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Trockenheit, Hitze und Krankheiten: Historisch schlechte Zuckerrüben-Ernte befürchtet

News Trockenheit, Hitze und Krankheiten: Historisch schlechte Zuckerrüben-Ernte befürchtet

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Es steht nicht gut um die Zuckerrüben auf den Anbauflächen in Süddeutschland. Das dürfte auch Folgen für die Verbraucher haben.

Trockenheit, Hitze und Krankheiten machen den Zuckerrüben zu schaffen. Deshalb dürfte in Süddeutschland voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, wie der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer in Ochsenfurt in Unterfranken mitteilte. Man erwarte die niedrigste Ernte seit der Wiedervereinigung, sagte Geschäftsführer Paul-Martin Pfeuffer.

Der Verband rechnet mit Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, denn auch andernorts fällt die Ernte schlecht aus. Frankreich, das größte europäische Rübenanbau-Land, leide unter extremer Hitze und Trockenheit, «das hat im Markt Gewicht», sagte Pfeuffer. «Wenn wichtige Anbauregionen schwächeln, erwarten wir eine Reaktion.»

Während Getreidefelder schon meist abgeerntet sind, ist der Hochsommer für die Zuckerrübe noch eine wichtige Phase, da Masse und Zucker zuwachsen. Allerdings: Wegen der anhaltenden Trockenheit hätten die Pflanzen vielerorts ihr Wachstum eingestellt, hieß es weiter. Selbst auf Standorten mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigten die Bestände deutliche Stresssymptome wegen Trockenheit.

Krankheiten sorgen für gummiartige Rüben

Zugleich breiteten sich Krankheiten wie SBR und Stolbur aus. Denn: Trockenstress schwäche die Widerstandskraft der Pflanzen gegen die Erreger. Durch die Krankheiten entwickelten die Rüben eine gummiartige Konsistenz und es sei deutlich weniger Zucker extrahierbar.

Landwirte, die Zuckerrüben abliefern, hätten im Schnitt auf etwa 20 bis 25 Prozent ihrer Flächen Rüben angebaut, erläuterte Pfeuffer weiter. Der wirtschaftliche Druck sei hoch – zumal auch die Ertragssituation bei anderen Ackerkulturen schwierig sei.

Absolute Zahlen zur Zuckerproduktion in Süddeutschland nennt der Verband aus Wettbewerbsgründen nicht.

Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer ist die Dachorganisation sieben regionaler Verbände und spricht nach eigenen Angaben für knapp 10.000 Rübenanbauer. Auf rund 100.000 Hektar bauen sie demnach Zuckerrüben an und beliefern sieben Fabriken. Das Gebiet erstreckt sich über die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen sowie über Teile Nordrhein-Westfalens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs.

 

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