News
Personalbedingte Zugausfälle im Regionalverkehr stark gestiegen

News Personalbedingte Zugausfälle im Regionalverkehr stark gestiegen

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

Zugausfälle, weil das Personal fehlt? In Baden-Württemberg passiert das laut Verkehrsministerium immer häufiger. Fachkräfte sind gefragt.

Für Zugreisende wird der Personalmangel bei den Verkehrsunternehmen im Südwesten immer mehr zu einem Problem. «Die personalbedingten Ausfälle im Regionalverkehr sind in den letzten Jahren stark angestiegen», teilte ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums auf Anfrage mit.

Demnach stieg die Ausfallquote von 0,6 Prozent im Jahr 2022 deutlich auf 1,7 Prozent im Jahr 2023. Die Ausfallquote gibt den Anteil der wegen Personalmangels ausgefallenen Zugkilometer an den insgesamt bestellten Kilometern an. Zum Vergleich: 2019 lag sie noch bei 0,3 Prozent. In diesem Jahr lag sie nach dem ersten Halbjahr bei einem Prozent.

Die Zahlen seien bereinigt, Streiks und Corona-Konzepte habe das Ministerium herausgerechnet, hieß es. Grundsätzlich sei die Erfassung nur in neueren Verkehrsverträgen gegeben, diese könne aber als guter Schätzwert für den Gesamtverkehr im Land angesehen werden, so ein Sprecher des Ministeriums. 2023 hätten diese Verträge etwa zwei Drittel des Gesamtverkehrs ausgemacht.

Weitreichende Folgen für den Zugverkehr

Der Alterung der Gesellschaft stelle auch die Verkehrsunternehmen vor immer größere Herausforderungen, teilte der Sprecher mit. Neben neuen Personalwerbemaßnahmen müsse die Digitalisierung der Schiene einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Personalmangel zu überwinden. Gerade in Stellwerken könne es weitreichende Folgen für den Zugverkehr haben, wenn Personal ausfällt. Durch Digitalisierung könne der Personalbedarf laut dem Sprecher dort gesenkt und die Verlässlichkeit gesteigert werden.

«Engagierte Fachkräfte sind entscheidend, um die Qualität im ÖPNV zu sichern», teilte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit. Der Minister verwies auf eine Initiative des Verkehrsministeriums, wonach sich 16 Institutionen zu einem Bündnis zusammengeschlossen hatten, um Fachkräfte zu gewinnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr seien systemrelevant. «Das wird dann schmerzhaft deutlich, wenn Funktionen nicht besetzt sind», so Hermann.

 

Weitere Nachrichten

Zehntausende offene Ermittlungen in Baden-Württemberg

Eine Fahrerflucht, ein Nacktfoto im Schülerchat, ein Ladendiebstahl oder eine Prügelei: In den Akten der Staatsanwaltschaften stapeln sich die Fälle, doch Zehntausende sind noch nicht entschieden.

Zahl der Verfahren gestiegen: Warum Arbeitsgerichte besonders viel zu tun haben

Mehr Streitfälle vor den Arbeitsgerichten: Die Zahl der Verfahren ist 2025 deutlich gestiegen. Kündigungen und Strukturwandel sorgen für zusätzliche Belastung.

Preise in der Gastro: Bier und Radler werden teurer

Im Südwesten müssen Bierliebhaber in manchen Städten für die Halbe in der Kneipe tiefer in die Tasche greifen. Besonders in einer Stadt gab es einer Datenanalyse zufolge einen starken Preissprung.

Demos gegen Krieg: Tausende fordern Frieden bei Ostermärschen im Südwesten

Für manche gehören Friedens-Demos zu Ostern wie für andere die Schokoeier. Seit Jahrzehnten wird in Deutschland rund ums Fest protestiert. Ein Höhepunkt im Südwesten war am Karsamstag.

Wetter bremst Saisonstart: So viel kostet Spargel zu Ostern

Das kalte Wetter in den vergangenen Tagen verlangsamt den Beginn der Spargelsaison. Wo es am Wochenende trotzdem schon sicher Spargel geben wird - und was er kostet.
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.