neckar-Odenwald, Hohenlohe und Schwäbisch-Hall. Vom Standort in Lahr profitierten die Menschen im Ortenaukreis und im nördlichen Schwarzwald.

Landrat Lothar Wölfle begrüßte die Verlegung innerhalb des Bodenseekreises: «Wir sind froh, dass das Land bei seiner Standortentscheidung die Besonderheiten des seenahen Bereiches gewürdigt hat.» Industriedichte, Verkehrsaufkommen, Tourismus und besondere Einsatzlagen direkt am See, erforderten es, dass der Hubschrauber in greifbarer Nähe stationiert bleibe, teilte der CDU-Politiker mit.

Um auf veränderte Anforderungen an die Notfallversorgung und eine sich ausdünnende Kliniklandschaft zu reagieren, hatte das Ministerium ein Gutachten in Auftrag gegeben. Darin kamen Wissenschaftler des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München zum Schluss, dass die Zahl der Rettungshubschrauber im Land von acht auf zehn erhöht werden sollte. Auch die Verlegung von Standorten war Teil der Empfehlungen. Ebenso wie eine Ausdehnung der 24-Stunden-Bereitschaft auf zwei Standorte.

Um die Einsatzbereitschaft der Luftrettung weiter zu erhöhen, soll deshalb der in Stuttgart stationierte Hubschrauber künftig 24 Stunden in Bereitschaft sein. Bislang war dies nur am Standort Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) der Fall.

Durch diese Änderungen bei der Luftrettung im Südwesten soll es möglich sein, tagsüber innerhalb von 20 Minuten und nachts in nicht mehr als 30 Minuten Verletzte per Hubschrauber zu erreichen. Zudem soll dadurch gewährleistet sein, dass zwischen dem Notruf und der Einlieferung in eine Klinik bei Diagnosen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht mehr als eine Stunde vergeht.

Die Standorte Freiburg, Mannheim und Ulm bleiben unverändert bestehen. In Ulm werden lediglich die Einsatzzeiten am frühen Morgen und in den Abendstunden erweitert. Eine angedachte Verlegung des Standorts in Freiburg war den Angaben nach nicht möglich, da kein für den Flugverkehr taugliches Grundstück gefunden worden sei. Es entstehe dadurch aber keine Lücke in der Versorgung, teilte das Ministerium mit. Der südbadische Raum wird demnach weiterhin rund um die Uhr durch die schweizerische Luftrettung mitversorgt.

 

Weitere Nachrichten

235 Millionen Euro Förderung für Städtebau in Baden-Württemberg bewilligt

Der Städtebau in Baden-Württemberg wird in diesem Jahr nach Angaben der Landesregierung mit rund 235 Millionen Euro gefördert.

Erste Tarifrunde für Chemieindustrie in Karlsruhe endet ohne Ergebnis

Für mehr als 70.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmabranche im Südwesten soll es nach Gewerkschaftsvorstellungen mehr Geld geben. In der Krise undenkbar, meinen die Arbeitgeber.

Laut Dehoga: Lage für Betriebskantinen weiterhin herausfordernd

Die Corona-Krise schlägt auch bei den Betriebskantinen zu Buche - mit einem dicken Minus. Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem die Branche hadert.

Europa-Park startet neue Achterbahn "Voltron Nevera"

In einem südlichen Adria-Ambiente dreht die neue Achterbahn des Europa-Parks ihre Runden. Im Mai gibt es dann einen weiteren Neubeginn in der Freizeitanlage.

Volocopter in Bruchsal: CSU wirft Aiwanger Blockade von Umzug nach Bayern vor

Die CSU hat dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vorgeworfen, eine Bürgschaft für den Elektro-Helikopter-Hersteller Volocopter und damit den Umzug des Start-ups nach Bayern zu blockieren.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.