News
Neuer „Schuldneratlas“: 640.000 Menschen in Baden-Württemberg überschuldet

News Neuer „Schuldneratlas“: 640.000 Menschen in Baden-Württemberg überschuldet

Quelle: Lino Mirgeler
dpa

Krisen, steigende Preise und schwindende Reserven: Warum plötzlich auch gutverdienende Baden-Württemberger in die Schuldenfalle rutschen.

Die Überschuldung in Baden-Württemberg hat zugenommen: Laut dem neuen «Schuldneratlas» der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind aktuell 640.000 Menschen ab 18 Jahren überschuldet – rund 20.000 mehr als im Vorjahr. Als überschuldet gilt, wer seinen finanziellen Verpflichtungen dauerhaft nicht nachkommen kann. Der Südwesten weist mit 6,88 Prozent die zweitniedrigste Überschuldungsquote in Deutschland auf; die geringste Quote Bayern mit 6,05 Prozent.

Dem neuen «Schuldneratlas» zufolge sind aktuell 5,67 Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren überschuldet – rund 111.000 oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. «Nach Jahren multipler Krisen – Pandemie, Energiepreise, Inflation – sind Ersparnisse und Reserven vieler Verbraucher aufgezehrt», sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. So viele neue Überschuldungsfälle habe es zuletzt 2016 gegeben.

Eine überdurchschnittlich starke Zunahme wird bei jungen Menschen unter 30 Jahren und bei Älteren über 60 beobachtet. Die Zahl überschuldeter Verbraucher stieg aber in fast allen sozialen Gruppen – auch bei Personen mit mittleren oder überdurchschnittlichen Einkommen. «Wir sehen mittlerweile viele, die eigentlich gut situiert sind, aber ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzt haben», so Hantzsch. In den vergangenen Jahren war die Überschuldung zurückgegangen.

Diese Bundesländer stehen schlecht da

Die höchsten Überschuldungsquoten in Deutschland haben Bremen (12,11 Prozent) und Sachsen-Anhalt (10,73 Prozent). Die bundesweite Überschuldungsquote, also der Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen, erhöhte sich von 8,09 auf 8,16 Prozent. Die Experten unterscheiden «harte» Fälle mit juristischer Relevanz wie Vollstreckungen, Inkassoverfahren und Haftbefehlen von «weichen» wie anhaltenden Zahlungsstörungen.

Für seinen «Schuldneratlas» wertet Creditreform anonymisierte Daten anhand amtlicher Register, von Online-Händlern und weiteren Quellen aus.

 

Weitere Nachrichten

Azubis kämpfen laut Umfrage mit Druck und Geldsorgen

Leistungsdruck, Geldsorgen und private Belastungen: Eine DGB-Umfrage zeigt, womit viele Auszubildende in Baden-Württemberg kämpfen.

Karlsruhe mit dabei! Diese drei Städte fahren bei E-Bussen voraus

In vielen Städten dominieren Dieselbusse, doch manche Kommunen gehen einen anderen Weg. Die Spitzenreiter bei einer Auswertung kommen allesamt aus Baden-Württemberg - und haben klare Ziele für 2030.

Ausbildungsfinanzierung: Mehr als 60.000 Bafög-Empfänger – Zahl auf Tiefstand

2025 erhielten so wenige Menschen Bafög wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig soll die monatliche Förderung für Studierende und Schüler ansteigen.

Cold Case: 41 Jahre ungelöst - 70-Jähriger wegen Mordes nun vor Gericht

1985 wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Jetzt muss ein 70-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Wurde er angefahren? Identifikation von totem Wolf am Schluchsee abgeschlossen

Nach dem Fund eines verletzten Wolfsrüden am Schluchsee steht fest: Es handelt sich um das dort ansässige Tier. Was mit ihm passiert ist - und was das für die Wolfspopulation im Südwesten bedeutet.

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.