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Trendwende: Polizei wächst trotz Pensionierungswelle weiter

News Trendwende: Polizei wächst trotz Pensionierungswelle weiter

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Nach Jahren des Personalmangels sieht das Innenministerium die Trendwende bei der Polizei als erreicht an. Über 1.200 Nachwuchskräfte beginnen in diesem Jahr ihre Ausbildung.

Die Polizei Baden-Württemberg hat nach jahrelanger Personalnot aus Sicht des Innenministeriums die Trendwende geschafft. Man habe den Höhepunkt der Pensionierungswelle hinter sich, bestätigte ein Sprecher der dpa auf Nachfrage. Allein im laufenden Jahr 2025 habe die Polizei 1.254 Nachwuchskräfte im mittleren und gehobenen Dienst eingestellt – 54 mehr als ursprünglich vorgesehen.

Seit Beginn der Einstellungsoffensive unter Innenminister Thomas Strobl (CDU) im Jahr 2016 habe man mehr als 13.000 junge Menschen für die Ausbildung bei der Landespolizei gewinnen können. Trotz der anhaltenden Pensionierungswelle stünden heute rund 500 Polizistinnen und Polizisten mehr im Dienst als damals, so das Ministerium. Bis 2026 soll der Zuwachs auf über 1.000 Kräfte steigen.

Mehr als vier Bewerber auf eine Stelle

«Trotz des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der wachsenden Herausforderungen gelingt es uns nach wie vor, viele junge, qualifizierte Menschen für den Polizeiberuf zu gewinnen», sagte Minister Strobl. Die Polizei Baden-Württemberg sei ein attraktiver und beliebter Arbeitgeber. «Und dafür tun wir einiges: Wir sorgen für gute Arbeitsbedingungen und für eine moderne Ausstattung.»

Das Ministerium spricht von einer guten Bewerberlage. Allerdings ist die Zahl der Bewerbungen 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken – im mittleren Dienst um 7,5 Prozent auf 2.573, im gehobenen Dienst um 2,6 Prozent auf 2.735. Dennoch kamen auf eine Planstelle im gehobenen Dienst noch mehr als vier Bewerber.

Wer die Tests geschafft hat, ist drin

Alle 818 Bewerberinnen und Bewerber für den gehobenen Polizeivollzugsdienst, die den Auswahltest bestanden und die Voraussetzungen wie die bestandene Sportprüfung erfüllten, wurden im laufenden Jahr übernommen.

Zunächst hatten im Sommer Dutzende Anwärter für den gehobenen Dienst trotz bestandener Auswahltests Absagen erhalten – aufgrund mangelnder Ausbildungskapazitäten. Dafür habe man Platz geschaffen und die Einstellungen im mittleren Dienst zurückgeschraubt, bestätigte ein Sprecher – sie lagen mit 436 deutlich niedriger als in den Vorjahren. Im gehobenen Dienst stieg die Zahl der Einstellungen im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent.

Verschiedene Wege führen zum Polizisten

Die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst dauert zweieinhalb Jahre – die Absolventen arbeiten oft direkt auf der Straße. Sie führen Kontrollen durch, nehmen Anzeigen auf, helfen Bürgerinnen und Bürgern in Notlagen. Für den gehobenen Dienst ist eine neunmonatige Vorausbildung und ein dreijähriges Studium erforderlich – das werden häufig Beamte, die oft zusätzlich Führungs-, Planungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen. Für den höheren Dienst wird noch ein zweijähriger Masterstudiengang an der Hochschule der Polizei draufgesattelt – die Absolventen übernehmen oft übergeordnete Führungs- und Leitungsaufgaben.

 

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