News aus Baden-Württemberg
Statistik: Gewalt gegen Einsatzkräfte bleibt ein Problem

News aus Baden-Württemberg Statistik: Gewalt gegen Einsatzkräfte bleibt ein Problem

Quelle: Marijan Murat
dpa

Bei Demonstrationen und beim Einsatz vor dem brennenden Haus, bei Sanitätsdiensten und in Stadien, bei der Streife – Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter sind häufig Gewalt ausgesetzt. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.

Die Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in Baden-Württemberg bleibt nach Angaben des Innenministeriums auf einem hohen Niveau – und ein Ende ist nicht in Sicht. Demnach sind im vergangenen Jahr 5049 Gewalttaten gegen Polizisten im Südwesten erfasst worden, im Jahr zuvor waren es knapp 100 Fälle oder zwei Prozent mehr. Feuerwehrleute und Rettungsdienste waren im vergangenen Jahr noch häufiger als zuvor der Gewalt ausgesetzt. Die Zahl der Straftaten gegen sie legte im Jahresvergleich um 5 auf 187 zu (plus 2,7 Prozent).

Auch in den vergangenen Monaten hat sich dieser Trend kaum geändert, wie aus Angaben des Innenministeriums hervorgeht. Demnach liegt die Gewalt gegen Polizisten auf dem Niveau des Vorjahres, Rettungskräfte wurden dagegen häufiger attackiert. Die konkreten Jahreszahlen werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst, die erst im kommenden Jahr vorgestellt wird. In den vergangenen Jahren waren vor allem operative Einheiten wie Streifendienstbeamte und Bereitschaftspolizisten betroffen.

Der Deutsche Feuerwehrverband fordert deshalb ein hartes Durchgreifen. «Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass Feuerwehren, aber auch Rettungsdienste und Polizei als Vertreter des Staates nicht ohne harte Strafen angegriffen werden», sagte der Verbandspräsident Karl-Heinz Banse der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Die Gesetze geben das her.»

Es sei bereits alles geregelt. «Wir brauchen keine härteren Strafen. Ich möchte nur, dass diese Strafen durchgesetzt werden. Ich möchte, dass Urteile gefällt werden», sagte Banse. «Es kann nicht sein, dass unsere Leute gefährdet werden, fast überfahren werden und hinterher wird es als Bagatelldelikt dargestellt.»

Innenminister Thomas Strobl (CDU) appelliert an die Menschen im Land, sich «wie eine Schutzmauer vor unsere Einsatz- und Rettungskräfte zu stellen». Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste verdienten Respekt und Anerkennung. «Wer Einsatzkräfte bedroht oder gar verletzt, beschädigt das gesellschaftliche Klima und den Zusammenhalt, er überschreitet eine rote Linie», sagte Strobl der dpa. «Das geht gar nicht.»

Die Zahl der Opfer ist bei den Rettungskräften – also bei Feuerwehrleuten und Rettungsdienste – im vergangenen Jahr allerdings auch stark zurückgegangen: Im Jahresvergleich sank sie 2021 um 30,3 Prozent auf 76 Leichtverletzte. Laut Statistik wurden im Jahr 2021 zudem insgesamt 2471 Polizistinnen und Polizisten verletzt, 18 davon schwer. Im Jahr zuvor waren es 2360, von denen 27 schwere Verletzungen erlitten. Das Innenministerium geht anhand der bisher vorliegenden Zahlen davon aus, dass die Zahl der verletzten Opfer aufseiten der Polizei weiter sinken wird, während sie bei den Feuerwehrleuten und Rettungsdiensten steigen dürfte.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) nennt die Zahlen «besorgniserregend». Auch die Fälle, in denen die Gewerkschaft Rechtsbeistand geben müsse, sei auf unverändert hohen Niveau. «Dabei steigt die Zahl der Täter- oder Beschuldigten, die schuld- und deliktsunfähig sind», warnte der DPolG-Landesvorsitzende Ralf Kusterer. «Das bedeutet, dass Polizeibeschäftigte kein Schmerzensgeld erhalten. Der Staat lässt Sie alleine.» Der dienstliche Rechtsschutz sei mangelhaft, die fehlende Fürsorge ein Ärgernis, kritisierte er.

 

Weitere Nachrichten

235 Millionen Euro Förderung für Städtebau in Baden-Württemberg bewilligt

Der Städtebau in Baden-Württemberg wird in diesem Jahr nach Angaben der Landesregierung mit rund 235 Millionen Euro gefördert.

Erste Tarifrunde für Chemieindustrie in Karlsruhe endet ohne Ergebnis

Für mehr als 70.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmabranche im Südwesten soll es nach Gewerkschaftsvorstellungen mehr Geld geben. In der Krise undenkbar, meinen die Arbeitgeber.

Laut Dehoga: Lage für Betriebskantinen weiterhin herausfordernd

Die Corona-Krise schlägt auch bei den Betriebskantinen zu Buche - mit einem dicken Minus. Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem die Branche hadert.

Europa-Park startet neue Achterbahn "Voltron Nevera"

In einem südlichen Adria-Ambiente dreht die neue Achterbahn des Europa-Parks ihre Runden. Im Mai gibt es dann einen weiteren Neubeginn in der Freizeitanlage.

Volocopter in Bruchsal: CSU wirft Aiwanger Blockade von Umzug nach Bayern vor

Die CSU hat dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vorgeworfen, eine Bürgschaft für den Elektro-Helikopter-Hersteller Volocopter und damit den Umzug des Start-ups nach Bayern zu blockieren.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.