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Neue Verordnung: Land erleichtert Abschuss von Problem-Bibern

Nachrichten Neue Verordnung: Land erleichtert Abschuss von Problem-Bibern

Quelle: Patrick Pleul

Mit ihrer Stupsnase und den langen Nagezähnen sehen sie drollig aus. Aber Biber vermehren sich stark im Land – und bereiten immer wieder Probleme. Den ganz hartnäckigen Fällen geht es nun an den Pelz.

Land erleichtert Abschuss von Problem-Bibern

Problem-Biber können im Südwesten in Zukunft einfacher und unbürokratischer getötet werden. Zu diesem Zweck hat sich die grün-schwarze Landesregierung auf eine Verordnung geeinigt, die das bisherige Bibermanagement erweitert. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) teilte mit: «Wo durch den Biber die Gesundheit von Menschen gefährdet ist oder wo ernste wirtschaftliche Schäden drohen, müssen wir handeln.»

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Biber enorm zugelegt. Den Angaben zufolge wurden die Tiere im 19. Jahrhundert in Baden-Württemberg ausgerottet. Unter anderem im Zuge von Wiederansiedlungs-Projekten breiten sich die Biber seit einiger Zeit wieder aus. Aktuell werde die Population im Land auf rund 12.400 Tiere geschätzt, hieß es.

Damit nehmen auch Konflikte zu: Während Naturschützer betonen, der Biber verbessere Wasserqualität und Artenschutz, verweisen vor allem Landwirte auf Schäden auf ihren Feldern. Außerdem können durch Biberdämme zum Beispiel Straßen überschwemmt, Eisenbahndämme unterspült und Trinkwasserbrunnen verunreinigt werden. Zu Problemen könne es auch bei Kläranlagen, Kanälen von Wasserkraftanlagen und Hochwasserschutzbecken kommen.

 

Abschuss als letztes Mittel

Bislang prüfen ehrenamtliche Biber-Berater ein Problem vor Ort und stimmen sich mit den Naturschutzbehörden. Das ist meist ein zeitintensives Spiel. Die neue Verordnung sieht vor, dass beauftragte Fachleute Biber nun vergrämen können, wenn es keine zumutbaren Alternativen gibt – schnell und ohne bürokratisches Antragsverfahren. Als letztes Mittel können die Biber auch getötet werden. Aber nur, wenn die andere Maßnahmen nicht helfen und erhebliche Gefahren oder hohe wirtschaftliche Schäden drohen.

Die Verordnung solle in der Fläche nun schnell angewendet werden, hieß es. Wie vielen Bibern es dadurch an den Pelz gehen könnte, war zunächst nicht bekannt. Frühere Zahlen aus einem gemeinsamen Modellprojekt von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium weisen aber darauf hin, dass sich die Anzahl der extremen Konfliktfälle im überschaubaren Rahmen halten dürften.

 

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