News
Winzer erhalten Prämie für Stilllegung von Rebflächen

News Winzer erhalten Prämie für Stilllegung von Rebflächen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Steigende Kosten und sinkende Nachfrage setzen Winzer unter Druck. Eine neue Prämie soll helfen – und könnte auch die Artenvielfalt fördern. Was sich im Weinbau jetzt ändert.

Winzer können Weinberge künftig roden und bekommen dafür eine Prämie. «Gerodete Rebflächen können vorübergehend aus der Bewirtschaftung genommen werden. Das gibt den Betrieben eine Verschnaufpause, um Geschäftsmodelle zu überdenken», teilte Agrarministerin Marion Gentges (CDU) in Sasbachwalden (Ortenaukreis) mit. Mit der Rotationsbrache schaffe das Land ab kommendem Jahr eine weitere Möglichkeit, mit dem Strukturwandel umzugehen.

Immer mehr Winzer geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die Kosten steigen und sie weniger Wein verkaufen. Europaweit wird weniger Wein getrunken. Die Betriebe bauen gleichfalls auf immer weniger Fläche Wein an. Die Rebfläche sank im Jahr 2025 um 3 Prozent auf 25.822 Hektar, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte.

Oftmals würden Flächen nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohne. Gentges sagte, der Strukturwandel im Weinbau sei bedeutend für Baden-Württemberg. Bei der befristeten Stilllegung von Flächen könnten die Böden in der Zwischenzeit regenerieren und die offenen Flächen bereicherten Artenvielfalt und Landschaftsbild. Es gibt 2.500 Euro je Hektar, wenn auf der Fläche statt Rebstöcke dann befristet Blumen blühen. Geld gibt es für maximal drei Hektar.

Unterdurchschnittliche Ernte erwartet

Gentges bekräftigte, dass man auch regional prägende Steillagen langfristig erhalten und stärker fördern wolle. Der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Rainer Zeller, sagte: «Um auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften zu können, brauchen wir die Unterstützung der Politik – insbesondere dann, wenn es darum geht, unseren Unternehmen wieder die notwendige unternehmerische Freiheit zu geben.» Die Branche brauche verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Spielräume, damit die Betriebe wirtschaftlich arbeiten und Zukunftsperspektiven entwickeln könnten.

Die Weinlese 2026 hatte in vielen Regionen ungewöhnlich früh begonnen. Die anhaltende Trockenheit hat das Beerenwachstum gebremst. Deshalb sei insgesamt mit unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen, teilte das Agrarministerium weiter mit.

Die in Baden am häufigsten angebaute rote Rebsorte ist 2025 der Blaue Spätburgunder gewesen, bei den weißen Sorten liegen Ruländer und Müller-Thurgau vorn. In Württemberg dominierten weiterhin rote Rebsorten, darunter Trollinger und Lemberger. Die wichtigste weiße Rebsorte in Württemberg ist der Riesling.

 

Weitere Nachrichten

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?

"House of Yang": Neue Mystery-Serie spielt im Schwarzwald

Zeitsprünge, Geheimnisse und starke Frauen: wie das Trauma einer Familie Generationen verbindet - und warum man in diesem Haus im Schwarzwald besser keine Türen schließt.

In Regionalbahn entdeckt: Drei Katzenbabys in Zug ausgesetzt

Reisende entdecken in einem Zug mehrere ausgesetzte Kätzchen. Wer sich jetzt um die drei Tiere kümmert.

Kürbis-Wettwiegen: Sieger kommt auf 986 Kilo

Riesenkürbisse, Super-Tomaten und Mega-Melonen: In Ludwigsburg messen sich die größten Kaliber aus Deutschlands Gemüsebeeten. Wer hat das dickste Gemüse?

Halbzeit auf dem Wasen: Großer Andrang, positive Bilanz

Besonders am Tag der Deutschen Einheit zog es zeitweise zu viele Besucher auf das Cannstatter Volksfest - die Polizei sperrt mehrere Zugänge. Was Feiernde in der zweiten Woche erwartet.

Kirschlorbeer-Plage an Waldrändern? Karlsruhe und andere Städte warnen

Giftig, relativ nutzlos für Insekten – und jetzt breitet sich Kirschlorbeer mancherorts auch noch an Waldrändern aus. Illegal abgekippte Gartenabfälle verschärfen das Problem.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.