News aus Baden-Württemberg
Städte und Kirchen setzen in Gas-Krise auf Energiesparen

News aus Baden-Württemberg Städte und Kirchen setzen in Gas-Krise auf Energiesparen

Quelle: Jens Büttner
dpa

Die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas hat auch im Südwesten Folgen. Bei Kommunen und Kirchen laufen Vorbereitungen zum Energiesparen. Der Herbst dürfte in diesem Jahr auch in Innenräumen kühler und dunkler werden.

Kommunen und Kirchen im Land wollen aufgrund der drohenden Gas-Mangellage im Herbst und Winter ihren Energiebedarf deutlich reduzieren. In der Karlsruher Verwaltung sollen Klima- und Lüftungsanlagen sowie Warmwasser wo möglich abgeschaltet werden. Die Temperatur in Innenräumen soll um zwei Grad gesenkt werden und in Fluren und Nebenräumen nur noch vor Frost schützen, wie ein Sprecher mitteilte. Auch werde geprüft, die Heizperiode zu verkürzen. Die Beleuchtung öffentlicher Gebäude solle zudem auf ein Mindestmaß reduziert werden, und mit Blick auf die Sicherheit werde geprüft, bestimmte Ampelanlagen nachts abzuschalten.

In Stuttgart spart die Stadt zum einen bei den Bädern Energie. Bereits seit dem 1. Juli wird das Beckenwasser der Freibäder nur noch durch Solarenergie erwärmt. Eine garantierte Wassertemperatur gebe es dadurch nicht mehr, sagte ein Sprecher der Stadt. Weiteres Einsparpotenzial sieht die Landeshauptstadt bei der Beleuchtung. «Wir erwägen derzeit sehr ernsthaft die Abschaltung der Außenbeleuchtung an städtischen Gebäuden wie dem Rathaus oder der Stadtbibliothek und wollen uns diesbezüglich auch mit den Kirchen abstimmen, soweit Kirchen angestrahlt werden», teilte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) mit. Wie viel Energie die Stadt damit einsparen kann, wird wie in Karlsruhe derzeit noch ermittelt.

Die Stadt Tübingen setzt vor allem auf den massiven Ausbau erneuerbarer Energie und den Einsatz von Wärmepumpen und Pelletheizungen. Beleuchtung und Beheizung sollen laut einer Sprecherin auf das zulässige Minimum reduziert werden. Zudem würden derzeit alle Anlagen überprüft und optimal eingestellt.

Ganz Schluss mit Warmwasser ist ab sofort bei der Stadt Konstanz. Weitere Maßnahmen sind laut einer Sprecherin etwa in Abhängigkeit der deutschen Gasspeicher geplant. Sollten die Speicher für den Winter nicht ausreichend gefüllt werden können, müssen das Thermalbad und die Sauna sowie das Hallenbad am Seerhein schließen, wie der Gemeinderat beschlossen habe. Zudem sollen die städtischen Heizungen in diesem Jahr erst ab Oktober Wärme spenden, in Schulen und Kitas bis maximal 19 Grad.

Einsparpotenzial sehen auch die vier christlichen Kirchen im Land und haben sich dazu bereits ausgetauscht, wie eine Sprecherin der Diözese Rottenburg-Stuttgart mitteilte. Bischof Gebhard Fürst rief die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden dazu auf, sich aktiv auf die kommende Heizperiode vorzubereiten und zu planen, wie der Energieverbrauch gesenkt werden kann. «Für uns als Kirche ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns solidarisch in die gesamtgesellschaftlichen Bemühungen einbringen, Energie einzusparen, um die Versorgung von zentralen Bereichen der kritischen Infrastruktur mit Gas und anderer Energie zu gewährleisten», teilte Bischof Fürst mit.

Die Erzdiözese Freiburg stellte den Kirchengemeinden am Montag eine Handreichung mit Tipps zum Energiesparen zur Verfügung. Darin wird etwa erklärt, wie sich die Heiztemperatur runterregeln lässt, ohne Frostschäden zu riskieren, und wie man Gottesdienstbesucher auf niedrige Temperaturen in den Kirchen vorbereiten kann.

Bei der evangelischen Landeskirche in Baden wie auch in Württemberg sind sogenannte Winterkirchen geplant. Um Energie zu sparen, soll dazu der Gottesdienst im Gemeindehaus und nicht in der Kirche stattfinden. Die Kirche wird dann nicht oder nur grundbeheizt, wie die Landeskirche in Baden mitteilte. Zudem rät die württembergische Landeskirche, auch wieder verstärkt auf digitale Angebote etwa für Gottesdienste zurückzugreifen.

Auch eine geringere Außenbeleuchtung der Kirchen soll beim Energiesparen helfen, wenn auch mit deutlich geringerem Einsparpotenzial. Die Landeskirchen möchten zudem längerfristige Maßnahmen wie die Sanierung von Gebäuden aufgrund der Gas-Krise nun noch stärker angehen.

 

Weitere Nachrichten

Naturschutz: Weidenkätzchen - hübsch, aber bitte nicht pflücken!

Schnell ein paar Zweige für den Osterstrauß – so schlimm kann das nicht sein, oder? Doch, sagen Naturschützer. Und das Gesetz auch.

Neue Sommerflugpläne: Das ändert sich bald an den Flughäfen im Land

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit ändern sich Ende März auch die Flugpläne. An den Flughäfen im Südwesten kommen neue Ziele und teils auch neue Airlines hinzu. Welche Möglichkeiten es nun gibt.

Nach der Landtagswahl: Özdemir sieht große Erwartungen an künftige Koalitionäre

Wann treffen sich in Baden-Württemberg der grüne Wahlsieger Cem Özdemir und CDU-Mann Hagel zu ersten Gesprächen über eine Zusammenarbeit? Und: Haben sich die Gemüter bei der enttäuschten CDU beruhigt?

15-Jähriger fährt Freundin mit gestohlenem Linienbus zur Schule nach Karlsruhe

Das muss Liebe sein: Ein Teenager setzt sich ans Steuer eines Linienbusses. Er fährt damit über 100 Kilometer - dann chauffiert er seine Freundin zur Schule. Die Ermittler stehen vor einigen Rätseln.

Polizei teilt mit: Schiffsunfälle am Bodensee auf Zehnjahres-Höchststand

104 Schiffsunfälle, rund zwei Millionen Euro Schaden: Auf dem Bodensee wurde 2025 ein Zehnjahres-Höchststand erreicht. Was steckt hinter dem Anstieg?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.