KSC
Stimmen zur KSC-Niederlage gegen Hannover: „Wir belohnen uns am Ende zu wenig“

KSC Stimmen zur KSC-Niederlage gegen Hannover: „Wir belohnen uns am Ende zu wenig“

Quelle: aim

Der Karlsruher SC hat am Samstagnachmittag, 25. April 2026, vor rund 30.300 Zuschauern im BBBank Wildpark mit 1:3 gegen Hannover 96 verloren. Torschütze der Badener war Fabian Schleusener. meinKA sprach nach der Partie mit Trainer und Spielern.

meinKA: Was ist dein Resümee zum Spiel?

Marcel Franke, KSC-Verteidiger: „Ich würde sagen, heute war auf jeden Fall mehr drin. Die haben drei oder vier Chancen und machen drei Tore, und wir haben fünf Chancen und machen eins. Wenn man es heute mal so krass zusammenfassen will: Die Leistung war in Ordnung, aber die Effizienz war heute nicht da. Es ist so ein bisschen typisch, dass wir gegen diese Topmannschaften ganz schnell in Rückstand geraten, das hat man ja letzte Woche gesehen und heute ist es wieder das Gleiche. Wir betreiben einen großen Aufwand, aber wir belohnen uns am Ende zu wenig.

 

meinKA: Was hat euch heute gefehlt?

Marvin Wanitzek, KSC-Kapitän: „Ich glaube, heute hat man gesehen, dass vielleicht ein Stück weit die individuelle Qualität fehlt – wie beim Gegentor – oder auch der maximale Wille, mit voller Überzeugung in die Box zu gehen. Andersherum kann man sagen: Vielleicht fehlt auch die Überzeugung, solche Situationen konsequent zu verteidigen, vielleicht schon vor dem Sechzehner zu klären. Das sind kleine Unterschiede – Hannover war heute nicht zwei Klassen besser. Letzte Woche haben wir gesehen, dass das Spiel mit Ball ein Fortschritt nach vorne war. Aber es ist natürlich so, dass uns gerade in den entscheidenden Momenten die klaren Chancen fehlen. Ich glaube, das hat man auch in der zweiten Halbzeit gesehen.“

 

meinKA: Wie bewertest du die heutige Leistung deiner Mannschaft?

Christian Eichner, KSC-Cheftrainer: „Ich habe über 90 Minuten ein Unentschieden-Spiel gesehen – das kann ich vorwegnehmen. Wir wollten uns nicht in dieses ballbesitzdominierende Spiel hineinmanövrieren lassen, sondern sind bewusst ins Mann-gegen-Mann gegangen, wie es große Mannschaften tun. Es gab dann eine Torchance für den Gegner, weil wir es nicht geschafft haben, uns rechtzeitig mit einem

langen Ball zu lösen. Es waren ein, zwei Bälle zu viel, die du trotzdem spielen musst, weil der Gegner sonst nur Ballbesitz hat. Das hat in der ersten Halbzeit lange Zeit den Unterschied ausgemacht. Wir hatten diese eine Chance von Philipp Förster, und machen dann das 1:1, was für uns mental sehr wichtig war. Denn wenn du gegen Christians Mannschaften in Rückstand gerätst und lange hinten liegst, ist das extrem schwierig für den Kopf.

In der zweiten Hälfte ist aus meiner Sicht lange Zeit sehr wenig in den Strafräumen passiert. Der Gegner hat etwas mehr Dominanz entwickelt und hatte seine klare Einschussmöglichkeit – ähnlich wie beim 0:1 nach einer Balleroberung. Marcel Franke klärt noch auf der Linie, sonst steht es da schon 1:2. Dann gab es die verschiedenen VAR-Entscheidungen. Und dann kommt eine ganz wichtige Situation: das 1:2.

Um große Mannschaften dieser Liga zu schlagen, musst du fehlerfrei bleiben. Du darfst in der zweiten Halbzeit einfach nichts anbieten. Dann kommst du in eine Phase, in der der Gegner vielleicht „all-in“ gehen muss und genau in dieser Phase bieten wir etwas an, indem wir zweimal den Ball nicht klar klären. Es war zwar fußballerisch gut ausgespielt, aber wenn man es sich anschaut, gibt es zwei 50:50-Zweikämpfe. Der Gegner setzt sich durch und macht das 1:2 – und das entscheidet dieses Spiel.

In der Summe fehlt uns ein Stück, um solche Mannschaften zu schlagen. Heute wären wir dran gewesen, denn es macht etwas mit Mannschaften, die oben stehen. Sie müssen liefern. Es ist ein unangenehmer Gegner auf der anderen Seite. Du musst dann zum richtigen Zeitpunkt fehlerfrei sein und selbst den „Lucky Punch“ setzen. Da war der Gegner uns heute voraus, deshalb gewinnt er verdient. In Summe das beste Spiel gegen ein Top-5-Mannschaft dieses Jahr.“

 

| Quelle: aim

 

meinKA: Wie hast du die Elfmetersituation kurz vor Schluss wahrgenommen – war es ein Foul?

Hans-Christian Bernat, KSC-Torwart: „Das ist schwer zu sagen. Ich verstehe, dass man einen Elfmeter geben kann, aber das sind solche Situationen, die schwer für den Torwart sind, weil der Spieler schon vorher abspringt und seine Beine in meine Hände bringt. Es ist nicht so, dass ich versuche, ihn zu Fall zu bringen – der Ball ist da schon weg. Ich finde, es ist unfair, aber es ist Teil des Spiels, und so ist es.“

 

meinKA: Du wurdest vermeintlich gefoult und es gab keinen Elfmeter, wie war die Situation für dich?

Marvin Wanitzek, KSC-Kapitän: „In der Live-Situation, so wie ich es wahrgenommen habe, hatte ich klar die Kontrolle über den Ball. Der Ball war eigentlich schon wieder bei mir. Ich spüre den Kontakt und bekomme einen Impuls, weil ich mir eigentlich überlegt hatte, mit dem Kontakt vorbeizugehen und abzuschließen. So bringt er mich aus dem Rhythmus. Keine Ahnung, ob das am Ende entscheidend ist.

Ich weiß auch nicht, ob so eine Entscheidung zurückgenommen wird, hätte es den Elfmeter direkt gegeben. Deshalb hat es wahrscheinlich auch länger gedauert. Ich muss es mir selbst nochmal anschauen. Aber so, wie ich es wahrgenommen habe – wer den Fußball in den letzten Wochen und Monaten verfolgt hat, weiß, dass es solche Situationen öfter gab.“

 

meinKA: Wie blickst du auf die heutigen Elfmeterentscheidungen zurück?

Christian Eichner, KSC-Cheftrainer: „Für mich ist das zunächst einmal eine klare Szene – ein eindeutiger Handelfmeter, den man sich ins Lehrbuch schreiben kann – für uns zum Glück Abseits, das war richtig. Ich glaube, auch der Elfmeter zum 3:1 war regelkonform. Ich hätte ihn live auch gegeben.

Tatsächlich hätte ich live bei der Szene mit Marvin Wanitzek sofort Elfmeter gegeben, der Gegner aus meiner Perspektive in der Aktion voll reingeht. Das war mein Eindruck. Und Marvin lässt sich normalerweise nicht fallen – er ist eher der Typ, der versucht, das Tor zu machen. Ich habe bisher auch noch niemanden gehört, der gesagt hat, das sei ein klarer Elfmeter gewesen.“

 

Fotogalerie | KSC verliert gegen Hannover 96

Weitere Nachrichten

Tor und offene Pläne: Schleuseners Abschiedstournee beim KSC

Fabian Schleusener verlässt den KSC - aber wohin? Was der Routinier über seine Zukunft verrät und warum seine Tochter beim Abschied besonders profitiert.

3:1 in Karlsruhe: Hannover legt im Aufstiegsrennen vor

Sieben Jahre nach dem Abstieg darf Hannover 96 weiter von der Bundesliga-Rückkehr träumen. In Karlsruhe holten die Niedersachsen wichtige Punkte im Aufstiegsrennen.

KSC verpflichtet jungen Torwart aus der Regionalliga

Der Karlsruher SC holt mit Ferdinand Gebert einen jungen Torwart aus Walldorf. Was sich der Zweitligist von der neuen Konstellation auf der Torhüterposition verspricht.

Karlsruher SC im Niemandsland: Trainer Eichner will kein Austrudeln

Der KSC kann im Saisonendspurt der 2. Liga noch zum Faktor im Aufstiegsrennen werden - allerdings nur als Gegner der Top-Teams. Für den Club selbst geht es um einen versöhnlichen Abschluss.

Interview

Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit Sebastian Jung

In unserer blau-weißen Interview-Reihe „7 Fragen mit…“ werfen wir einen Blick hinter die KSC-Kulissen. Dabei sprechen wir über aktuelle Situationen und persönliche Themen, um die Spieler etwas näher kennenzulernen. Heute im Fokus: Sebastian Jung.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.