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Umweltministerin verteidigt Vorgehen zu Treibhausgas-Leck

News Umweltministerin verteidigt Vorgehen zu Treibhausgas-Leck

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Nachdem Forscher im Südwesten ein mögliches Treibhausgas-Leck entdeckt haben, beschäftigt der Skandal auch den Landtag. Die Ministerin erklärt die späte Information der Öffentlichkeit.

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat ihre Informationspolitik im Fall von überhöhten Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) in Baden-Württemberg verteidigt. Hätte man den Verdacht gegen das Unternehmen öffentlich gemacht, ohne ihn rechtssicher nachweisen zu können, hätte sich das Land womöglich schadensersatzpflichtig gemacht, sagte Walker in einer Sondersitzung des Umweltausschusses.

Die Ministerin war nach eigenen Angaben im April 2024 über den Verdacht informiert worden, dass in einem Chemiewerk des Konzerns Solvay in Bad Wimpfen nahe Heilbronn womöglich deutlich mehr SF6 ausgestoßen wird als vom Unternehmen angegeben. Öffentlich bekannt wurde das mögliche Treibhausgas-Leck allerdings erst Anfang Dezember 2025.

Ministerin: Rückblickend hätten wir schneller sein müssen

Die Ministerin räumte aber auch Versäumnisse ein. «Rückblickend hätten wir schneller sein müssen», sagte Walker. Es gebe aber auch Gründe für das Vorgehen. So habe es etwa lange gedauert, ein Institut zu finden, das in der Lage sei, das Gas vor Ort messen könne.

Hintergrund ist eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Forscher hatten deutlich höhere SF6-Werte gemessen als vom Chemiekonzern Solvay für sein Werk in Bad Wimpfen bei Heilbronn offiziell angegeben. Solvay ist europaweit der einzige Hersteller des Gases, das unter anderem in der Elektroindustrie als Isoliermittel eingesetzt wird.

Während der Konzern für das Jahr 2023 insgesamt 56 Kilogramm SF6 gemeldet hat, kamen die Forscher im Schnitt der Jahre 2020 bis 2023 auf rund 30 Tonnen jährlich für die Region. Der Konzern ließ mehrere Anfragen zu den Vorwürfen unbeantwortet.

 

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