News
Spezialeinheit deckt Verstöße bei Cannabis-Clubs auf

News Spezialeinheit deckt Verstöße bei Cannabis-Clubs auf

Quelle: Fabian Sommer/dpa/Illustration
dpa

Verstöße, Bußgelder und Ermittlungen: Warum viele Cannabis-Vereine in Baden-Württemberg am Regel-Dschungel scheitern – und was die Behörden jetzt aufdecken.

Die Droge Cannabis ist seit eineinhalb Jahren teilweise legal, viele Vereine bauen an und geben die Droge an ihre Mitglieder weiter. Eine Spezialeinheit des Tübinger Regierungspräsidiums hat nun bei ersten Kontrollen verschiedenste Verstöße entdeckt.

«Es wurden insgesamt acht Vor-Ort-Kontrollen bei sechs Anbauvereinigungen vorgenommen. Die Überwachung erfolgt zum einen durch die – grundsätzlich unangekündigten – Kontrollen, aber auch durch die Anforderung von Unterlagen und Informationen von den Anbauvereinigungen, die dann im Regierungspräsidium Tübingen ausgewertet werden», sagte eine Behördensprecherin.

 

Vorwurf: Abgabe von Cannabis an Nichtmitglieder

Ein von der Überwachungsbehörde entdeckter Verstoß, der aus Sicht der Behörde eine Straftat darstellen könnte, sei an eine Staatsanwaltschaft übermittelt worden, teilte das Regierungspräsidium Tübingen mit. Es steht der Vorwurf der Abgabe von Cannabis an Nichtmitglieder im Raum. Bei einem weiteren Verstoß handelt es sich um den Verdacht der Überschreitung der monatlichen Höchstabgabemenge von 50 Gramm Cannabis.

«Fünf weitere Verstöße wertete die Überwachungsbehörde als Ordnungswidrigkeit. Die Verfahren sind noch nicht abgeschlossen», sagte die Tübinger Behördensprecherin. Da die Ordnungswidrigkeitenverfahren erst am Beginn stehen, stehe noch nicht fest, in welcher Form die Verstöße geahndet und welche Höhe gegebenenfalls festgesetzte Verwarnungs- beziehungsweise Bußgelder haben werden.

Die Verfolgung und Ahndung von Straftaten ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft sowie der Strafgerichte. Für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten bei Anbauvereinigungen hat die Überwachungsbehörde eine eigene Zuständigkeit. Für die Kontrollen wurde eine Überwachungseinheit aufgebaut.

 

Grüne Karte für 33 Vereine

Genehmigt werden die Anbauvereine vom Regierungspräsidium Freiburg. Bislang seien 113 Anträge von Cannabis-Anbauvereinigungen aus Baden-Württemberg eingegangen, hieß es von dort. «Wir haben inzwischen 33 Erlaubnisse erteilt. Sieben Anträge wurden wieder zurückgezogen. In sieben Fällen wurde eine versagende Entscheidung getroffen. Damit sind insgesamt 47 Verfahren abgeschlossen», sagte eine Behördensprecherin.

«Bei den Antragsunterlagen zeigt sich nach wie vor erheblicher Nachbesserungsbedarf zu Aspekten, die den Anbauvereinigungen von Beginn an Schwierigkeiten bereitet haben», sagte eine Sprecherin des Freiburger Regierungspräsidiums. Das betrifft unter anderem die Vollständigkeit der Unterlagen, die korrekte inhaltliche Ausgestaltung der Satzung und das Einhalten des Werbeverbots.

Außerdem gebe es immer wieder Probleme beim Aussuchen des Anbauplatzes – zum Beispiel das Einhalten des Abstandsgebots. «Das befriedete Besitztum der Anbauvereinigung darf sich nicht in einem Bereich von 200 Metern um den Eingangsbereich von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Kinderspielplätzen befinden», teilt die Sprecherin des Freiburger Regierungspräsidiums mit. Außerdem gebe es Probleme mit Schulungsnachweisen von Präventionsbeauftragten. Auch wurden beispielsweise Sicherheitskonzepte bemängelt.

 

Weitere Nachrichten

Azubis kämpfen laut Umfrage mit Druck und Geldsorgen

Leistungsdruck, Geldsorgen und private Belastungen: Eine DGB-Umfrage zeigt, womit viele Auszubildende in Baden-Württemberg kämpfen.

Karlsruhe mit dabei! Diese drei Städte fahren bei E-Bussen voraus

In vielen Städten dominieren Dieselbusse, doch manche Kommunen gehen einen anderen Weg. Die Spitzenreiter bei einer Auswertung kommen allesamt aus Baden-Württemberg - und haben klare Ziele für 2030.

Ausbildungsfinanzierung: Mehr als 60.000 Bafög-Empfänger – Zahl auf Tiefstand

2025 erhielten so wenige Menschen Bafög wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig soll die monatliche Förderung für Studierende und Schüler ansteigen.

Cold Case: 41 Jahre ungelöst - 70-Jähriger wegen Mordes nun vor Gericht

1985 wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Jetzt muss ein 70-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Wurde er angefahren? Identifikation von totem Wolf am Schluchsee abgeschlossen

Nach dem Fund eines verletzten Wolfsrüden am Schluchsee steht fest: Es handelt sich um das dort ansässige Tier. Was mit ihm passiert ist - und was das für die Wolfspopulation im Südwesten bedeutet.

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.