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Hitze im Südwesten: Was jetzt auf Baden-Württemberg zukommt

News Hitze im Südwesten: Was jetzt auf Baden-Württemberg zukommt

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
dpa

Mehr als 35 Grad, erste Tropennächte und ungewöhnlich hohe Temperaturen für Mitte Juni: Baden-Württemberg steht vor einer Hitzewelle. Was man dazu wissen sollte.

Baden-Württemberg steht vor den bislang heißesten Tagen des Jahres. Schon ab Mittwoch steigen die Temperaturen ordentlich an, zum Wochenende sind vielerorts deutlich mehr als 30 Grad zu erwarten. «Das ist gerade für einen so frühen Zeitpunkt im Sommer schon ungewöhnlich», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Was auf die Menschen im Südwesten zukommt.

Wie heiß wird es im Südwesten wirklich?

Nach Angaben des DWD ist eine Warmfront über Frankreich in den Südwesten im Anmarsch. Die Temperaturen steigen im Laufe der Woche schrittweise an. Ab Mittwoch wird laut DWD schon verbreitet die 30-Grad-Marke geknackt. Südlich des Oberrheins werden 33 Grad erwartet – und das ist noch nicht der Höchstwert für die Woche: «Die letzten Hochrechnungen zeigen da vereinzelt sogar 37 Grad im Maximum», so der DWD-Meteorologe. Die absoluten Temperaturrekorde in Baden-Württemberg von rund 40 Grad würden zwar nicht erreicht. Für die Jahreszeit seien die Werte aber schon rekordverdächtig.

Ist das normales Sommerwetter oder schon eine Hitzewelle?

Für den Meteorologen ist die Sache klar: «Das ist kein normales Sommerwetter. Das ist schon eine Hitzewelle», sagt er. Solche Temperaturen würden normalerweise eher im Juli oder Anfang August auftreten. Schon am Donnerstag könnten an einzelnen Orten Werte erreicht werden, die für Mitte Juni selten vorkommen. «Hin zum Wochenende spricht einiges dafür, dass wir Tagesrekorde sehen werden.»

Wie lange die Hitzewelle genau andauern wird, ist noch nicht klar. Auch zu Beginn der kommenden Woche zeichne sich noch kein Wetterwechsel ab.

Wo soll es am heißesten werden?

Wie weit es über die 30-Grad-Marke hinaus geht, hängt von Region zu Region ab. Die höchsten Temperaturen werden laut DWD voraussichtlich im Breisgau erreicht. Besonders schwitzen müssen die Menschen demnach in den Regionen rund um Freiburg, Offenburg, aber auch in Karlsruhe und Mannheim soll es richtig heiß werden.

Warum ist es in Freiburg oft am wärmsten?

Dafür gebe es mehrere Gründe, so der Experte. Freiburg liege vergleichsweise tief und weit im Süden Deutschlands. Die Region liege häufig direkt im Zustrom heißer Luft aus Spanien oder Frankreich. «Das ist ein Hotspot im wahrsten Sinne des Wortes.»

Auch die Lage im Oberrheingraben spiele eine Rolle: Dort können sich warme Luftmassen besonders gut sammeln und halten. «Je weiter südlich ein Ort liegt, umso eher kommt er in den Zustrom von Subtropenluft.»

Wo sind die kühlsten Orte im Land?

Deutlich angenehmer bleibe es in den Hochlagen des Schwarzwalds und auf der Schwäbischen Alb. Zu den kühlsten Regionen zählten der Feldberg und andere höhere Schwarzwaldlagen. Mit jedem Höhenmeter sinken die Temperaturen. Die sicherste Abkühlung gibt es wohl in Freibädern.

Wird es auch tropische Nächte geben?

Ja, zumindest örtlich seien tropische Nächte zu erwarten, sagte der Experte. Von einer Tropennacht sprechen Meteorologen, wenn die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad fallen. Solche Nächte sind laut DWD zum Wochenende hin vor allem in Stuttgart, Mannheim und im Breisgau möglich.

Drohen auch Hitzegewitter?

Das ist gut möglich. Nach mehreren sehr heißen Tagen steigt die Wahrscheinlichkeit für sogenannte Hitzegewitter. Sie entstehen, wenn sich die aufgeheizte Luft stark nach oben bewegt und auf kühlere Luftschichten trifft.

Besonders in den Mittelgebirgen wie Schwarzwald und Schwäbischer Alb entstehen solche Gewitter häufig zuerst. Ob und wann genau sie auftreten, lässt sich allerdings oft erst wenige Tage vorher zuverlässig vorhersagen. Typisch sind dann Starkregen, Sturmböen, Hagel und Blitze.

Ist das El Niño?

Nach Angaben des DWD kann man nicht sagen, ob El Niño bei der aktuellen Wetterlage in Baden-Württemberg eine Rolle spielt. Die Hitze werde vor allem durch warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum und Südwesteuropa verursacht. Allerdings gelten El-Niño-Jahre weltweit oft als besonders warm, weil das Klimaphänomen die globale Durchschnittstemperatur zusätzlich anheben kann. Bei einem El Niño erwärmt sich das Meer im Pazifik vor Südamerika, was zu Hitze und Dürren in anderen Regionen führen kann.

Wie kann ich mich vor der Hitze schützen?

Experten empfehlen, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen möglichst in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Räume sollten tagsüber verschattet und nur in den kühleren Nacht- und Morgenstunden gelüftet werden. Besonders auf ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke sollte geachtet werden. Wer draußen unterwegs ist, sollte Sonnenschutz nutzen und die Mittagshitze möglichst meiden.

Wieso ist Hitze ein Problem?

Deutschland ist überdurchschnittlich von der Erderwärmung betroffen und hat sich dem DWD zufolge gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um 2,5 Grad erwärmt. Hitzewellen werden mit dem Klimawandel intensiver und wahrscheinlicher. Das geht mit gesundheitlichen Risiken insbesondere für Ältere oder Vorerkrankte einher. Gerade tagelange Hitzeperioden mit mehr als 30 Grad strengen den Körper an, schreibt das Gesundheitsministerium auf einer Infoseite.

 

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