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Badisches Landesmuseum will beeindrucken – und etwas schlauer machen

News Badisches Landesmuseum will beeindrucken – und etwas schlauer machen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Die antike Vase in der Vitrine – das allein reicht schon lange nicht mehr. Im Interimsquartier, der Kunsthalle Baden-Baden, will das Landesmuseum neue Formate erproben. Und das Museum der Zukunft.

Historische Schätze in anderem Licht: Das Badische Landesmuseum will die Zeit in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden nutzen, um neue Formate zu erproben. «Menschen wollen im Museum beeindruckt werden – und auch ein bisschen schlauer herauskommen», sagt Museumschef Eckart Köhne.

Während der jahrelangen Sanierung des Karlsruher Schlosses hat das Museum die Möglichkeit, seine Preziosen in der Kunsthalle auszustellen – zugleich hat Köhne dort ab Mai für fünf Jahre das Sagen. In der Verbindung von Kunst und Kulturhistorischem sieht er die Chance, neue Besucherschichten zu erschließen – und die Zukunft des Museums zu erproben.

Eine Kernfrage für ihn ist: Wie spricht man Menschen an, die sonst nicht ins Museum oder in eine Kunstausstellung gehen? Seine Antwort: Beides verbinden – die Sammlung des Museums und den Genius Loci der Kunsthalle, also das geistige Klima der Örtlichkeit. «Aus guten Dingen soll etwas Besseres werden», so die Vision Köhnes.

Ein Beispiel, wo es gelingt, Besucher zu überraschen, ist für ihn Kolumba. Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, das in einem markanten Neubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor untergebracht sei, ziehe auch Menschen an, die sonst nicht in ein Diözesan-Museum gingen.

Eine antike Vase ist nicht nur eine Vase. Sie könne Kunst sein und Geschichte illustrieren, weiß der Archäologe. Und in der Gegenüberstellung mit zeitgenössischer Kunst aktuelle Bezüge herstellen. Ab Mai 2026 will das Museum in der Kunsthalle Werke aus seinen Sammlungen mit moderner Kunst verknüpfen und damit neu erlebbar machen. Die Verbindung soll über Themen hergestellt werden, etwa das Verhältnis von Staat und Bürger vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte zur Demokratie.

Mit dem benachbarten Museum Frieder Burda soll die Kunsthalle wieder mehr verbinden als nur die gläserne Brücke zwischen den Gebäuden. Köhne kann sich vorstellen, dass einzelne Schauen im Burda-Museum durch passende thematische Präsentationen des Landesmuseums begleitet werden.

«Wir möchten das gerne gemeinsam mit der Kunsthalle Frieder Burda prüfen.» Events wie gemeinsame Sommerfeste auch mit den benachbarten anderen Kulturinstitutionen hat er ebenfalls im Blick.

Die Staatliche Kunsthalle zählt zu den traditionsreichsten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst, hat aber keine eigene Sammlung. Ihre zeitweilige Umwandlung zur «Interimsspielstätte» des Museums hat viele Kunstschaffende aufgeschreckt. Wie das Kunstministerium betont jedoch auch Museumsdirektor Köhne die Selbstständigkeit der beiden Institutionen.

Der Leitungswechsel in der Kunsthalle habe für das Museum lediglich die Möglichkeit eröffnet, während der sechs- bis siebenjährigen Sanierung des Karlsruher Schlosses «sichtbar» zu bleiben – als das große kulturhistorische Museum für den badischen Landesteil mit seinen wertvollen Sammlungen.

Ein Museum soll aus Sicht Köhnes auch künftig eine Art Archiv bleiben dürfen. «Es soll weiter seine Sammlungen bewahren und erforschen.» Als Institution der Bildung und Unterhaltung müsse es aber vor allem zeitgemäß sein. Dies gelinge nicht nur durch digitale Vermittlung, sondern in erster Linie durch zukunftsorientierte Konzepte. An der Entwicklung müssten erfahrene und auch junge Kolleginnen und Kollegen beteiligt sein.

Das Karlsruher Schloss soll nach der Renovierung außen sein barockes Gesicht behalten, im Innern aber einen neuen Geist ausstrahlen. «Die Flächen werden vielfältiger sein», sagt Köhne. Auch um mehr Raum für Wechsel zu ermöglichen.

 

 

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