News aus Baden-Württemberg
Ausfälle und fehlerhafte Auskünfte bei der Bahn in Baden-Württemberg

News aus Baden-Württemberg Ausfälle und fehlerhafte Auskünfte bei der Bahn in Baden-Württemberg

Quelle: Pixabay
dpa

Bahnfahrer in Baden-Württemberg werden dieser Tage gleich mehrfach auf die Geduldsprobe gestellt. Ein Fehler bei der Reiseauskunft sorgt im Schwarzwald für falsche Angaben. Und auf der Gäubahn häuft sich eine beachtliche Summe an Ausfällen an

Bei der Bahn im Südwesten läuft es derzeit an gleich mehreren Stellen nicht rund. Im Schwarzwald lässt die Reiseauskunft Menschen fälschlicherweise auf schnellere Fahrten hoffen. Der Gäubahn attestiert eine Analyse allein in diesem Jahr umfangreiche Ausfälle durch Baustellen.

So besteht bei der Reiseauskunft für die Schwarzwaldbahn zwischen Karlsruhe und Konstanz derzeit ein folgenreicher Fehler: Verbindungen werden bei den Zeitangaben als durchgehend und damit vergleichsweise schnell dargestellt, obwohl immer noch Busse als Zugersatz auf einem Streckenteil verkehren. Das bedeutet, dass Reisende in der Regel deutlich mehr Zeit einplanen müssen, als bei der Reiseauskunft angegeben. Die Deutsche Bahn bestätigte am Dienstag in Stuttgart auf Anfrage den Fehler und versprach eine Aktualisierung der Fahrpläne am (morgigen) Mittwoch.

«Das tut uns leid», sagte eine Sprecherin. Betroffen sind die App DB Navigator und die Fahrplanauskunft auf der Internetseite der Deutschen Bahn. Die Bahn hatte Mitte August mitgeteilt, schon Ende des Monats könnte die Schwarzwaldbahn wieder ohne Unterbrechungen durchfahren. Einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung der kompletten Bahnstrecke gebe es aber bisher nicht, wie die Sprecherin nun sagte. Es müssten erst noch Testergebnisse vorliegen. Zuvor hatte es Gleisarbeiten gegeben.

In den Fahrplänen, die sich als unkorrekt herausstellten, wird für eine Fahrt der Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Donaueschingen am Dienstag eine Fahrzeit von einer Stunde und 15 Minuten angegeben. Es seien «0 Umstiege» nötig. Wegen der Busfahrt auf einem Streckenteil und den teilweise langen Umsteigezeiten dauert die Fahrt jedoch nach früheren Angaben rund eine Stunde länger.

Die Bahn hatte bei turnusmäßigen Untersuchungen der Doppelstockfahrzeuge eine erhöhte Abnutzung der Räder festgestellt. Seit Ende Juni müssen Fahrgäste zwischen Hausach (Ortenaukreis) und St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) in Busse umsteigen. Dadurch verlängert sich die Reisezeit erheblich.

Auch auf der Gäubahn von Stuttgart über Horb nach Singen müssen Bahnreisende laut einer Analyse des Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel mit größeren Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Bereits an 19,5 Prozent der Tage in diesem Jahr sei die Gäubahn durch Baustellen unterbrochen gewesen, teilte der Grünen-Angeordnete für den Wahlkreis Nürtingen am Dienstag mit. Zuvor hatte der Südwestrundfunk berichtet.

Rechne man Sperrungen hinzu, die nur Tagesrandlagen betreffen, habe es sogar an jedem vierten Tag baustellenbedingte Einschränkungen gegeben. Bislang seien rund 4300 Zugfahrten betroffen gewesen. Eine Streckenverfügbarkeit von 75 bis 80 Prozent sei viel zu gering, um einen verlässlichen Bahnverkehr anbieten zu können, teilte Gastel mit. Zugleich forderte er, Baustellen viel stärker zu bündeln. «Dies bedeutet, dass während einer Sperrpause mehr Arbeiten erledigt werden müssen statt für jede Maßnahme eine eigene Baustelle mit entsprechenden Sperrungen einzurichten.»

Die Sprecherin der Bahn teilte dazu mit, um die dringend erforderliche Modernisierung der Infrastruktur voranzutreiben, investierten Deutsche Bahn, Bund und Länder auf Rekordniveau. Die hohe Nachfrage bei gleichzeitig vielen Baustellen führe aber auch zu Staueffekten und Unpünktlichkeiten. Wenn man Maßnahmen verschieben und mit anderen bündeln könne, tue man das. Bauen sei alternativlos, sagte die Sprecherin. So werde etwa der Gäubahn-Abschnitt zwischen Horb und Neckarhausen bis 2023 zweigleisig ausgebaut.

 

Weitere Nachrichten

Laut Verband: Mehr Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen

Maurer, Bäcker, Fleischerin: Das Handwerk lockt wieder mehr Nachwuchs. Welche Ausbildungsplätze haben 2025 besonders stark zugelegt?

140.000 Fahrzeuge pro Tag: Engelbergtunnel Richtung Karlsruhe nun einspurig befahrbar

Für die staugeplagten Orte rund um den wochenlang gesperrten Engelbergtunnel gibt es eine erste Entlastung: Der Verkehr auf der A81 läuft vorerst wieder auf einer Spur.

Nach dem Unglück in der Schweiz: Wie sicher sind eigentlich Seilbahnen?

Einen Tag nach dem Seilbahn-Unglück in der Schweiz ist die genaue Ursache unbekannt. Klar ist aber: Die Vorschriften sind sehr streng und solche Unglücke kommen nur selten vor.

Regierungsbildung in BW: Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU deuten sich an

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist nur eine Koalition zwischen Grünen und CDU realistisch. Bislang schweigen sich beide Parteien weiter aus. Nun scheint es Bewegung zu geben.

Bärlauch sammeln: Was erlaubt ist und wann Bußgelder drohen

Im Frühling lockt Bärlauch viele Sammler in die Natur. Wer aber zu gierig pflückt oder an den falschen Stellen zugreift, riskiert nicht nur Ärger mit der Natur, sondern auch ein saftiges Bußgeld.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.