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Außenhandel: Industrie sieht noch keine Erholung bei Exporten

News Außenhandel: Industrie sieht noch keine Erholung bei Exporten

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Autos und Maschinen aus Baden-Württemberg gelten als Exportschlager. Die Geschäfte laufen nicht rund. Ein Grund ist der Handelskonflikt. Wie sehen die Exporterwartungen in den nächsten Monaten aus?

Die baden-württembergische Industrie sieht noch keine grundlegende Wende bei ihren Auslandsgeschäften. Bei den Exporterwartungen in den kommenden Monaten dominiere weiterhin die Zurückhaltung, teilte der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) in Stuttgart mit Verweis auf die aktuelle Konjunkturumfrage mit. So erwarten 27,5 Prozent der befragten Unternehmen schwierige Zeiten, zu Jahresbeginn waren es noch 30 Prozent. Nur knapp 26 Prozent setzen auf bessere Geschäfte. Am Anfang des Jahres waren es demnach 24 Prozent.

Handelskonflikt sorgt für Unruhe

Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und Europa belastet aktuell die Wirtschaft. Im Südwesten sind die beiden Schlüsselbranchen Autoindustrie und Maschinenbau besonders vom Export abhängig. BWIHK-Vize Claus Paal sagte, die Zeiten seien rauer geworden. Der Export sei lange Stabilitätsanker der Wirtschaft gewesen, jetzt gerate er in Wanken.

Die Wirtschaft stufte vor allem das internationale Umfeld zunehmend als Risiko für ihre Geschäfte ein. 56 Prozent der Industrieunternehmen sehen geopolitische Spannungen inzwischen als ernstzunehmenden Risikofaktor, wie der BWIHK weiter mitteilte. Das sei ein deutlicher Anstieg gegenüber den 44 Prozent zu Jahresbeginn. Damit rückten geopolitische Risiken auf Rang drei der größten Geschäftsrisiken – hinter schwächelnder Inlandsnachfrage (70 Prozent) und steigenden Arbeitskosten (59 Prozent).

Erwartungen an Geschäfte mit den USA fallen gering aus

Die Erwartungen an den Handel mit Nordamerika haben durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump einen besonderen Dämpfer erhalten. Nur knapp 19 Prozent der Industrieunternehmen rechnen dorthin mit steigenden Ausfuhren (Jahresbeginn: knapp 34 Prozent). Gut 41 Prozent erwarten einen Rückgang. Für das Exportgeschäft in Richtung USA gehen sogar 53 Prozent der befragten Betriebe von sinkenden Exporten aus, nur 14 Prozent glauben an einen Anstieg. Die USA blieben ein Schlüsselmarkt für Baden-Württemberg, sagte Paal weiter.

Im ersten Quartal 2025 stagnierte der baden-württembergische Außenhandel erstmals seit zwei Jahren: Die Exporte erreichten mit rund 61,6 Milliarden Euro das Vorjahresniveau, wie der BWIHK unter Berufung auf das Statistische Landesamt mitteilte. Die Einfuhren gingen im ersten Quartal in licht um 0,7 Prozent auf 54,2 Milliarden Euro zurück. Die USA bleiben der wichtigste Handelspartner Baden-Württembergs, auch wenn die Exporte dorthin um 1,8 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro gesunken sind – eine Fortsetzung des seit zwei Jahren anhaltenden Abwärtstrends.

 

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