News aus Baden-Württemberg
Vorbild LKA? Zunehmend anonyme Hinweise auf Polizeiplattform

News aus Baden-Württemberg Vorbild LKA? Zunehmend anonyme Hinweise auf Polizeiplattform

Quelle: Jens Büttner
dpa

Das neue Meldeportal gegen Steuerbetrug verführe zu Verleumdungen, sagen Kritiker. Auch das Landeskriminalamt hat eine Plattform im Kampf gegen rechte Parolen oder Korruption. Wie sind die Erfahrungen?

Im Streit um die Online-Plattform für Hinweise auf Steuerbetrug könnte das scharf angegangene Finanzministerium seine Kritiker auch ans Landeskriminalamt (LKA) verweisen. Denn die oberste Polizeibehörde des Landes führt ein ähnliches Portal – und hat bislang gute Erfahrungen gemacht.

Die Anzahl von falschen Verdächtigungen ist nach Angaben eines LKA-Sprechers bislang relativ gering. «In den letzten fünf Jahren ging insgesamt eine einstellige Anzahl an Meldungen von Hinweisgebern ein, welche nach Prüfung und Bewertung als «von falschen Anschuldigungen motiviert» einzustufen sind.» Diese Bewertung sei bei Meldungseingang zunächst kaum möglich, sie kristallisiere sich meist erst später heraus.

Das LKA hat sein Instrument im September 2012 zunächst für die Bereiche Korruption und Wirtschaftskriminalität eingeführt. In der Folge wurde das System auch für Hinweise aus den Bereichen Rechtsextremismus, islamistischer Extremismus und Terrorismus, Linksextremismus und Antisemitismus erweitert. Und die Zahl der Hinweise auf mögliche Straftaten steigt stetig. Wurden im Jahr 2013 190 Meldungen verzeichnet, so waren es 2020 schon 551 Tipps, wie ein Sprecher in Stuttgart mitteilte.

Im selben Jahr war etwa jeder vierte (insgesamt 131) Hinweis nicht geeignet. Es habe beispielsweise die strafrechtliche Relevanz gefehlt, wie der Sprecher weiter berichtete.

Ein entsprechendes System wird auch in Niedersachsen und Hamburg eingesetzt. Es wird rund um die Uhr betreut, hieß es. Sofern bei dem Meldesystem ein Postfach eingerichtet worden sei, werde innerhalb von 24 Stunden eine Eingangsbestätigung übersandt. Mithilfe des Postfachs könne auch anonym kommuniziert werden.

Landesfinanzminister Danyal Bayaz muss seit mehreren Tagen scharfe Kritik wegen des neuen und bundesweit ersten Meldeportals für Hinweise auf Steuerbetrug einstecken. Der Grünen-Politiker verweist darauf, dass es ähnliche Projekte auch in anderen Bundesländern gibt, nur eben nicht online. CDU und FDP, aber auch Politiker aus AfD und SPD kritisieren hingegen, das Portal verleite zum Anschwärzen und stelle vor allem Hausbesitzer und Handwerker unter Generalverdacht. Die Steuerberaterkammer warnt vor «jeder Menge irrelevanter Meldungen».

Das ist allerdings bereits heute der Fall: Nach Angaben des baden-württembergischen Finanzministeriums sind im vergangenen Jahr von 1619 Anzeigen nur 2,9 Prozent relevant gewesen für die Steuerfahndung.

 

Weitere Nachrichten

Bei Amazon verkauft: Amt warnt vor Honigpaste mit verstecktem Viagra-Wirkstoff

Honigpaste im Internet gekauft? Möglicherweise steckt dort ein Potenzmittel drin - und das ohne Hinweis, warnt das Landratsamt Tübingen. Was Verbraucher über das betroffene Produkt wissen müssen.

JobRad baut weniger Stellen ab als zunächst befürchtet

Nach Gesprächen mit dem Betriebsrat steht fest: Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gehen. Was Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung dazu sagen.

Feuer und Rauch in Autobahn-Tunnel entlang der A81

Nach einem Lkw-Brand im Engelbergtunnel bleibt die A81 gesperrt. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, die Ursache des Feuers ist noch unklar. Was das für den Verkehr bedeutet.

Nach Gewinneinbruch: Mercedes-Chef verdient deutlich weniger

Ola Källenius zählte zuletzt zu den Topverdienern im Dax. Nach dem Gewinneinbruch ist auch die Vergütung beim Mercedes-Chef 2025 deutlich zurückgegangen. Wie viele Millionen hat er dennoch verdient?

Frühling hält Kurs - Hier lockt im Südwesten die Sonne

Morgens noch Nebel, nachmittags Sonnenbrille: Wo im Südwesten jetzt frühlingshafte Temperaturen und strahlende Sonne warten – und wo es etwas länger trüb bleibt.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.