News
Zahl der Verfahren gestiegen: Warum Arbeitsgerichte besonders viel zu tun haben

News Zahl der Verfahren gestiegen: Warum Arbeitsgerichte besonders viel zu tun haben

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Mehr Streitfälle vor den Arbeitsgerichten: Die Zahl der Verfahren ist 2025 deutlich gestiegen. Kündigungen und Strukturwandel sorgen für zusätzliche Belastung.

Die Wirtschaftskrise hat den baden-württembergischen Arbeitsgerichten 2025 mehr Arbeit beschert. Insgesamt bearbeiteten die Richter an den neun Arbeitsgerichten im Land 42.488 Neuzugänge nach 38.021 im Vorjahreszeitraum, wie das Justizministerium in Stuttgart mitteilte.

Ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts sagte, die in jüngster Zeit steigenden Verfahrenszahlen stünden in unmittelbaren Zusammenhang mit der derzeitigen schlechten wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen.

«Insoweit gibt es wieder vermehrt betriebsbedingte Kündigungen, mittels derer die Unternehmen auf die Herausforderungen der für viele Branchen belastenden hohen Energiekosten und den Strukturwandel reagieren müssen.» Diese Fälle kämen nun zu den ohnehin eingehenden Klagen hinzu und führten zu einem nennenswerten Anstieg der Fallzahlen, sagte er.

DGB fordert Politik und Arbeitgeber zum Handeln auf

Im Arbeitsrecht wird unterschieden zwischen Urteils- und Beschlussverfahren. Die Neuzugänge der Urteilsverfahren legten von 37.236 auf 41.735 Fälle im Jahr 2025 zu. Hier gehe es um Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern um Lohn, Gehalt, Schadenersatz oder Kündigungsschutzklagen.

Die Neuzugänge bei den Beschlussverfahren hingegen gingen auf 753 Fälle zurück, nach 785 Fällen im Vorjahreszeitraum. Hierbei gehe es ganz überwiegend um Angelegenheiten aus dem Betriebsverfassungsgesetz zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber. Die Verfahrensdauer verkürzte sich 2025 minimal auf 2,7 Monate.

Die Zunahme der Arbeitsgerichtsverfahren in Baden-Württemberg sind nach Auffassung des DGB-Landeschefs Kai Burmeister die Folge von steigendem Druck, wachsender Unsicherheit, fehlender Tarifbindung und Betriebsschließungen. «Die Beschäftigten sind es, die die Betriebe am Laufen halten. Sie dürfen nicht diejenigen sein, die den Kopf für wirtschaftliche Fehlentwicklungen oder versäumte Investitionen hinhalten.»

Er forderte Politik und Arbeitgeber zum Handeln auf. Wer den Industriestandort Baden-Württemberg stärken wolle, müsse investieren, Innovationen vorantreiben und ausbilden – und die Transformation sozial gestalten.

 

Weitere Nachrichten

Kultusministerium äußert sich: Hitzefrei auch an Berufsschulen und Oberstufen möglich

Bisher hieß es, dass es kein Hitzefrei für Berufsschulen und Oberstufen gibt. Nun stellt das Ministerium klar: Auch diese Schüler können Hitzefrei bekommen. Wer entscheidet am Ende?

Beziehungsberater KI - wenn ChatGPT Tipps in der Liebe gibt

Eifersucht, Betrug und Leidenschaft: Menschen bitten KI-Chatbots auch um Hilfe in ihren Beziehungen. Wo ist der Einsatz sinnvoll - und wo ist er heikel? Und warum sind KI-Schmeicheleien so kritisch?

Laut Studie: Wo bis 2040 besonders viele Hausärzte fehlen könnten

Wer heute einen neuen Hausarzt sucht, braucht oft Geduld. In den nächsten Jahren dürfte sich das Problem noch verschärfen. Wo es besonders schlimm werden könnte - und was helfen würde.

Weniger Windkraft auf See? EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen

Steigende Kosten, teure Technik: Der EnBW-Chef fordert, beim Windkraft-Ausbau auf See vorerst auf die Bremse zu treten. Warum er weniger für mehr hält.

Nächste Hitzewelle im Anmarsch - hier lohnt Abkühlung

Nach einer Verschnaufpause kommt die Hitze in Baden-Württemberg wieder zurück. In der zweiten Wochenhälfte kommt es wieder mehrfach zu deutlich mehr als 30 Grad.

20.000 Quadratmeter Fläche bei Rheinstetten abgebrannt

In Rheinstetten (Landkreis Karlsruhe) sind am Dienstagabend etwa 20.000 Quadratmeter eines Feldes abgebrannt. Demnach griff das Feuer von einer angrenzenden Straße wegen des starken Windes auf die Fläche über.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.