Die Region erkunden
Rheinstetten – die Große Kreisstadt bei Karlsruhe

Die Region erkunden Rheinstetten – die Große Kreisstadt bei Karlsruhe

Quelle: Thomas Riedel

Die Große Kreisstadt Rheinstetten im Landkreis Karlsruhe liegt im Nordwesten Baden-Württembergs direkt am Rhein und grenzt an das Bundesland Rheinland-Pfalz. Sie ist die fünftgrößte Stadt im Landkreis nach Bruchsal, Ettlingen, Bretten und Stutensee.

Rheinstetten – Lage & Einwohner

Direkt am Rhein gelegen in der Rheinebene liegt Rheinstetten südwestlich von Karlsruhe, zu deren Landkreis die Große Kreisstadt zählt. Auf einer Gemarkungsfläche von 3.229 Hektar bilden die drei Ortsteile Forchheim, Mörsch und Neuburgweier die Große Kreisstadt, die nicht nur mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut angebunden ist, sondern auch ein weitläufiges Radwegenetz hat.

Stand 30. September 2020 lebten 20.793 Einwohner in Rheinstetten. Davon leben 9.514 Einwohner in Forchheim, 8.855 in Mörsch und 2.424 in Neuburgweier.

 

| Quelle: Thomas Riedel

 

Geschichte & Stadtteile von Rheinstetten

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg entstand 1975 die Gemeinde Rheinstetten aus dem Zusammenschluss der drei Ortschaften Forchheim, Mörsch und Neuburgweier.
Die Gemeinde Rheinstetten wuchs und erhielt daher im Jahr 2000 das Stadtrecht. Erst 2004 bekam Rheinstetten dann aber den Titel Große Kreisstadt. Die drei Stadtteile von Rheinstetten sind bedeutend älter.

Forchheim

Die erste Siedlungsgründung soll im 6. bis 7. Jahrhundert nach Christus durch die Franken stattgefunden haben. Erstmals urkundliche Erwähnung findet Forchheim dann in der Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich IV. an den Speyerer Bischof im Jahr 1086. Im Jahr 1219 ging Forchheim dann an die Markgrafschaft Baden, im 16. Jahrhundert an die Baden-Badens. Im Früh- und Hochmittelalter lebten die Einwohner auf Hofgütern.

Die Lage am Rhein brachte nicht nur Vorteile mit sich. So unterspülte der Strom das Hochgestade, das im 15. Jahrhundert einbrach und Teile Forchheims zerstörte. Im 17 und 18. Jahrhundert zerstörten der 30-jährige Krieg, der Pfälzische und der Spanische Erbfolgekrieg und die Pest die Gemeinde teilweise. Auch unter den Weltkriegen litt Forchheim.

1936 entstand der heute bekannte Epplesee, als die Firma Epple die Sandgrube beim Bahnhof als Kieswerk übernahm. 1950 erfolgte der Aufschwung in Forchheim, der Ort wuchs. 1954 bekam Forchheim dann seinen Flugplatz und erschloss neue Baugebiete.

 

| Quelle: Thomas Riedel

 

Mörsch

Durch Funde belegt ist, dass die Römer einen Gutshof auf der Mörscher Gemarkung errichteten. Erste Siedlungen gehen auf das 7. und 8. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung findet Mörsch dann in Kaiser Ottos I. Schenkungsurkunde an den Speyerer Bischof 940 nach Christus.

Im 16. Jahrhundert fiel Mörsch an die Markgrafschaft Baden-Baden. Auch Mörsch litt unter den Kriegen und der Pest. Auch der Pfälzische und Spanische Erbfolgekrieg zog Mörsch in Mitleidenschaft. So bauten die Mörscher um 1700 die Ettlinger Linie als Verteidigungsanlage.

Ein Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert und die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandeln die Gemeinde Mörsch vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde.
Auch der Zweite Weltkrieg setzte Mörsch zu. Der Aufschwung folgte dann in den 50er Jahren.

 

Neuburgweier

Vermutlich um 1100 nach Christus entstand Neuburgweier als Weiler des Ortes Neuburg am Rhein. Eine erste urkundliche Erwähnung findet Neuburgweier im Teilungsvertrag der Brüder Eberstein. Um 1383 ging Neuburgweier an den Pfälzischen Kurfürsten. 1592 trennte ein Rheindurchbruch die Orte Neuburg und Neuburgweier, welche beide ab 1680 bis zum Rijswijker Frieden zu Frankreich gehörten. Seit 1707 folgte die Trennung von Neuburg, als Neuburgweier von der Kurpfalz an die Markgrafschaft Baden-Baden ging.

Auch in Neuburgweier litt man unter den Kriegen, die ihre Spuren in der Gemeinde hinterließen. Auch Neuburgweier wandelte sich durch die Industrialisierung vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde.
Zwar waren Überschwemmungen durch Rheinhochwasser immer wieder ein Problem des Ortes, Neuburgweier profitierte aber auch vom Rhein. Durch den Bau der Rheinbrücke in Maxau erhielt Neuburgweier 1935 das Zollamt, das hier herzog und bis zum Schengener Abkommen 1994 blieb.

Auch der Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren. So bezog man Neuburgweier 1938 in den Westwall ein und errichtete Bunker und Verteidigungsanlagen. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau und auch der Aufschwung in den 50er Jahren ließ nicht auf sich warten.

 

| Quelle: Thomas Riedel

 

Messe Karlsruhe – die große Veranstaltungsstätte

2003 eröffnet das Messezentrum der Region Mittlerer Oberrhein – die Neue Messe Karlsruhe in Forchheim. Für die vier Hallen auf 52.000 Quadratmetern wich ein Teil des dortigen Flugplatzes. Jede der vier Hallen misst 12.500 Quadratmeter. Das Aushängeschild ist die multifunktionale dm-Arena. Hier können sowohl Feiern, Sportevents als auch große TV-Shows stattfinden.

Die Volleyball Europameisterschaft und „Wetten dass“ zählten zu den ersten großen Events in der dm-Arena. 2004 startete das von der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH organisierte Internationale Hallen-Leichtathletik Meeting in der Neuen Messe und begeisterte die Sportwelt. Auch Fachmessen sowie Publikumsmessen – eine der bekanntesten ist sicherlich die offerta – und auch Kongresse füllen die vier Hallen regelmäßig aus.

 

Freizeit & Sehenswürdigkeiten in Rheinstetten

Trotz seiner noch jungen Geschichte hat Rheinstetten viel zu bieten. Schließlich sind die drei Stadtteile weit älter. Und so gibt es alte Fachwerkhäuser, Kirchen und auch Kunst zu entdecken.

 

Museum für Siedlungsgeschichte

In Neuburgweier finden Interessierte das Museum für Siedlungsgeschichte im PANIMA-Raum. Im ehemaligen Rathaus des Rheinstetten Stadtteils wird die Geschichte wieder lebendig, denn die Museums-Besucher „begleiten“ dort einen Amtsmann bei seiner Arbeit. Er war für die Verwaltung des Amtsbezirkes zuständig und bereiste auch die Ortschaften.

So lernen die Museums-Besucher die Geschichte der Ortschaften am Oberrhein kennen und können verschiedene historische Objekte des Heimatvereins Rheinstetten in der Ausstellung betrachten.
Mit verschiedenen Veranstaltungen und auch einer Wanderung entlang der Grenzsteine an der alten Gemarkung Neuburgweiers bietet das Museum für die Besucher viel Abwechslung.

 

| Quelle: Thomas Riedel

 

Bauwerke & Kirchen

Im alten Rathaus in Neuburgweier, in dem das Museum für Siedlungsgeschichte untergebracht ist, befindet sich auch die Ortsverwaltung des Stadtteils. Erbauen ließ man das Rathaus 1949, nachdem das Originalgebäude 1945 zerstört worden war.

Die älteste Kirche Rheinstettens – der gotische Chor der St. Ursula-Kapelle – steht in Neuburgweier. Die gotische St. Ursula-Kapelle erhielt 1786 ein neues Langhaus. Der in Neuburgweier geborene Künstler Emil Wachter gestaltete 1960 die Fenster der Kapelle.

Nicht weit entfernt auf dem Friedhof in Neuburgweier steh die 1888 erbaute Emmauskapelle. Auch deren Gestaltung und Ausmalung bei der Restaurierung 2009 übernahm Künstler Emil Wachter.
Auch die St. Ursula-Kirche in Neuburgweier – 1952 erbaut – hat Fenster, Fassade und Ausmalung von Emil Wachter erhalten.

In Forchheim steht die St. Martin-Kirche. Sie erbaute man 1857 nach den Plänen von Johann Ludwig Weinbrenner.
Die St. Ulrich-Kirche steht in Rheinstettens Stadtteil Mörsch. Man erbaute sie nach den Plänen von Jakob Hochstetter zwischen 1846 und 1849, musste sie aber nach ihrer Zerstörung 1949 wieder aufbauen.

Ebenfalls vom Neuburgweierer Künstler Emil Wachter ist die Skulptur aus Steinguss auf dem Friedhof Neuburgweier. Sie zeigt Trauernde über dem Leichnam eines Gefallenen.

 

Ufgauhalle – Sportevents & Co.

In Forchheim befindet sich die 1972 erbaute und 1974 eingeweihte Ufgauhalle. Ihren Namen erhielt sie von der Landschaft Ufgau, die zwischen der Alb und der Oos liegt. In der Halle finden Veranstaltungen mit bis zu 1.800 Besuchern statt. Zudem nutzen sie Vereine und Schulen für ihren Sport und Veranstaltungen. An die Ufgauhalle angegliedert gibt es eine Kegelbahn sowie eine Gaststätte.

 

| Quelle: Thomas Riedel

 

Fermasee & Epplesee – beliebte Ausflugsziele

Ein beliebtes Ausflugsziel bei Neuburgweier ist der Fermasee Rheinstetten. Der Baggersee ist Teil des Natur- und Landschaftsschutzgebietes Althrein Neuburgweier. Tauchen und Bootfahren sind nicht erlaubt, im südöstlichen Bereich des Sees ist das baden gestattet.

Am Epplesee am Silberstreifen in Forchheim erfreuen sich nicht nur Schwimmer und Sonnenhungrige. Auch die Wassersportler lieben den See mit den guten Windverhältnissen.

Eine große Liegewiese zum Entspannen samt einem separaten FKK-Bereich sowie ein Kiosk und Biergarten für die Versorgung sowie ein Parkplatz – so bietet der Epplesee bei schönem Wetter ein sehr beliebtes Ziel.

 

Fotogalerie | Impressionen aus Rheinstetten

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