News aus Baden-Württemberg
96,4 Millionen Euro: Land ruft fast alle Mittel zur besseren Ganztagsbetreuung ab

News aus Baden-Württemberg 96,4 Millionen Euro: Land ruft fast alle Mittel zur besseren Ganztagsbetreuung ab

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
dpa

Fast 98 Millionen Euro standen Baden-Württemberg zur Verfügung, um bei der Ganztagsbetreuung für Jungen und Mädchen in den Grundschulen voranzukommen. Kommunen und Land haben an einem Strang gezogen. Aus Sicht der Opposition kann das nur der Anfang sein.

Zum beschleunigten Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder hat Baden-Württemberg beim Bund fast alle verfügbaren Gelder abgerufen: rund 96,4 von etwa 97,6 Millionen Euro. Das ist ein Anteil von gut 98,7 Prozent, wie aus Daten des Bundesfamilienministeriums für die Jahre 2021 und 2022 hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Mit dem Geld könnten etwa Gebäude, Möbel, Spiel- und Sportgeräte gekauft oder saniert werden, soweit damit zusätzliche Betreuungsplätze die Mädchen und Jungen geschaffen werden, teilte das Kultusministerium in Stuttgart mit. Gefördert würden auch entsprechende Vorbereitungen. Die Opposition sieht die Landesregierung in der Pflicht, hieran anzuknüpfen.

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sei eine große Herausforderung, teilte Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) der dpa mit. «Dass wir von den Mitteln, die uns der Bund zur Verfügung gestellt hat, fast 100 Prozent abgerufen haben, zeigt, dass wir gut mit der kommunalen Seite zusammenarbeiten.» Mit Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und dem Saarland habe der Südwesten den höchsten Prozentsatz abgerufen – Hamburg und das Saarland sogar die komplette verfügbare Summe. Bayern hingegen liegt mit einem Anteil von unter 19 Prozent am unteren Ende der Skala.

Das sogenannte «Beschleunigungsprogramm Ganztagsbetreuung» mit Finanzhilfen des Bundes ist zum 31. Dezember 2022 ausgelaufen. Die Daten des Bundesministeriums stammen zwar aus den vergangenen Tagen. Einer Sprecherin zufolge sind aber noch Nachmeldungen möglich.

Der Bund beteiligt sich gemäß den Vereinbarungen mit den Ländern mit einer Förderquote von höchstens 70 Prozent an den Investitionen. Die restlichen mindestens 30 Prozent müssen die Länder einschließlich der Kommunen stemmen. «Ein großes Lob geht auch an die Kommunen für ihr hohes Engagement beim Ausbau der Angebote», erklärte Schopper daher.

Die Verhandlungen mit dem Bund zur zweiten Tranche, dem sogenannten Basis-/Bonusprogramm, seien abgeschlossen. Das Land will seine Förderrichtlinie final erstellen, wenn die Verwaltungsvereinbarung unterschrieben ist. Vorbereitungen dafür seien schon getroffen.

Die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Katrin Steinhülb-Joos, teilte am Montag mit: «Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen ist ein Meilenstein, für dessen Umsetzung das Land sich noch konsequenter ins Zeug legen muss.» Daran mangele es an vielen Stellen. Meine die grün-schwarze Landesregierung es mit ihrem Versprechen von Bildungsgerechtigkeit ernst, müsse der Ausbau der Ganztagesangebote endlich vorankommen. «Dafür darf sich die Kultusministerin nicht nur auf den Bund verlassen, sondern muss auch selbst einen Gang hochschalten», so Steinhülb-Joos. So müssten etwa unterschiedliche Qualifikationen der im Ganztag Beschäftigten mit einheitlichen Qualitätsstandards unterfüttert werden.

Für die Regierung sei die Arbeit mitnichten getan, betonte auch der Sprecher für frühkindliche Bildung und Jugend der FDP-Fraktion, Dennis Birnstock: «Vielmehr war der Mittelabruf beim Bund der erste Schritt, um nun beim Thema des Anspruchs auf Ganztagsbetreuung bei Kindern im Grundschulalter endlich voranzukommen.» Für die AfD im Landtag erklärte Bildungspolitiker Rainer Balzer: «Die vorgesehenen multiprofessionellen Teams und FSJler können keinen ausreichenden Qualitätsstandard in der Nachmittagsbetreuung gewährleisten.» Allein Personal könne man mit dem Geld allerdings nicht herzaubern.

 

Weitere Nachrichten

Wird "Drug Checking" in Baden-Württemberg erlaubt?

Von Karlsruhe aus verbreitet sich eine Warnung vor der gefährlichen Designer-Droge Cychlorphin. «Drug Checking» könnte helfen, Substanzen zu bestimmen. Doch Baden-Württemberg hinkt hier hinterher.

Konjunktur-Stimmung im Handwerk: Viele warten auf bessere Zeiten

Viele Handwerksbetriebe hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels. Wer besonders optimistisch bleibt – und wo das Stimmungsbarometer überraschend steigt.

Kriminelle Ausländer: Migrationsstaatssekretär fordert Druck auf Heimatstaaten

Das Land will mehr Kriminelle nach Syrien abschieben - bislang ist aber nur einmal ein Straftäter ins Flugzeug gesetzt worden. Das liegt nicht zuletzt auch am Bund, meint der Migrationsstaatssekretär.

Feuerpause im Streit um den Wolf? Richter bitten um Aufschub

Es ist ein Hin und Her im Streit um den Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald. Bis Mitte Februar dürfte die Entscheidung über den «Hornisgrinde-Wolf» nun ruhen. Warum das?

Neue Designer-Droge im Raum Karlsruhe entdeckt: Was man dazu wissen muss

Cychlorphin gilt als hochpotente synthetische Droge: Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Was Fachleute zu Risiken und Schutzmaßnahmen sagen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.