News aus Baden-Württemberg
Personalbedarf in Pflege steigt: Auch wegen der „Babyboomer“

News aus Baden-Württemberg Personalbedarf in Pflege steigt: Auch wegen der „Babyboomer“

Quelle: dpa/Christoph Schmidt
dpa

Der Personalbedarf in der Pflege im Südwesten ist enorm gestiegen – und in den kommenden Jahrzehnten wird es noch mehr Beschäftigte in der Branche brauchen.

Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zum «Internationalen Tag der Pflege» am 12. Mai mitteilte, hat sich die Zahl der Beschäftigten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen im Land in den vergangenen 20 Jahren zwar fast verdoppelt. Weil es im Südwesten aber künftig mehr ältere Menschen geben wird, werden entsprechend mehr Pflegekräfte benötigt. Insbesondere wegen der «Babyboomer» werde der Personalbedarf in der Pflege weiter steigen, hieß es in der Mitteilung.

Zur Generation der Babyboomer zählt das Statistische Bundesamt Menschen, die vor allem Anfang der 1960er Jahre geboren wurden. Für die vergleichsweise große Generation steige in den Jahrzehnten nach 2030 das Pflegerisiko demnach mit zunehmenden Alter exponentiell an.

Umgekehrt wird sich durch die Babyboomer die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärfen: Denn auch viele Beschäftigte in den Pflegeeinrichtungen zählen zur Generation der Babyboomer und scheiden bis 2030 altersbedingt aus dem Berufsleben. 2019 waren fast 30 Prozent der Beschäftigten in den Pflegeeinrichtungen 55 Jahre oder älter.

Ende 2019 waren mehr als 142.000 Menschen in Baden-Württemberg in der Pflege beschäftigt, 1999 waren es noch knapp 75.000. Im Südwesten ist Pflege eine Frauendomäne: 2019 waren 84 Prozent der Beschäftigten in der Pflege weiblich. 53 Prozent arbeiteten in Teilzeit.

Insgesamt waren 2019 fast 472.000 Menschen im Land pflegebedürftig. Der Großteil von ihnen wird von Angehörigen versorgt, 20 Prozent leben in Pflegeheimen, weitere 20 Prozent werden von ambulanten Pflegediensten unterstützt.

 

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