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Senkungen zum Jahreswechsel: Strom und Gas werden für 1,1 Millionen Haushalte günstiger

News Senkungen zum Jahreswechsel: Strom und Gas werden für 1,1 Millionen Haushalte günstiger

Quelle: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
dpa

Viele Haushalte im Südwesten können sich freuen: Strom und Gas werden für sie laut einer Analyse günstiger. Wie viel Sparpotenzial steckt drin – und warum lohnt sich trotzdem ein Tarifvergleich?

Zum Jahreswechsel sinken die Preise für Strom und Gas für mehr als eine Million Haushalte im Südwesten spürbar. Das geht aus einer Analyse des Heidelberger Vergleichsportals Verivox hervor. Eine ganze Reihe von regionalen Grundversorgern gibt demzufolge unter anderem die niedrigeren Beschaffungskosten an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Davon profitieren rund 900.000 Strom- sowie gut 200.000 Gaskunden in Baden-Württemberg. Das seien so viele wie in keinem anderen Bundesland, hieß es.

Beim Strom haben bislang 64 der 124 regionalen Grundversorger angekündigt, zum Jahresbeginn ihre Preise zu senken. Das Minus falle mit durchschnittlich 10,5 Prozent vergleichsweise kräftig aus. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden spare dadurch 192 Euro pro Jahr. Nur sechs Versorger wollen Verivox zufolge die Tarife erhöhen – um 2,4 Prozent im Durchschnitt. Das betreffe aber nur sehr wenige Haushalte.

Bei den übrigen Grundversorgern bleiben die Preise demnach stabil. Bezieht man diese in die Rechnung mit ein, sinkt der durchschnittliche Strompreis aller Grundversorger in Baden-Württemberg zum Jahreswechsel um 7,1 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Entlastung von rund 126 Euro pro Haushalt.

Die Haupttreiber der Preissenkungen sind Verivox-Energieexperte Thorsten Storck zufolge die sinkenden Beschaffungspreise und der milliardenschwere Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten. «Davon profitieren jedoch nur Haushalte, deren Versorger die Entlastung weitergibt», teilte er mit.

 

Auch Gas-Grundversorger senken Preise

Auch beim Gas zeichnet sich zum Jahresbeginn eine Entspannung ab. 32 der 121 regionalen Gas-Grundversorger haben demnach Preissenkungen für 2026 angekündigt. Im Durchschnitt gehen die Preise um 10,1 Prozent zurück. Für einen Haushalt im Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Entlastung von rund 305 Euro pro Jahr.

Gleichzeitig wurden acht Preiserhöhungen angekündigt, die mit durchschnittlich 6,5 Prozent laut Verivox aber nur einen kleinen Teil der Kundinnen und Kunden betreffen. Über alle Grundversorger hinweg sinkt der Gaspreis im Durchschnitt um rund vier Prozent. Das entspricht bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden einer Entlastung von etwa 113 Euro.

Nach Einschätzung von Storck spielen neben niedrigeren Großhandelspreisen auch strukturelle Faktoren wie der Wegfall der Gasspeicherumlage eine Rolle bei den aktuellen Anpassungen. Gleichzeitig könnten steigende Kosten für das klimaschädliche Gas Kohlenstoffdioxid (CO2) und höhere Gasnetzgebühren die Preise mittelfristig wieder belasten.

 

Tarifvergleich bleibt sinnvoll

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten aber trotz der sinkenden Preise ihre Verträge überprüfen – und verschiedene Tarife vergleichen. «Grundsätzlich ist die örtliche Grundversorgung die teuerste Art, Strom zu beziehen», sagte Storck. Wer aus der teuren und jederzeit kündbaren Grundversorgung zu einem Vertrag mit längerer Laufzeit wechsle, könne die jährliche Stromrechnung oft um mehrere Hundert Euro senken. Auch die Heizkoten ließen sich durch einen Wechsel des Gasversorgers oft deutlich senken.

Deutschlandweit befindet sich rund ein Viertel der Haushalte in der Strom-Grundversorgung, wie aus dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. Beim Gas sind es rund ein Sechstel. Die Hälfte aller Haushalte in Deutschland heizt demnach mit dem Brennstoff.

 

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