News aus Baden-Württemberg
Kredite und Beratung: Land will „Winterlücke“ stopfen

News aus Baden-Württemberg Kredite und Beratung: Land will „Winterlücke“ stopfen

Quelle: Tobias Hase
dpa

Die drohende «Winterlücke» bei der Gaspreisförderung könnte aus Sicht der grün-schwarzen Koalition viele angeschlagene Unternehmen treffen. Ein Hilfsprogramm des Landes soll eine Brücke bauen. Die SPD bezweifelt, dass das ausreicht, andere loben die Initiative.

Mit einem landeseigenen Hilfsprogramm soll kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Brücke über die «Winterlücke» gebaut werden, die sich zwischen Dezemberabschlag und März auftut. Zwar übernehme der Staat für Gaskunden die Abschlagszahlung im Dezember, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag im Stuttgarter Landtag. Allerdings griffen die Energiepreisbremsen für kleine und mittlere Unternehmen erst im Februar oder März, andere Bundeshilfen noch später.

«Gleichzeitig brennt vielen Unternehmen aus dem Mittelstand aber schon jetzt der Kittel», warnte Kretschmann. Ziel sei es daher, durchgängige Hilfen bei den hohen Energiepreisen anzubieten. Es gehe vor allem darum, den Firmen so schnell wie möglich die wichtigen Mittel bereitzustellen.

Teil des Hilfsprogramms für die Wirtschaft sei ein Darlehen mit einem Zinssatz von 2,1 Prozent statt 4 Prozent, kündigte Kretschmann an. Zudem sei ein zinsverbilligter Liquiditätskredit ebenso geplant wie ein Tilgungszuschuss. «Diese Instrumente bringen wir sehr schnell an den Start», versprach der Ministerpräsident. «Noch im Dezember können Anträge gestellt werden.» Spätestens ab dem 1. Januar 2023 könne das Geld ausgezahlt werden. «Damit bauen wir eine verlässliche Brücke zwischen Dezember-Abschlag und den weiteren Hilfen des Bundes», sagte der Regierungschef.

Bis zum 1. Dezember wollen Bund und Länder zudem ein Konzept vorlegen, um kleineren und mittleren Unternehmen zu helfen, die von geplanten Energiepreisbremsen nicht ausreichend entlastet werden. Ebenfalls im Paket: Unternehmen können sich beraten lassen.

Die in Baden-Württemberg – anders als im Bund – oppositionelle SPD nannte die Pläne unzureichend. «Was Sie heute ankündigen, ist kein Doppelwumms und kein Wumms und nicht einmal ein halber Wumms», sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. Es würden zum Beispiel nur zinsvergünstigte Darlehen angekündigt. «Während der Bund hilft, wollen Sie Hilfe nur verleihen und dafür wollen Sie noch 2,1 Prozent Zinsen.»

Es fehle zudem seit Monaten ein notwendiger Schutzschirm oder ein Härtefallfonds, sagte er und verwies auf Bayern und Niedersachsen. Mit den dortigen Programmen oder Energie-Härtefallfonds in Höhe von 970 Millionen Euro (Niedersachsen) und 1,5 Milliarden Euro (Bayern) sollen aber nicht nur kleinere und mittlere Unternehmen, sondern auch Kitas und Schulen, der Gesundheits- und Pflegesektor sowie Kultur- und Sporteinrichtungen unterstützt werden.

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund dürfen die Mittel in Baden-Württemberg nicht bedingungslos ausgezahlt werden. «Schnelle Wirtschaftshilfen für Betriebe in Not begrüßen wir», sagte der baden-württembergische DGB-Landesvorsitzende Kai Burmeister. Sie müssten aber an die Zusage gekoppelt werden, dass Beschäftigung gesichert werde. «Wenn öffentliche Gelder fließen, muss es klare Zusagen für Arbeitsplätze und zum Standorterhalt der Unternehmen geben», forderte Burmeister.

Lobende Worte gab es von Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold, der von «guten Botschaften fürs Handwerk» sprach. «Es ist extrem wichtig, dass die Landesregierung nun konkrete Hilfe mit einem ebenso konkreten Zeitplan in Aussicht gestellt hat», sagte er. Für viele Betriebe seien das wichtige und dringend benötigte Entlastungen, bis Gas- und Strompreisbremse tatsächlich griffen. Der Tilgungszuschuss bei den Liquiditätsdarlehen sei zudem elementar. «Zusätzliches Schuldenmachen in der Notlage, die sie selbst nicht verursacht haben, wird von den wenigsten gewollt», sagte Reichhold.

Weitere Nachrichten

Wegen hoher Spritpreise? Weniger Verkehr rund um Ostern

Weniger Staus, kürzere Wartezeiten: Der Osterverkehr in Baden-Württemberg war dieses Jahr entspannter. Der ADAC glaubt, den Grund zu kennen.

Altes Handwerk: Darum fährt ein Floß 250 Kilometer über Saar und Mosel

Ein Floß aus Baumstämmen schippert über Saar und Mosel. Was die Crew antreibt - und warum trotzdem ein Motor an Bord ist.

Laut Statistik: Unwetter richten 2025 deutlich weniger Schäden bei Autos an

Unwetter haben 2025 deutlich weniger Autos beschädigt als im Vorjahr. Warum ein ruhigeres Jahr laut Experten trotzdem keine Entwarnung bedeutet.

PFC-Skandal: Stadtwerke Rastatt können auf Millionen hoffen

Im Streit um PFC-belasteten Kompost hat das Landgericht Baden-Baden den Stadtwerken Rastatt einen Anspruch auf Entschädigung zugesprochen. Über die genaue Summe ist noch nicht entschieden.

Max Giesinger: Karlsruher Sänger hat sich beim Kuhstreicheln einen Finger gebrochen

Max Giesinger wollte nur eine Kuh streicheln – jetzt trägt er einen Verband und kann wochenlang keine Gitarre spielen. Was genau im Wellness-Urlaub schiefging.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.