News aus Baden-Württemberg
Baden-Württemberg kämpft mit der Trockenheit

News aus Baden-Württemberg Baden-Württemberg kämpft mit der Trockenheit

Quelle: Markus Scholz/dpa/Symbolbild
dpa

Die ersten Stadt- und Landkreise haben schon die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen verboten, so trocken ist es dieser Tage. Die paar Schauer zu Wochenbeginn: nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Experten haben eine klare Einschätzung der Lage.

Die tagelange Trockenheit hat die Wasserstände in Baden-Württemberg vielerorts für Mitte Juni ungewöhnlich stark sinken lassen. «Das derzeitige Niedrigwasser in den Bächen und Flüssen ist außergewöhnlich niedrig für die Jahreszeit, beziehungsweise früh im Jahr», teilte eine Sprecherin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe mit. «Üblicherweise entwickeln sich entsprechende Niedrigwasser eher im Spätsommer und nicht bereits Mitte Juni.»

Die Niederschläge in der Nacht auf Montag hätten nur an einigen Pegeln zu einem kurzfristigen leichten Anstieg der Wasserstände in den Gewässern geführt. Dieser sei zumeist schon wieder abgeklungen.

Mancherorts schon Wasserentnahme verboten

Besonders betroffen sind nach LUBW-Angaben die Landkreise Ortenau und Emmendingen sowie der Stadtkreis Baden-Baden. In diesen Regionen haben die Behörden in den vergangenen Tagen auch schon die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen verboten. «Die geringe Wasserführung und die steigenden Wassertemperaturen belasten sowohl die Tiere als auch die Pflanzen im Gewässer», hatte der Leiter des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Ortenaukreis, Jürgen Mair, dazu erläutert. Es drohen Bußgelder von bis zu 100 000 Euro.

Laut Hochwasservorhersagezentrale führen vor allem viele Flüsse im Westen des Landes Niedrigwasser, beispielsweise die Schutter bei Seelbach (Ortenaukreis) und der Rhein-Nebenfluss Möhlin bei Ehrenkirchen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwal). Aber auch in anderen Regionen Baden-Württembergs sind Gewässer betroffen.

Schon Anfang des Monats hatten die LUBW-Fachleute mitgeteilt, dass unterdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse im Südwesten überwiegen. «Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der momentanen Beobachtungen nicht zu rechnen», hieß es zwar. Allerdings gingen die Experten davon aus, dass die Grundwasserstände im Land in den kommenden Wochen weiter zurückgehen.

Erste Folgen für die Schifffahrt

Für die Schifffahrt hat das bislang nur wenige Folgen. Am Neckar ist Trockenheit kein Problem, weil der Fluss durch Schleusen gestaut wird. So kann eine Wassertiefe von mindestens 2,80 Metern permanent garantiert werden. Auch im staugeregelten Bereich des Rheins von Basel bis Iffezheim (Kreis Rastatt) gibt es laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Oberrhein keine Einschränkungen für die Schifffahrt. Die garantierte Mindesttiefe liegt hier bei 3,00 Metern.

Im freifließenden Bereich am schifffahrtsrelevanten Pegel Maxau in Karlsruhe hingegen gibt es erste Einschränkungen. Die sogenannte Abladetiefe, also die Eintauchtiefe eines Schiffes bei Ruhe, beträgt laut WSA rund 2,70 Meter, 40 Zentimeter weniger als bei Mittelwasser. Schiffe müssen unter Umständen also auf Teile der Ladung verzichten.

Die Prognosen bis zum 25. Juni zeigen einem Sprecher zufolge einen leicht fallenden Trend. Ohne relevante Niederschläge würde die Abladetiefe dann auf 2,21 Meter fallen. Die Solltiefe der Fahrrinne wird aber noch nicht unterschritten. Aus hydrologischer Sicht handele es sich noch nicht um ein Niedrigwasserszenario, erklärte der Fachmann. Die Abladetiefe würde dann nur noch 1,32 Meter betragen.

Waldbrandgefahr steigt

Mit der Trockenheit einher geht zudem eine steigende Waldbrandgefahr. Für das Wochenende sagt der Deutsche Wetterdienst fast in ganz Baden-Württemberg die höchste und zweithöchste der fünf Stufen des Waldbrandgefahrenindex voraus. «Feuer entstehen sehr häufig durch Unachtsamkeit», warnte das Kreisforstamt Freudenstadt in dem Zusammenhang. «Die weggeworfene Zigarettenkippe zählt hierzu genauso wie die unachtsam liegen gelassene Flasche oder das Verlassen eines ungelöschten Grillfeuers an einer hierfür vorgesehenen Grillstelle.»

Daher sei beim Ausflug am Wochenende Vorsicht geboten: Ausgetrocknete Bodenvegetation oder Reisig in den Wäldern könnten schnell Feuer fangen. «Besonders gefährlich ist dabei der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko macht.» Offenes Feuer und Rauchen im Wald seien daher tabu, teilte das Amt mit.

 

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