News
Sozialreform: Neue Wohngeld-Regeln ab 2027 – weniger Hilfe für Bedürftige

News Sozialreform: Neue Wohngeld-Regeln ab 2027 – weniger Hilfe für Bedürftige

Quelle: Robert Michael/dpa
dpa

Weniger Unterstützung, steigende Kosten: Warum Wohngeld-Haushalte in Baden-Württemberg ab 2027 besonders betroffen sein könnten – und was das für Kommunen bedeutet.

Bauministerin Theresa Schopper (Grüne) hat vor den negativen Auswirkungen der geplanten Änderungen beim Wohngeld gewarnt. Schopper sagte in Stuttgart, die Neuregelung sei höchst unsozial. «Die geplanten Kürzungen schlagen bei den Ärmsten der Gesellschaft voll durch.» Viele Menschen müssten für die Miete mehr als die Hälfte des Gehalts ausgeben. Der Wegfall von Unterstützung könnte auch dazu führen, dass sie am Ende ihre Arbeit verlören, wenn sie ihre Wohnung verlören, so die Grünen-Politikerin. Ende 2024 gab es in Baden-Württemberg fast 114.000 Haushalte, die Wohngeld bezogen.

Die geplanten Änderungen der Bundesregierung beim Wohngeld sollen am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Bestehende Wohngeldbescheide bleiben gültig. Das heißt, die Kürzungen greifen erst nach und nach, wenn neue Bescheide ergehen. In der Regel muss alle zwölf Monate ein neuer Antrag gestellt werden. Letztlich werden die Kürzungspläne nach jetzigem Stand alle Wohngeldhaushalte berühren, wie es hieß. Zum einen soll die sogenannte Dynamisierung ausgesetzt werden, das heißt, das Wohngeld wird vorerst nicht an Inflation und Mietpreisentwicklung angepasst. Zum anderen wird die sogenannte Heizkostenkomponente halbiert.

Der dritte Hebel: Die sogenannte Wohngeldformel wird verändert, so dass weniger Haushalte die Hilfen bekommen. Ganz wegfallen soll die Leistung für Haushalte an der oberen Einkommensgrenze derer, die heute für Wohngeld infrage kommen. Wer also heute Beträge von 50 bis 60 Euro im Monat bekommt, werde künftig darauf verzichten müssen.

Mehrarbeit bei Kommunen

Schopper sagte, das Problem werde an die Kommunen weitergegeben. Wenn Menschen kein Wohngeld mehr bekämen, hätten viele Anspruch auf Grundsicherung. In der Grundsicherung entstehen damit höhere Kosten. Das bedeutet Mehrausgaben im Sozialetat des Bundes sowie bei den Kommunen, die sich an den Kosten für die Unterkunft beteiligen. Bezieht man das ein, kann der Staat unterm Strich 2027 rund 1,16 Milliarden Euro einsparen, ab 2028 dann rund 1,5 Milliarden pro Jahr.

Auf die Kommunen kommt nach Einschätzung von Schopper einiges an Mehrarbeit zu. Denn: Die Leistungskürzungen werden voraussichtlich zahlreiche Rückfragen zu bestehenden Bewilligungen und künftigen Ansprüchen auslösen. «Der Bund macht sich beim Wohngeld selber einen schlanken Fuß.»

 

Weitere Nachrichten

Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig – Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung in Klinik

Nach einem Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig sind zwei Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Das teilte die Polizei Karlsruhe auf Anfrage am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, mit.

Erstes Wochenende mit Schnee im Hochschwarzwald

Nachdem die Skipisten am Feldberg nach dem ersten Schnee diese Woche erst wieder grün wurden, sind sie nun wieder mit einer dünnen Schneeschicht belegt: Das weckt Freude auf die Skisaison.

Vom Straßenrand in den Napf: Unfallwild wird Tierheimfutter

Bei einer bundesweit einmaligen Kooperation wollen Jäger dem Reutlinger Tierheim verendete Rehe für die Hunde bringen. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und welche Rolle Allergien spielen.

Rehe und Wildschweine: Wie man Wildunfälle vermeidet und was im Notfall zu tun ist

Rund 25.900 Wildunfälle gab es vergangenes Jahr in Baden-Württemberg, 262 Menschen wurden verletzt. Die Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr in die Dämmerung - worauf es jetzt ankommt.

Sturmschaden: Zugverkehr am Hauptbahnhof Karlsruhe kurzzeitig eingestellt

Ein Gegenstand fliegt in die Oberleitung, Reisende berichten von «massivem Funkenschlag»: Am Karlsruher Hauptbahnhof stand der Zugverkehr zeitweise völlig still.

Vor der Weihnachtsbaum-Saison: So werden die Preise

Ab November werden die ersten Christbäume der Saison gefällt. Was der trockene Sommer vor allem im Süden für die Bäume bedeutet hat, was die beliebtesten Arten sind – und was sie kosten werden.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.