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3D-Seismik-Modell: Joint Venture beginnt Standortsuche für Geothermie-Heizwerk

News 3D-Seismik-Modell: Joint Venture beginnt Standortsuche für Geothermie-Heizwerk

Quelle: Wolfgang Jung/dpa
dpa

Am Oberrheingraben soll die Erdwärme angezapft werden, um Wohnungen zu heizen. Zunächst wird mit Schwingungsmessungen nach der richtigen Bohrstelle gesucht.

Wärme aus der Tiefe: Ein Joint Venture von Daimler Truck, dem Energieversorger EnBW und der Stadt Wörth am Rhein (Pfalz) sucht nahe der Grenze zu Baden-Württemberg den Standort für ein Geothermie-Heizwerk. Das Werk soll bis 2029 den Betrieb aufnehmen, wie Co-Geschäftsführer Stefan Ertle der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die Anlage soll bis zu 90 Prozent des Wärmebedarfs des großen Daimler-Truck-Werks in Wörth decken und zur klimaneutralen Transformation der Stadt Wörth mit ihren rund 20.000 Einwohnern beitragen. «Der Oberrheingraben ist günstig dafür. Anderswo in Deutschland wird das längst gemacht», sagte Ertle. Einfach gesagt, holt ein solches Werk heißes Wasser aus der Tiefe, schöpft die Wärme ab und gibt das Wasser in die Erde zurück.

 

Start diese Woche

Das Joint Venture namens WärmeWerk Wörth beginnt an diesem Montag in Wörth, Hagenbach, Jockgrim und Kandel mit sogenannten 3D-seismischen Messungen. Sie dienen der Standortfindung für das Werk und sollen nach rund drei Wochen abgeschlossen sein. Dabei senden Vibrotrucks – Spezialfahrzeuge mit Rüttelplatte – Schwingungen in den Untergrund, die von sogenannten Geophonen aufgefangen werden. Aus allen Daten wird am Ende ein 3D-Modell des Untergrunds erstellt.

«Das Modell ist für uns wichtig», sagte Ertle. «Wir suchen eine Fläche von ungefähr zwei Hektar, das sind etwa zwei Fußballfelder, auf der das Heizwerk entstehen soll.» Ziel sei eine erste Bohrung 2026, eine zweite 2027 und dann Baubeginn des Heizwerks 2028. Etwa 40 Prozent der geplanten Kosten von ungefähr 60 Millionen Euro zahlt das Bundeswirtschaftsministerium, den Rest trägt das Joint Venture.

 

Ziel: erste Bohrung 2026

Kritische Fragen der Bevölkerung rund um Messung und Bohrung würden beantwortet, kündigte Ertle an. «Wir haben eine E-Mail-Adresse, unter der man sich jederzeit an uns wenden kann. Darüber hinaus schalten wir im Zeitraum der Messkampagne eine Hotline scharf.» Alles verlaufe regelgetreu.

«Im Innenstadtbereich setzen wir ein kleines Fahrzeug ein, das von der Lautstärke her einem Müllwagen ähnlich ist», sagte der Co-Geschäftsführer. Er vergleiche die Messungen mit einer Wanderbaustelle. «Wir sind vielleicht eine Minute da und fahren dann 30 Meter weiter.»

 

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