News
Pilotprojekt in Karlsruhe: KI hilft Verwaltungsgericht bei Asylverfahren

News Pilotprojekt in Karlsruhe: KI hilft Verwaltungsgericht bei Asylverfahren

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Asylverfahren die Klage auf, dass die Verfahren zu lange dauern. In Karlsruhe startet das Verwaltungsgericht ein Pilotprojekt mit Künstlicher Intelligenz (KI).

Um Asylverfahren schneller bearbeiten zu können, gibt das Land Richterinnen und Richtern am Verwaltungsgericht Karlsruhe in einem Pilotprojekt technische Hilfe samt Künstlicher Intelligenz (KI) mit an die Hand. Als Erste könnten sie «von neuesten, arbeitserleichternden IT- und KI-Anwendungen profitieren», sagte Justizministerin Marion Gentges laut Mitteilung.

Was die CDU-Politikerin meint, trägt den Namen «Asylaktendurchdringungsassistent». Er erkenne automatisiert bestimmte Informationen in der Akte, die für die Bearbeitung eines Asylverfahrens relevant seien, und markiere diese mit einer Art «digitalem Klebezettel». So könnten erforderliche Daten schneller in den Systemen der Justiz erfasst und Akten vorstrukturiert werden. Das ermögliche einen unmittelbaren Einstieg in die Fallbearbeitung. Einem Gerichtssprecher zufolge funktioniert das System schon ziemlich gut.

 

Verfahren sollen beschleunigt werden

Seit Juli arbeiten am Verwaltungsgericht Karlsruhe Kammern, die landesweit ausschließlich für das Bearbeiten von Asylverfahren aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten und Staaten mit einer Anerkennungsquote von unter fünf Prozent zuständig sind. Dafür wurden neun zusätzliche Richterstellen und fünf Stellen bei den Servicekräften geschaffen. «Hierdurch soll eine noch effizientere Bearbeitung der Verfahren ermöglicht werden unter Garantie gleichzeitig unverändert hoher rechtsstaatlicher Standards», hieß es.

Zuletzt dauerten Hauptsacheverfahren in Asylfragen den Angaben nach im Landesschnitt 9,4 Monate, in Eilverfahren 1,9 Monate. Gentges verwies in dem Zusammenhang auf die große Zahl an anhängigen Asylverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefs der Länder hatten im Herbst das Ziel formuliert, Asylverfahren für Menschen aus Staaten mit einer Anerkennungsquote von weniger als fünf Prozent sollten innerhalb von maximal drei Monaten abgeschlossen sein. In allen anderen Fällen sollen sie in der Regel nach sechs Monaten beendet sein.

 

Weitere Nachrichten

Wegen Volksverhetzung: Landgericht Mannheim eröffnet Verfahren gegen Xavier Naidoo

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhob zweimal Anklage gegen den Sänger wegen Volksverhetzung. Eine davon lässt das Landgericht Mannheim nun zu.

70 Jahre Stuttgarter Fernsehturm: zwölf überraschende Denkmal-Fakten

Mehr als ein Sendemast: Zwölf überraschende Fakten zum Stuttgarter Wahrzeichen und was Besucher beim Tag des offenen Denkmals dort erwartet.

Ärger um Tierzucht: Alpakas zwischen Nachbarn und Behörden

Mehrere Alpakas grasen hinter dem Haus von Patrick Stellmach. Bald sollen es mehr werden - vier weibliche Tiere erwarten Nachwuchs. Doch ob die Tiere bleiben dürfen, ist ungewiss.

Sirenen heulen, Handys klingeln - das ist am Warntag geplant

Wenn das Smartphone am Donnerstag plötzlich laut klingelt und in der Ferne die Sirenen heulen, müssen die Menschen im Südwesten nicht erschrecken: Es ist wieder Warntag. Was ist das überhaupt?

"Forever Young" als Protest: Glücksgefühlefestival in Hockenheim wird politisch

Anders als gewollt wird das Glücksgefühle-Festival zur Bühne für klare politische Statements gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt – und ein Hit von Alphaville erlebt ein Comeback.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.