News
Rechtsextremismus in Baden-Württemberg: Vorfälle an Schulen nehmen zu

News Rechtsextremismus in Baden-Württemberg: Vorfälle an Schulen nehmen zu

Quelle: Patrick Pleul/dpa
dpa

Judenfeindliche Sprüche und Schmierereien an Schulen sind nur einige Fälle, die verstärkt gemeldet wurden. Das Massaker der Hamas in Israel und der Gaza-Krieg ließen die Zahlen steigen.

Die Zahl rechtsextremistischer Vorfälle an Schulen in Baden-Württemberg hat in diesem Jahr deutlich zugenommen: Bis Mitte Oktober wurden laut Kultusministerium insgesamt 70 Vorfälle erfasst. Im gesamten Jahr 2024 waren es demnach 53, im Jahr zuvor 38. Dabei handele sich vor allem um das Zeigen des Hitlergrußes, die Verwendung nationalsozialistischer Symbole wie des Hakenkreuzes oder auch Schmierereien am und im Schulgebäude sowie judenfeindliche Sprüche.

«Im Nachgang des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurden vermehrt antisemitische Vorfälle gemeldet», schreibt das Kultusministerium dazu. Dies dürfte zu einem großen Teil auf die erhöhte gesellschaftliche Sensibilität zurückzuführen sein. In den genannten Zahlen sind nur Vorfälle mit rechtsextremistischem Hintergrund enthalten – nicht aber solche mit etwa islamistischem Hintergrund. «Grundsätzlich ist jede Art von Gewalt oder Diskriminierung – egal ob gegenüber Schülerinnen und Schülern oder gegenüber Lehrkräften – absolut inakzeptabel», erklärte das Ministerium.

 

«Jüdische Kinder brauchen heute Unterstützung»

Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung verweist dagegen auch auf einen zunehmenden Antisemitismus: «Seit dem digital live gestreamten Hamas-Terrormassaker des 7. Oktober 2023 haben sich die digitale Polarisierung und der Antisemitismus an vielen Schulen und Hochschule enorm gesteigert», sagt Michael Blume. «Jüdische Kinder brauchen heute Unterstützung, Beratung und manchmal auch Schutz.»

Er betont, wie wichtig die umfassende Medienbildung für Kinder und Jugendliche an Schulen sei. «Wir wissen seit Jahren, dass antisemitische Verschwörungsmythen vor allem über nichteuropäische Konzernmedien wie TikTok, X und Instagram massiv bis auf die Schulhöfe verbreitet werden.»

 

Jüdische Gemeinde hofft auf Rückgang durch Waffenstillstand

Die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden sieht neben dem rechtsextremistisch motivierten Antisemitismus ein anderes Thema stärker im Vordergrund: «Was bei mir (…) ankommt, ist dass jüdische Schülerinnen und Schüler in den vergangenen zwei Jahren verstärkt auf den Schulhöfen mit dem sogenannten importierten islamistischen Antisemitismus zu tun haben, der sie ängstigt», sagt der Vorsitzende Rami Suliman. Mit dem vor wenigen Wochen vereinbarten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas und der Chance auf Frieden bestehe die Hoffnung, dass diese Art des Antisemitismus stark zurückgehen werde.

 

Weitere Nachrichten

Nach Kritik: Telekom hat Tübinger Telefonzellen abgebaut

2023 stellte die Telekom ihre bundesweit letzten 12.000 öffentlichen Telefone ab. Doch mancherorts blieb der Elektroschrott stehen. Das empörte Tübingens Rathauschef. Nun hat sich etwas getan.

Saisonbeginn: Wo es Mitte April die ersten Erdbeeren gibt

Nach dem Spargel warten Verbraucher, die auf regionale Kost setzen, sehnsüchtig auf den Beginn der Erdbeersaison. Experten sagen: Den Pflanzen geht es trotz der Kälte zuletzt gut.

22-jährige Autofahrerin stirbt bei Unfall in Ubstadt-Weiher

Schwerer Unfall am Abend: Eine junge Autofahrerin missachtet wohl die Vorfahrt eines anderen Wagens – ein Zusammenstoß endet tödlich.

Unbekannte schlachten drei Ziegen auf Weide im Enzkreis

Grausamer Fund am Ostermontag auf einer Weide bei Mühlacker. Drei Tiere sind weg - und nur noch Schlachtabfälle von ihnen übrig.

Mogeln statt Büffeln: So oft wird in Fahrschulen betrogen

Der Weg zum Führerschein ist mühsam. Zahllose Theoriefragen - und am Ende stehen viele Neulinge mit leeren Händen da. Für den Erfolg wird manch einer zum Betrüger. Kriminelle machen damit Kasse.

Vergleich: Im Süden Deutschlands wird am meisten für Lebensmittel ausgegeben

Viele Lebensmittel sind teurer geworden. Die Ausgaben der Haushalte in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Regional gibt es Unterschiede.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.