News
Zoll prüft Paketzusteller auf Schwarzarbeit und Mindestlohn im Land

News Zoll prüft Paketzusteller auf Schwarzarbeit und Mindestlohn im Land

Quelle: Markus Scholz
dpa

Zollbeamte nehmen Paketzusteller und Subunternehmen ins Visier: Werden Mindestlohn und Sozialabgaben eingehalten? Die Gewerkschaft fordert ein Verbot von Subunternehmen.

Bei einer bundesweiten Kontrollaktion haben Zollbeamte Paketzusteller auch in Baden-Württemberg kontrolliert. Es seien mehrere Hundert Zollbeamte im Einsatz. Es gehe um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP), teilte ein Sprecher des Hauptzollamtes Stuttgart mit.

Bundesweit kontrollieren mehr als 2.900 Beamte bei der Schwerpunktprüfung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls in der Branche. Beamte aus allen Hauptzollämtern in Deutschland seien im Einsatz. Im Südwesten gibt es fünf Hauptzollämter in Karlsruhe, Lörrach, Singen, Stuttgart und Ulm. Die Kontrollen seien dabei verdachtsunabhängig und sollten bis in den Abend weitergehen.

Kontrolliert werde vor allem in großen Depots und Verteilzentren – also dort, wo viele Fahrer und Zusteller anzutreffen seien. «Uns interessieren Arbeitsverhältnisse, Mindestlohn und Sozialversicherungen», sagte der Zollsprecher. Im Fokus stünden auch Subunternehmen.

Man stelle in der Branche immer wieder fest, dass Arbeitszeiten der Fahrer nicht oder nicht vollständig vergütet würden. «So werden beispielsweise Überstunden sowie die Zeiten für die Beladung der Fahrzeuge oder die Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort nicht entlohnt», sagte eine Sprecherin. Dadurch werde der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro pro Stunde immer wieder unterlaufen.

Gewerkschaft begrüßt Kontrollaktion

In der Kurier-, Express- und Paketdienst-Branche arbeiten im Südwesten nach Schätzungen der Gewerkschaft Verdi etwa 40.000 Männer und Frauen. Die Arbeitnehmervertreter begrüßten die Kontrollaktion. Verdi sprach sich für ein Subunternehmerverbot in der Paketzustellung aus, wie es auch in der Fleischwirtschaft gebe. Dies sei im Zuge der Novelle des Postgesetzes bisher nicht eingeführt worden, teilte ein Sprecher in Stuttgart mit.

Geschäftsunterlagen werden jetzt geprüft

Mit ersten Ergebnissen der bundesweiten Aktion ist laut Zoll Ende der Woche zu rechnen. Die Schwerpunktkontrollen am Mittwoch seien erst der Beginn der Arbeit, sagte ein Sprecher des Kölner Hauptzollamts. Später werde bei genaueren Prüfungen von Geschäftsunterlagen und der Lohnfinanzbuchhaltung der Paketzusteller untersucht, ob der Mindestlohn auch gezahlt werde.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls kontrolliert regelmäßig verschiedene Branchen, um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung aufzudecken. Vor allem lohnintensive Branchen stehen dabei im Fokus.

 

Weitere Nachrichten

Kongress in Frankfurt: Longevity-Trend - Kann man Altern aufhalten?

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1.000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Los geht’s: Was man zum Cannstatter Volksfest wissen muss

Wann lohnt sich der Volksfest-Besuch auf dem Wasen am meisten? Tipps zu Familientagen, besonderen Öffnungszeiten und den besten Treffpunkten auf dem Festgelände.

Kirschernte in Baden-Württemberg fiel 2026 besonders üppig aus

Kirschen satt im Südwesten: Baden-Württemberg fährt eine deutlich überdurchschnittliche Ernte ein. Auch bei den Birnen fällt die Bilanz erfreulich aus.

Statistisches Landesamt: So entwickeln sich die Zahlen von Kindern in Kitas im Land

In den vergangenen Jahren haben Eltern oft verzweifelt einen Kita-Platz für ihr Kind gesucht - es gab zu wenige Plätze für zu viele Kinder. Doch die Zahlen entspannen sich etwas. Woran das liegt.

Protest in Autobranche - So lief der Aktionstag im Südwesten

Zehntausende Beschäftigte bei Autobauern und Zulieferern in Baden-Württemberg protestieren. Bei Mercedes in Sindelfingen fallen deutliche Worte. Und in Richtung Vorstand gibt es Pfiffe und Buhrufe.

Ungewöhnliche Aktion! Museen können sich bewerben: 1.500 Kunstwerke zu verschenken

Das passiert auch nicht alle Tage. Mehr als 1.500 Werke des verstorbenen Kunstsammlers Christoph Müller werden verschenkt. Öffentliche Museen können sich darum jetzt bewerben.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.