News
Warum Waghäusel im Landkreis Karlsruhe bei Hitzerekorden so oft vorn liegt

News Warum Waghäusel im Landkreis Karlsruhe bei Hitzerekorden so oft vorn liegt

Quelle: Jens Büttner/dpa/Archivbild
dpa

Warum knackt Waghäusel immer wieder Hitzerekorde? Ein Blick auf Luftströme, Stadtbebauung und einen besonderen Standort der Wetterstation verrät mehr.

Waghäusel im Kreis Karlsruhe wartet immer wieder mit rekordverdächtigen Temperaturen im Südwesten auf: In den vergangenen drei Jahren wurden dort jeweils die Jahreshöchsttemperaturen von Baden-Württemberg gemessen. Das habe verschiedene Gründe, erläutert Hanns Ulrich Kümmerle vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Denn abgesehen von Mannheim liege kein Ort in Baden-Württemberg so tief wie die 22.000-Einwohnerstadt in der oberrheinischen Tiefebene.

 

Lage und Winde begünstigen Wärmerekorde

Meistens wehten in Mitteleuropa Westwinde, die dann über den Pfälzerwald zögen und über den Wald hinwegströmten. Sobald der Wald sozusagen zu Ende sei, sinke die Luft dann am sogenannten Haardtrand ins Rheintal ab. «Und zwar aus etwa 400 bis 600 Metern Höhe», wie Kümmerle erklärte. Der Luftdruck wiederum steige beim Absinken. «Wenn der steigt, erhöht sich gleichzeitig auch die Temperatur pauschal um ein Grad pro Hundert Meter. »

Heißt: Wenn oben die Luft beispielsweise schon 30 Grad warm ist und um 400 Meter in die Rheinebene sinkt, beträgt unten die Lufttemperatur Kümmerles Worten zufolge schon 34 Grad. Dort wärmt sich die Luft weiter auf, etwa durch warme Ackerflächen, und strömt von dort unter anderem nach Waghäusel. Dort heize sie sich wegen der Bebauung weiter auf – «aus 34 Grad können dann 35 oder 36 Grad werden», sagte der DWD-Experte.

 

Auch Standort von Wetterstationen spielt eine Rolle

Zudem steht die DWD-Wetterstation den Angaben zufolge nicht außerhalb Waghäusels, sondern in der Stadt im Stadtteil Kirrlach. In Mannheim hingegen befinde sie sich außerhalb des Stadtgebietes, abseits aufgeheizter bebauter Flächen. Würde die Wetterstation in Mannheims Innenstadt stehen, würden die Temperaturrekorde wohl meistens dort und nicht in Waghäusel aufgestellt, erklärte Kümmerle.

Laut internationaler Übereinkunft der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) messe man die Wetterdaten aber idealerweise auf einer Grünfläche außerhalb von Städten, das sei aber nicht immer möglich. Denn um eine Wetterstation zu betreiben, brauche man unter anderem Strom und Internet. In Waghäusel-Kirrlach sei das außerhalb des Ortes nicht machbar gewesen. Die Station befinde sich daher dort «als zweitbeste Lösung» in einem Wohngebiet.

 

Hitzewelle bleibt die nächsten Tage

Ob der Jahresrekord auch in diesem Jahr an der Waghäusel-Wetterstation gemessen werde, bleibe abzuwarten. «Der Sommer geht noch eine Weile», sagte Kümmerle. Die derzeitige Hitzewelle im Land dürfte noch die ganze kommende Woche anhalten mit Temperaturen von teils sehr deutlich über 30 Grad.

Übrigens: Die vermeintlichen 40 Grad, die oft auf Temperaturanzeigen etwa vor Apotheken zu sehen seien, messen nicht die Lufttemperatur, sondern letztlich die Temperatur des aufgeheizten Geräts, wie Kümmerle sagte. Verlässlich seien nur die an Wetterstationen gemessenen Werte.

 

Weitere Nachrichten

Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig – Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung in Klinik

Nach einem Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig sind zwei Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Das teilte die Polizei Karlsruhe auf Anfrage am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, mit.

Erstes Wochenende mit Schnee im Hochschwarzwald

Nachdem die Skipisten am Feldberg nach dem ersten Schnee diese Woche erst wieder grün wurden, sind sie nun wieder mit einer dünnen Schneeschicht belegt: Das weckt Freude auf die Skisaison.

Vom Straßenrand in den Napf: Unfallwild wird Tierheimfutter

Bei einer bundesweit einmaligen Kooperation wollen Jäger dem Reutlinger Tierheim verendete Rehe für die Hunde bringen. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und welche Rolle Allergien spielen.

Rehe und Wildschweine: Wie man Wildunfälle vermeidet und was im Notfall zu tun ist

Rund 25.900 Wildunfälle gab es vergangenes Jahr in Baden-Württemberg, 262 Menschen wurden verletzt. Die Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr in die Dämmerung - worauf es jetzt ankommt.

Sturmschaden: Zugverkehr am Hauptbahnhof Karlsruhe kurzzeitig eingestellt

Ein Gegenstand fliegt in die Oberleitung, Reisende berichten von «massivem Funkenschlag»: Am Karlsruher Hauptbahnhof stand der Zugverkehr zeitweise völlig still.

Vor der Weihnachtsbaum-Saison: So werden die Preise

Ab November werden die ersten Christbäume der Saison gefällt. Was der trockene Sommer vor allem im Süden für die Bäume bedeutet hat, was die beliebtesten Arten sind – und was sie kosten werden.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.