News
Zehntausende offene Ermittlungen in Baden-Württemberg

News Zehntausende offene Ermittlungen in Baden-Württemberg

Quelle: Patrick Pleul/dpa
dpa

Eine Fahrerflucht, ein Nacktfoto im Schülerchat, ein Ladendiebstahl oder eine Prügelei: In den Akten der Staatsanwaltschaften stapeln sich die Fälle, doch Zehntausende sind noch nicht entschieden.

Bei den Staatsanwaltschaften in Baden-Württemberg staut sich nicht nur die Arbeit, sie wächst sogar weiter: Die Zahl unerledigter Fälle nimmt Tag für Tag zu und hat nach neuen Zahlen des Justizministeriums eine Höchstmarke erreicht, obwohl die Zahl der Ankläger gestiegen ist.

 

Aktenberg wächst

Zur Jahreswende waren laut Statistik landesweit noch fast 84.000 Strafverfahren offen, das waren rund 4.500 mehr als zu Beginn des vergangenen Jahres und fast 38 Prozent mehr als im Jahr 2020.

Der Grund: Es kamen zwar zwei Prozent weniger neue Verfahren hinzu (583.000), allerdings erledigten die Staatsanwaltschaften auch «nur» rund 578.000 Verfahren – das sind mehr als drei Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie aus der Antwort des Landesjustizministeriums auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht.

 

Anklagen in jedem fünften Fall

Die weitaus meisten werden geprüft und wieder eingestellt, etwa wegen zu schwachen Tatverdachts, geringer Schuld oder erfüllter Auflagen. Im vergangenen 2025 Jahr wurde in Baden-Württemberg laut Ministerium in etwa jedem fünften Fall (19,6 Prozent) der Verfahren Anklage erhoben oder ein Strafbefehl beantragt.

«In den letzten Jahren ist die Zahl der Verfahren, die bei den Staatsanwaltschaften neu eingehen und bearbeitet werden müssen, deutlich angestiegen», sagt auch Justizministerin Marion Gentges (CDU). «Das ist eine spürbare Mehrbelastung für die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte.» Das Land habe früh gegengesteuert und sei trotz der Zunahme noch gut aufgestellt. «Wir werden aber weiterhin sehr genau beobachten müssen, wie sich die Zahlen entwickeln», sagte sie.

 

Richter sind besorgt

Ermittler müssen in jedem Verfahren entscheiden, ob sie Anklage erheben oder einstellen – eine Frist dafür gibt es nicht. Einfache Fälle kann die Staatsanwaltschaft in wenigen Wochen bis Monaten abschließen. Komplexe Verfahren mit internationalen Bezügen oder großen Datenmengen können dagegen mehrere Jahre dauern.

Zuletzt hatte sich der Deutsche Richterbund angesichts der Rekordzahlen bei nicht erledigten Strafverfahren besorgt gezeigt. Nach seinen Angaben hat die Zahl der offenen Fälle zum Jahresende 2025 die Marke von bundesweit einer Million überschritten. Ende 2020 waren es noch rund 700.000 offene Verfahren. Bundesweit fehlten 2.000 Staatsanwälte und Strafrichter.

 

Weitere Nachrichten

Halbzeit auf dem Wasen: Großer Andrang, positive Bilanz

Besonders am Tag der Deutschen Einheit zog es zeitweise zu viele Besucher auf das Cannstatter Volksfest - die Polizei sperrt mehrere Zugänge. Was Feiernde in der zweiten Woche erwartet.

Kirschlorbeer-Plage an Waldrändern? Karlsruhe und andere Städte warnen

Giftig, relativ nutzlos für Insekten – und jetzt breitet sich Kirschlorbeer mancherorts auch noch an Waldrändern aus. Illegal abgekippte Gartenabfälle verschärfen das Problem.

Burek statt Brezel? Warum plötzlich überall Balkan-Bäckereien entstehen

Burek und Baklava sind längst nicht mehr nur Spezialitäten für Menschen vom Balkan. In deutschen Städten entstehen immer mehr Balkan-Bäckereien - machen sie dem deutschen Backhandwerk Konkurrenz?

Von der Justiz gepfändet: Wann dieser Luxus-Lamborghini unter den Hammer kommt

Porsche, Rolex, Lamborghini: In Stuttgarter werden Luxus-Autos und Uhren von mutmaßlichen Kriminellen versteigert. Es handelt sich um die bislang größte Justizauktion des Landes.

Hoffen auf den Regen: Was Hitze und Trockenheit für Pilzsammler bedeuten

Für Pilzsammler ist im Herbst eigentlich Hochsaison. Mit Körbchen und Pilzmesser ausgestattet suchen sie Leckerbissen im Wald. Doch wie sehr haben die Pilze unter dem extremen Wetter gelitten?

Brand in Rehaklinik in Dobel: 267 Menschen evakuiert - Patient löscht

Wegen eines Brands in einer Rehaklinik in Dobel (Landkreis Calw) sind 267 Patientinnen und Patienten in Sicherheit gebracht worden. Vier Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser, wie die Feuerwehr mitteilte.

























Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.