meinKA-Interview
Karlsruhes Modedesigner Riaz Dan über Ziele, die Branche & mehr

meinKA-Interview Karlsruhes Modedesigner Riaz Dan über Ziele, die Branche & mehr

Interview
Quelle: Linda Christ

Riaz Dan ist einer der jüngsten eigenständigen Modedesigner in Deutschland und gebürtiger Karlsruher. Mit seinem eigenen Label Riaz Dan begeistert er seit dem Jahr 2012 in über 35 Stores in Deutschland und Österreich. meinKA traf Riaz zum Interview.

Riaz Dan – der Modedesigner aus Karlsruhe

Riaz Dan Müller ist einer der jüngsten selbstständigen Modedesigner in Deutschland. Sein Motto: „Live to create“. Mit seinem eigenen Label Riaz Dan begeistert er seit dem Jahr 2012 nicht mehr nur seine Heimat Karlsruhe, sondern ganz Europa. Seine tragbare, stylische und zeitgemäße Herren- und Damenmode ist mittlerweile in über 35 Stores in Deutschland und Österreich zu finden. Riaz Dan’s Vision liegt darin, den Kunden neue Inspirationen in der heutigen Modewelt zu liefern und ihnen ein neues Selbstbewusstsein und Individualität zu schenken.

 

Damen- und Herrenmode im Riaz Dan Pop-up-Store.

Damen- und Herrenmode von Riaz Dan. | Quelle: Linda Christ

 


Riaz Dan im großen meinKA-Interview

 

Wann begann deine Design-Karriere?

Riaz Dan: Am Anfang war das Design und die Schneiderei mit 15 oder 16 Jahren eher ein Hobby und eine Leidenschaft für mich. Ich habe neben der Schule eigene Entwürfe gemacht, hauptsächlich für mich und meine Freunde, ein paar T-Shirts, das war damals eigentlich erstmal nur Spaß an der Sache.

Allerdings liegt die Schneiderei schon lange bei mir in der Familie, denn meine Oma war damals Musternäherin für Burberry und Bugatti, als die Labels noch in Karlsruhe produziert haben. Sie hat mir das grundlegende Handwerk beigebracht. Das Schneidern und Entwerfen wurde dann irgendwann so zeitintensiv, dass es für ein reines Hobby eigentlich zu viel war – und hier steh ich jetzt.

 

Wie verlief deine Ausbildung?

Riaz Dan: Ich habe an der Modedesignschule Manuel Fritz in Mannheim eine ganz klassische Modedesignausbildung gemacht um so den tatsächlichen Beruf des Modedesigners professionell zu erlernen. Ich habe mich schon während der Schulzeit mit meiner eigenen Firma selbstständig gemacht und damals viele Auftragsarbeiten für andere Designer, große Firmen wie Redken, Ikea oder die Landesgartenschau gestemmt.

So bin ich mit meinen Design schon damals in Magazinen erschienen, habe an Editorialstrecken mitgearbeitet und für den Haarpflegeprofi damals eine große Show im Rosengarten in Mannheim bestückt.

 

„Mein Ziel war es immer tragbare, authentische Mode zu machen“

 

Wie lange hat es dann bis zum eigenen Label gedauert?

Riaz Dan: Natürlich war klar, dass ich nicht von null auf hundert gehen konnte mit dem eigenen Label. Also von den gelegentlichen Auftragsjobs direkt in das eigene Unternehmen und so habe ich mit 17 Jahren angefangen Modeschauen hier in Karlsruhe zu veranstalten um bekannter zu werden. Das war dann sozusagen mein Weg – ich hatte ja keine Händler, keinen eigenen Laden und ich wusste gar nicht wer meine Klamotten kaufen sollte.

Die erste Show war auf dem Parkdeck 10 und dann sind sie über die Jahre immer größer geworden. Ich habe die Shows komplett in Eigenregie geplant, organisiert, Sponsoren gesucht und hatte auch jedes Produkt insgesamt nur zwei oder drei Mal im Atelier selbst genäht, zusammen mit einer Schneiderin.

 

Was ist das Erfolgsrezept deiner Mode?

Riaz Dan: Mein Ziel war es immer tragbare Mode, authentische Mode zu machen die man direkt auf der Straße anziehen kann. Für mich ist das größte Kompliment und die größte Auszeichnung, wenn ich auf einer Messe stehe oder irgendwo unterwegs bin und Leute in meiner Kleidung sehe. Wenn die Leute sagen „ich behalte es gleich an“, dann hab ich alles richtig gemacht.

 

Lederjacken von Riaz Dan  | Quelle: Linda Christ

„die Branche ist brutal und hart und es ist super schwierig“

 

Hast du einen Rat für angehende Designer?

Riaz Dan: Mir hat damals jeder gesagt „mach es nicht – mach BWL, Marketing“, mein Vater hat mir immer geraten lieber kreatives Gedankengut, einen Entwurf oder eine Dienstleistung zu verkaufen, aber fange nicht an selbst was zu produzieren, weil das mit wahnsinnigen Kosten verbunden ist und mit einem riesigen Aufwand. Aber wer diesen Job wirklich liebt und bereit ist viel dafür aufzugeben, der soll es machen, wenn er wirklich die Leidenschaft komplett dafür hat. Dann kann man es vielleicht schaffen, denn die Branche ist brutal und hart und es ist super schwierig.

Ich glaube dass es vielleicht einer von 5.000 Leuten packt. Es gehört Glück dazu und das gewisse Etwas, Ausdauer und viel Biss. Für mich war zum Beispiel auch der eigene Laden in der Kaiserpassage wichtig und entscheidend. Dort konnte ich lernen, wie ich überhaupt verkaufe und die Kunden berate und wie ich die Kunden überhaupt mal in den Laden rein bekomme.

 

„In Karlsruhe habe ich meine Base (…) hier hat alles angefangen“

 

Wie oft bist zu noch in Karlsruhe unterwegs?

Klar komm ich immer wieder zurück – Karlsruhe ist meine Heimat. Ich liebe es zwar immer unterwegs zu sein, ich habe gern viele neue Einflüsse um mich herum, aber was ich hier schätze ist, die Beständigkeit und mein Netzwerk. In Karlsruhe habe ich meine Base, mein Netzwerk, hier hat alles angefangen. Mein Atelier ist in Karlsruhe. Mir ist es wichtig diesen Heimathafen zu haben, um auch in der Welt erfolgreich sein zu können.

 

Männermode im Riaz Dan Pop-up-Store.

Männermode von Riaz Dan. | Quelle: Linda Christ

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