News
Wirtschaftskrise: Mehr Klagen vor den Arbeitsgerichten im Land

News Wirtschaftskrise: Mehr Klagen vor den Arbeitsgerichten im Land

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Die Konjunkturflaute sorgt für mehr Arbeit bei den Arbeitsgerichten. Die Zahl der Kündigungsschutzklagen nimmt zu. Wie hat sich die Belastung 2024 entwickelt?

Die Wirtschaftskrise ist bei den baden-württembergischen Arbeitsgerichten angekommen. Die Zahl der neu eingereichten Klagen ist von 2023 auf 2024 um nahezu zwölf Prozent auf 37.236 gestiegen, wie Justizministerin Marion Gentges (CDU) in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Der Anstieg der Gesamteingänge im vergangenen Jahr ist maßgeblich auf die Zunahme von Streitigkeiten wegen des Bestands von Arbeitsverhältnissen aufgrund von Kündigungen zurückzuführen. Diese sind von 14.914 im Jahr 2023 auf 18.228 im Jahr 2024 angestiegen.

Die Dauer der arbeitsgerichtlichen Urteilsverfahren ist mit 2,8 Monaten gleich geblieben. Gentges sagte: «Das zeigt, wie leistungsstark und effizient die Arbeitsgerichtsbarkeit in Baden-Württemberg ist, auch in Zeiten vermehrter Kündigungsschutzklagen.» Zugleich verwies sie darauf, dass die Zahl der Erledigungen von 2023 auf 2024 um fast 16 Prozent auf 36.454 gesteigert werden konnte. Im Südwesten gibt es neun Arbeitsgerichte.

Viele Videoverhandlungen

Die Videoverhandlung wird immer wichtiger. Die Arbeitsgerichte verfügten hierzu über eine flächendeckende Ausstattung mit Videokonferenztechnik, teilte das Justizministerium weiter mit. Hiermit führten die Arbeitsgerichte, insbesondere in arbeitsgerichtlichen Güteverhandlungen, bis zu einem Drittel aller Termine als Videoverhandlung durch. Die Videoverhandlung biete den Gerichten und den Parteien ein Instrument zur effektiven Verhandlungsführung.

DGB sieht zunehmenden Druck auf die Beschäftigten

DGB-Landeschef Kai Burmeister sagte, der Druck auf die Beschäftigten in Baden-Württemberg nehme eindeutig zu. «Dies zeigen die gestiegenen Fallzahlen an den Arbeitsgerichten und unsere Juristen in den gewerkschaftlichen Rechtsberatungen beobachten, dass Unternehmen verstärkt auch auf verhaltens- oder personenbedingte Kündigungen zielen, um Arbeitsplätze abzubauen.» Mit diesen juristischen Winkelzügen solle so manches Mal die ausgeschlossene betriebsbedingte Kündigung umgangen werden.

Auch versuchten Unternehmen verstärkt, Beschäftigte jenseits von Gerichten zu Auflösungsverträgen zu bewegen. «Angesichts des immensen Drucks auf die Beschäftigten kann hier nicht mehr von wirklicher Freiwilligkeit gesprochen werden», kritisierte der Gewerkschaftler weiter. Viele große Unternehmen hatten in der Vergangenheit einen Stellenabbau angekündigt. So unter anderem der Autozulieferer Bosch, ZF Friedrichshafen, Porsche oder der Ingenieurdienstleister Bertrandt.

 

Weitere Nachrichten

Jahrhundertsommer bringt Besucherrekorde in Freibädern

Volle Becken, mehr Gäste - ein Rückblick auf eine überwiegend ruhige Zeit: Der heiße Sommer hat die Freibäder im Südwesten gefüllt.

Besondere Löwenfreundschaft: Der Mann vom Bodensee und das Raubtier

Der Baden-Württemberger Valentin Grüner aus Horn am Bodensee rettet ein Löwenbaby in der Kalahari. Daraus wächst eine ungewöhnliche Beziehung, die Millionen Menschen online bewegt.

Karlsruher Lehrerin bei Basketball-WM statt bei Schulkonferenz

Alexandra Wilke erlebt gerade besondere Tage bei der Basketball-WM in Berlin. Andere Termine müssen dafür weichen.

Ukraine und Baden-Württemberg wollen Polizei vernetzen

Drohnen, Cyberangriffe und Sabotage: Für die Sicherheitsbehörden in der Ukraine gehört das zum Alltag. Von den Erfahrungen will Baden-Württemberg profitieren - und bei neuen Technologien unterstützen.

Ferienende: Diese Dinge haben Reisende am Stuttgarter Flughafen vergessen

Die Sommerferien neigen sich dem Ende – und damit kehren viele aus dem Urlaub zurück. Bei zahlreichen Reisenden bleibt auch einiges liegen, darunter ist das eine oder andere kuriose Fundstück.

Hefte, Füllhalter, Schulranzen: Diese Schulsachen sind 2026 teurer - und diese günstiger

Am Montag geht die Schule im Südwesten wieder los. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Preise für typische Schulmaterialien ganz unterschiedlich entwickelt. Wo wird es teurer?



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.