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Unterschriften-Protest gegen SWR-Entscheidung: Rettung der „Eisenbahn-Romantik“

News Unterschriften-Protest gegen SWR-Entscheidung: Rettung der „Eisenbahn-Romantik“

Quelle: picture alliance / dpa
dpa

Mehr als 32.000 Fans kämpfen mit einer Petition für eine ihrer Lieblingssendungen. Was die Initiatoren kritisieren. Und wie der Sender reagiert.

Mit Unterschriften von 32.667 Menschen wollen Fans der Fernsehsendung «Eisenbahn-Romantik» beim Südwestrundfunk (SWR) für deren Erhalt kämpfen. Die gesammelten Stimmen der Unterstützerinnen und Unterstützer einer Petition werden jetzt dem SWR-Intendanten Kai Gniffke geschickt, wie die Initiatoren um Ulrich Klumpp aus Speyer mitteilten. «Auf insgesamt 675 DIN-A4 Seiten wird sichtbar, wie groß die Zahl der Zuschauer ist, deren Anliegen bislang unbeachtet geblieben sind.»

Aussicht auf Erfolg hat das Unterfangen jedoch nicht: Der Sender bekräftigte, dass aus Kostengründen keine weiteren Neuproduktionen geplant seien.

 

Dieses Jahr noch neue Folgen zu sehen

Die Petition war eine Reaktion auf die Ankündigung des SWR, Neuproduktionen der Reihe nach mehr als 30 Jahren zu beenden. Die Marke «Eisenbahn-Romantik» bleibe aber erhalten, heißt es auf der Internetseite des Senders: «So gibt es mehr als 1.000 online verfügbare Folgen der „Eisenbahn-Romantik“ in der ARD Mediathek, die weiterhin auf dem angestammten Sendeplatz im SWR wiederholt werden.» Auch sollen in diesem Jahr erst 2025 produzierte Ausgaben über Züge etwa in Japan, Mexiko und Spanien zu sehen sein.

Die Kritiker dieser Entscheidung monieren aber unter anderem auch, dass der YouTube-Kanal «Eisenbahn-Romantik» eingestellt wurde. «Zahlreiche historisch wertvolle Filme sind dadurch nicht mehr öffentlich zugänglich», heißt es in der Mitteilung. Der Verweis auf Mediathek und andere Kanäle greife aus Sicht vieler Zuschauer zu kurz, da dort nur ein Bruchteil der Filme verfügbar sei.

Eine SWR-Sprecherin begründete die Einstellung zum 1. März damit, dass der Kanal aus den genannten Kostengründen nicht mehr mit Neuproduktionen bestückt werden könne. «Die rund 100 bestgesehenen Videos werden künftig auf dem SWR YouTube-Kanal zu finden sein.» Zudem seien mehr als 1.000 Folgen in der ARD-Mediathek zu sehen.

 

Der «würdige Abschied für ein sehr geschätztes Format»

Auch verwiesen die Kritiker darauf, dass der SWR in der Nacht von Ostersonntag auf -montag eine «Lange Nacht der Eisenbahn-Romantik» gesendet hatte. «Für viele Zuschauer ein deutliches Zeichen, dass der Sender selbst sein ungeliebtes Format dann doch immer noch gerne ausstrahlt und „Totgesagte“ offensichtlich länger leben», hieß es.

Der SWR hingegen bezeichnete die «Lange Nacht» als «würdige(n) Abschied für ein sehr geschätztes Format». Die Einschaltquote für die sieben gesendeten Folgen habe bei durchschnittlich 2,3 Prozent im Südwest-Sendegebiet gelegen.

Ferner kritisieren die Initiatoren der Petition, nicht alle Schreiben der Kritiker seien beantwortet worden, etwa vom Chefredakteur des Modellbahnmagazins «Trainini». Bei einer öffentlichen Sitzung des Rundfunkrats im Dezember habe aber der Vorsitzende, Engelbert Günster, dies gesagt. Es gehe daher längst nicht mehr nur um das Ende der «Eisenbahn-Romantik», schreiben die Männer. «Es geht um Transparenz, Dialog und den Umgang mit Zuschauern. Wenn grundlegende Fragen unbeantwortet bleiben, entsteht ein Vertrauensproblem.»

Bei dem genannten Schreiben handelte es sich um einen offenen Brief, weswegen laut der SWR-Sprecherin keine Antwort erfolgt ist. Zumal in der Rundfunkratssitzung «die programmlichen Punkte angesprochen wurden».

 

Pausenfüller, Erfolgssendung, schwache Quoten

Die Sendung war zunächst als Pausenfüller im SWR-Programm angedacht gewesen. Doch die Macher wurden vom Zuspruch überrascht – und so wurden die Filme über Züge und Bahnstrecken schnell zu einer Erfolgsserie. Der SWR produzierte über die Jahre mehr als 1.000 halbstündige Folgen.

Nach der Kritik über die geplante Einstellung hatte der Sender mit den Quoten argumentiert: «Eisenbahn-Romantik» habe in den vergangenen zehn Jahren zwischen 3,2 und 4,2 Prozent Marktanteil im SWR-Sendegebiet erreicht. «Das heißt, zwischen 15.000 und 67.000 Menschen haben jeweils zugesehen.» Im Bundesgebiet habe der Marktanteil zwischen 1,2 und 2,5 Prozent gelegen. Es hätten zwischen 60.000 und 270.000 Menschen eingeschaltet.

 

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